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Seit dem ich im vergangenen Jahr bereits den Kampf gegen den Drachen gewonnen habe, hatte ich mich schon auf das nächste Battle gefreut. Ich war einfach begeistert von der Strecke, den gewählten kleinen und großen Hindernissen, den Zuschauern, dem Start und Ziel auf der Burg…mir war klar, da muss ich wieder dabei sein.

Wenn sich die Voraussetzungen ändern, die Ziel aber die gleichen bleiben…

Tja, dumm nur, dass sich in diesem Jahr mein Leben noch einmal ganz gewaltig veränderte. Wundervoll veränderte. Im Februar stand fest – wir werden aus drei, vier machen. Wie ich schon in anderen Berichten erwähnte, fing ich ganz schnell an, zu überlegen was ich in diesem Jahr auf der Wettkampfliste lassen kann und was ich leider streichen muss. Nun ja, wenn ich ehrlich bin, die Läufe im Herbst, blieben alle auf dem Plan.

Je mehr wir uns dem Oktober näherten, desto unruhiger wurde ich. Warum? Ich wollte ein September-Baby. Allerdings hat mir unser Gummibärchen schon im Bauch gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt. Die Zeit verging…der September verstrich, die ersten Tage im Oktober vergingen, die erste Woche im Oktober verging….

…und das Dragonheartbattle rückte immer Näher

Schließlich hatte ich es am 13. Oktober geschafft. Unser Läuferbaby hatte sich erbarmt und hat fünf Wochen vor dem Startschuss zum Kampf gegen den Drachen, den Weg aus der Höhle genommen.

Tja, damit hatte ich noch genug Zeit um mich seelisch auf den Lauf vorzubereiten. Ausreichend Zeit um wieder fit zu werden hatte ich allerdings nicht mehr. Mit schwerem Herzen trat ich vom Start beim King of Cross zurück. Zwei Wochen nach der Geburt einen Lauf dieser Art zu bestreiten, wäre irre. Aber das Dragonheartbattle behielt ich im Kopf und auf dem Plan.

Nicht 100% – aber dabei!

Zwar war ich natürlich lange nicht wieder auf dem alten Trainingsstand (bin ich selbstverständlich heute auch noch nicht), aber ich eroberte mir Stück für Stück mein Laufgefühl zurück. Zunächst blieb es beim Lauftraining. Täglich ein Wenig weiter, hin und wieder ein Bisschen schneller…so lief ich die nächsten Tage relativ planlos in Richtung Dragonheartbattle.

Ich spürte, dass ich die Distanz schnell wieder laufen konnte, wenn auch nur langsam…merkte aber auch, dass es mir noch an Kraft fehlte. Wenige Tage vor der Schlacht habe in all meiner „Verzweiflung“ noch Liegestütz ins Lauftraining integriert. Wahrscheinlich einfach um mein Gewissen zu beruhigen und das gute Gefühl genießen zu können, dass ich doch schließlich schon begonnen hatte zu trainieren.

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Oh du liebes Kätzchen!

Der Muskelkater war daraufhin heftig, verging allerdings rechtzeitig.

Ich freute mich immer noch wie ein kleines Kind auf das bevorstehende „Comeback“…doch dann erfuhr ich, dass ich leider allein an den Start gehen muss. Die Jungs der Stiftung Wadentest konnten aus verschiedenen Gründen nicht am Lauf teilnehmen. Alleine bis nach Trendelburg fahren wollte ich nicht…und ich wollte so untrainiert auch auf keinen Fall allein auf die Strecke. Ich versuchte es mit einem verzweifelten Aufruf über Facebook.

Zunächst gab es nur negative Meldungen. Doch dann freute ich mich über die WhatsApp meines Cousins Lars. Er ist Fußballer, konnte verletzungsbedingt nicht spielen und hat sich überlegt, doch einfach mal auszuprobieren, was es heißt einen Hindernislauf zu rocken.

Genial, ich war also nicht mehr allein. Ganz allein wäre ich ohnehin nicht gewesen, denn Markus, auch ein Freund und im Team der Stiftung Wadentest, wollte mitfahren, auch wenn er selbst nicht starten konnte.

Auf nach Trendelburg…

Wie immer vor einem Lauf, stieg die Aufregung mit jeder Minute. Lars und Markus machten sich bereits lustig über mich. Immer wieder schaute ich auf das Thermometer, in der Hoffnung, dass die Temperatur stieg. Zwischenzeitlich war es so kalt, dass wir mit Glatteis auf der Straße kämpfen mussten. Prima! Wie immer fragte ich mich, warum man sich das eigentlich „antut“.

Wir waren, obwohl wir uns verspätet hatten rechtzeitig vor Ort. Ein Parkplatz ganz in der Nähe der Burg war auch noch drin. Perfekt!

Schnell hatten wir Lars auf den von Marcel zur Verfügung gestellten Startplatz umgemeldet, sprangen in unsere Klamotten und wärmten uns mit einem Met auf.

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Während wir auf unseren Start warteten, trafen wir viele bekannte Gesichter. Es ist immer wieder schön, sich nicht nur über Facebook zu unterhalten, sondern die „Familienmitglieder“ vor Ort persönlich kennenzulernen. In netter Gesellschaft verging die Zeit wie im Flug. Schon waren auch wir an der Reihe.

Die „Hälfte“ der Strecke – also ein halber Countdown

Wir zählten von fünf rückwärts, hörten den Schuss und starteten im dritten und damit wohl vorletzten Startblock des Dragonheartbattels.

Lars ist Fußballer, kein Läufer. Um es genau zu sagen, er hat noch nie an einem Lauf teilgenommen. Aber die „zwölf“ Kilometer schafft er schon. Der Start war sehr…nun ja, schnell. Ich hatte, nachdem wir den ersten kleinen Fluss durchquert hatten und wir auf einem Feldweg Richtung Mühlenteich liefen, eine fünfer Pace. „Wenn ich zu langsam bin, musst du es sagen!“ rief mir Lars zu.
Zu langsam? Wir werden das Tempo niemals halten können. Bereits jetzt sammelten wir die ersten Höhenmeter…und wir voll auf der Überholspur. „Teil dir die Kräfte ein.“, ermahnte ich meinen „kleinen“ Cousin.

Wir durchquerten erneut einen kleinen Fluss, liefen durch den Wald und kamen schließlich an der Stelle an, an dem wir die Hänge im Wald etwas genauer kennen lernen durften. Insgesamt vier Mal durften wir die steilen Pfade hinauf und wieder herunter laufen. Laufen, sofern dies möglich war.

Danach liefen wir weiter und kamen schließlich in Trendelburg an. Kurz vor dem Dorf trafen wir auf die Läufer der langen Distanz. Wir freuten uns, denn in Trendelburg warteten viele Zuschauer und zahlreiche Hindernisse auf uns.

Frieren gehört nun mal dazu

Wir hatten bereits jetzt knapp acht Kilometer hinter uns…nun war mir klar, dass das mit den zwölf Kilometer nicht hinhauen kann. Wenn ich mich recht erinnere durchquerten wir zu Beginn des „Parcours“ einen LKW. Beschallt von lauter Mucke durchquerten wir diesen ohne Probleme und stürzten weiter Richtung Schlammgruben. Diese gab es letztes Jahr nicht. Allerdings konnten wir uns bereits zum Braveheartbattle einen Eindruck davon machen. Angefeuert von zahlreichen Zuschauern meisterten wir dieses Hindernis ohne Probleme. Es war ein tolles Miteinander. Die anderen Teilnehmer reichten einen Hände, Knie und was sonst noch so zur Verfügung stand. Auch wir holten viele Mitstreiter aus den Löchern. Lustig, dass die Männer in den Gruben einen immer nicht zutrauen, dass man ihnen auch als Frau heraushelfen kann.

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Weiter ging es…wir sprangen über Feuer, kletterten über Reifen und mehrere Eskaladierwände, bis wir schließlich zum Kriechhindernis kamen. Vor uns standen schon einige Läufer. Alle mussten warten, bis sie an der Reihe waren. Auch wir. Auch wenn es kalt war, auch wenn wir nass waren. Wir waren damit nicht allein. Doch einige Läufer, ja leider sogar ganze Laufgruppen, wollten die Wartezeit offenbar nicht einfach so hinnehmen. Einfach an den anderen Läufern vorbeizugehen und einfach zum nächsten Hindernis zu laufen, ist irgendwie unfair.

 

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Wir laufen als Amateure sicher nicht um den Sieg, allerdings sind wir alle stolz auf unsere Zeiten und Plätze, die wir erreichen. Schade, dass diese dann durch solche Gruppen kaputt gemacht werden. Und die Argumente, die einem entgegengebracht werden – „Ich bin nass und es ist kalt!“ „Scheiße organisiert.“ „Wir wollen unter vier Stunden ins Ziel, so wird das nichts.“ Tja Leute, dann lauft entweder keinen Hindernislauf zu diesen Jahreszeiten oder werdet so gut, dass ihr zur „Elite“ gehört, dann habt ihr niemanden vor euch. 😉

Nun ja, wir haben wie gesagt, tapfer gewartet bis wir dran waren und auch dieses lange Kriechhindernis bezwungen. Es war nicht ganz ohne, aber es war definitiv machbar…auch wenn es insgesamt gut 10 Minuten Zeit gekostet hatte.

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Nach dem Kriechen, durchquerten wir die Container voll Schlamm. Auch hier mussten wir warten, bei weitem aber nicht so lang wie am Hindernis davor.

Arme wie Gummi

Jetzt hatten wir es erstmal geschafft. Wir liefen weiter, entlang der Diemel. Ich wusste aus dem Vorjahr, dass wir bald über oder durch die Diemel mussten. Ich schätze nach etwa einem Kilometer waren wir am Fluss. Hier hieß es rein in die Brühe und rauf auf die Brücke. Wir konnten zwischen Netzen und Seilen wählen. Die Netze waren belegt, also schnappte ich mir ein Seil. Es war nicht einfach, aber ich schaffte es recht zügig hinauf zur Brücke. Ich zog mich am letzten Knoten hinauf zum Geländer, umgriff dieses und musste dann feststellen, dass ich absolut keine Kraft mehr hatte. Um hinauf zukommen hätte ich mich nun komplett mit den Armen ziehen müssen, da der Knoten für die Beine genau auf dem Beton der Brücke lag. Ich konnte die Füße also nicht abstützen und mich nicht aus den Beinen heraus drücken. Lars war noch nicht da und auch sonst war in dem Moment niemand da, den ich hätte um Hilfe bitten können. Mir blieb also nichts anderes übrig, als zurück ins Wasser zu rutschen und es noch einmal über die Netze zu probieren.

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Auch hier musste ich dann ganz schön kämpfen, denn schließlich hatte ich meine Kraft in den Armen, die offensichtlich noch deutlich weniger war als vor der Schwangerschaft, bereits am Seil verschwendet.

Aber ein Blick nach rechts, wo ich die Mädels sah, wie sie kämpften gab mir wieder ein bisschen Kraft. Oben am Geländer stand nun auch Lars und reichte mir seine Hand, um mir ein bisschen zu helfen. Schließlich war ich oben, kletterte über das Geländer und war echt geschockt über meinen Fitnesszustand. Wobei viele sich jetzt sicher fragen, was ich denn fünf Wochen nach der Geburt erwarten würde. Ich weiß es nicht…offensichtlich habe ich mehr von meinen Körper erwartet.

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Von Kanonen und Bräuten

Zum Jammern war aber keine Zeit. Wir waren wieder von neuem nass und mussten laufen um nicht kalt zu werden. Es ging hinauf zur Burg. Doch vorher durften wir noch an der Schneekanone vorbei. Ich hatte mich immer gefragt, was daran denn so schlimm sein soll.

Ich belächelte diese Hürde und rannte darauf los. Den Blick und meine Aufmerksamkeit nicht nach vorn, sondern auf Markus gerichtet. Ich machte mich noch lustig, bis mich plötzlich ein extremer Windstoß beinahe aus den Latschen haute. Huch! Hier muss man ja wirklich gegen etwas arbeiten. Es war nicht schwer, aber man musste schon aufpassen, was man macht.

Wir liefen die letzten Meter und kamen schließlich auf dem Gelände der Burg an. Hier hieß es noch einmal kriechen um keinen Stromschlag zu bekommen. Markus rief mir von oben zu, ich soll am Torbogen aufpassen, er würde dort ein Bild machen.

Hm, ich hatte keine Ahnung was dort noch auf uns wartete. Aber ich muss sagen, ich war total überrascht. Stand da doch tatsächlich ein Brautpaar. Mitten zwischen all den schlammigen Läufern wurde das Hochzeitsfotoshooting durchgezogen. Genial! Natürlich erhaschte auch ich ein Bild mit der Braut 😉

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Wir stärkten uns und liefen weiter.

Ich hatte bereits im Kopf, dass wir nun auf dem Rückweg an den Kanus vorbei müssen. In mir steckte immer noch eine schöne Erkältung und mir graute es wir verrückt davor zu tauchen. Nicht nur wegen der Erkältung, das hatte sich eh schon erledigt, nass waren wir ohnehin schon bis auf die Knochen. Aber ich habe ehrlich Panik unter Wasser. Und in einem Fluss, in dem ich nichts sah unter Kanus durch zu tauchen, allein die Vorstellung ließ mich echt fast panisch werden. Aber noch war ein bisschen Zeit.

Zunächst durften wir uns noch über einen kleineren Fluss, es müsste der Sauerbach gewesen sein, hangeln. Oder uns mittels einer Leine durch die Fluten ziehen. Lars wählte den Weg über, ich den Weg durch den Fluss. Heidewitzka, war das eine Strömung. „Füße auf dem Boden lassen!“ rief mir der Wasserretter zu, als er sah, dass ich die Kontrolle verlor und ich mich gerade noch am Seil halten konnte. Bei meiner Panik im Wasser, bereute ich nun den gewählten Weg. Aber ich war ja sicher am Seil und ertrunken ist wahrscheinlich bei dem Lauf auch noch keiner 😉

Kanu hin, Kanu her…

Jetzt waren es nur noch wenige Meter, bis wir an der Diemel waren. Diese mussten wir diagonal durchqueren. Genau wie im letzten Jahr. Es gab nur eine Änderung. Mitten im Fluss schwammen Kanus. Doch ganz klar war nicht, was man damit sollte. Ich sah Läufer, die kletterten über die Kanus, andere versuchten zu tauchen, andere tauchten …und wieder andere ignorierten die Boote und stapften daran vorbei.
Als ich am ersten Kanu vorbei war, tauchte Lars kurz auf, war dann aber gleich wieder unter dem nächsten Boot verschwunden. Zwischen dem ersten und zweiten Kanu kämpfte eine Läuferin mit sich selbst. Sie hatte das erste schon tauchend hinter sich gelassen. Mir kam das Gesicht bekannt vor. Ihr half ich zuvor schon aus der Schlammgrube. Sie dachte wahrscheinlich gerade daran aufzugeben und ebenfalls den Weg um die Kanus zu nehmen. Ich ging rüber und sprach ihr nochmal zu…und feuerte sie schließlich mit den Zuschauern am Flussrand gemeinsam an. Sie hatte es am Ende geschafft, sie hat alle Kanus tauchend hinter sich gelassen. Und Lars – der auch. Der wartete schon hinter den Booten auf mich. Er hat das erste Kanu als Test genommen und ist dann gleich unter den restlichen am Stück hindurch getaucht. Sehr gut – Respekt!

Und ich? Naja, nicht sehr gut, ich weiß…Schande und eine Ladung Wasser über mich! 😉

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Krämpfe – die Schattenseite des Laufsports

Nun befanden wir uns auf dem Rückweg. Wieder ging es durch Container, über Eskaladierwände, über Reifen durch Schlammlöcher…

Nun hatten wir auch langsam die 12 Kilometer hinter uns gelassen. Wir hatten also die Distanz, auf die wir eingestellt waren geschafft. Ab jetzt liefen wir jeden Kilometer zusätzlich. Und pünktlich setzten bei Lars Krämpfe ein. Er hatte zum einen noch nie an einem Hindernislauf teilgenommen, zum anderen ist er noch nie mehr als 10 Kilometer am Stück gelaufen. Absolutes Neuland also.

Immer wieder mussten wir kleine Strecken gehen. Zu den Krämpfen kam auch die sonstige Erschöpfung. Wie gesagt, es war das erste Mal, dass Lars eine solche Distanz lief. Ganz klar, dass der Körper irgendwann nicht mehr will. Aber ich zog ihn 🙂 „Das schaffen wir jetzt auch noch!“ ermutigte ich meinen Cousin. „Ich sag doch gar nix…ich laufe doch!“ war seine Antwort darauf. Es nützte ja auch nichts. Aufgeben kam definitiv nicht in Frage und stand zum Glück auch zu keinem Zeitpunkt zur Debatte.

Ende gut, alles gut.

Wir nährten uns dem Ziel und schafften es auch hin und wieder ein paar andere Läufer zu überholen. Zum Glück mussten wir am Ende nicht durch den Steinbruch, so wie die Läufer der langen Distanz. Der Anstieg dort war zwar nicht steil, zog sich aber im letzten Jahr ungemein.

Ich freute mich, dass wir stattdessen noch einmal den Weg durch den Wald genießen konnten und schließlich auch noch einmal ein bisschen am Tempo schrauben konnten. Leider sah ich beim Blick auf die Uhr, dass wir es nicht mehr schaffen konnten unter drei Stunden zu bleiben. Wir waren nämlich zu dem Zeitpunkt 2:58:32 Stunden auf der Strecke. Mist, aber eigentlich auch egal.

Noch einmal liefen wir am Teich vorbei, durchquerten den kleinen Bach und  flitzten schließlich Richtung Ziel. Wir ließen es uns auch nicht nehmen nochmal einen Sprint und ein kleines Wettrennen mit ein paar anderen Läufern zu bestreiten.

Nach 3:05:47 Stunden waren wir schließlich im Ziel. Ich stolz, ohne wirkliche Vorbereitung und nur fünf Wochen nach der Geburt des Läuferbabys, meine erste Medaille in den Händen zu halten. Und Lars stolz seine erste Medaille überhaupt erlaufen zu haben.

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Ja und was soll ich sagen – zunächst dachte ich, wir sind wahrscheinlich auf einen der hinteren Plätze gelandet. Aber das war nicht so. Auf der Strecke waren 72 Frauen, von denen ich den 10. Platz ergatterte. Top Ten! Yes.

Eine tolle Leistung auf einer fantastischen Strecke. Ganz wie erwartet 🙂 Ich würde sagen – ich komme definitiv wieder.

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Schwanger, aber nicht krank!

Viele Frauen kennen diese Aussage. Häufig bekommen die werdenden Mamas dies zu hören, wenn vermutet wird, dass man sich zu sehr schont. In meinem Fall wurde der Satz etwas verändert. „Ja, du bist zwar nur schwanger und nicht krank. ABER übertreib es doch nicht.“

Ich hatte bereits während der Schwangerschaft in dem einen oder anderen Beitrag angemerkt, dass ich häufig dafür kritisiert werde, dass ich weiterhin regelmäßig Sport gemacht habe. Jetzt, kurz vor Ende des Wochenbetts, muss ich feststellen – diese Kritik nimmt kein Ende.

Aber egal…

Ich möchte jetzt nicht Jammern

Eigentlich möchte ich diesen Beitrag nämlich vor allem an werdende Mütter richten, die wissen wollen, was in der Schwangerschaft möglich ist und hierbei gern auch aus Erfahrungen anderer profitieren möchten. Aber natürlich freue ich mich auch über alle anderen Leser und hoffe mit dem kurzen Abriss der 41 Wochen, die mein Leben mal wieder völlig veränderten, einen interessanten Bericht zu veröffentlichen.

Manchmal ändern sich die Voraussetzungen – doch die Ziele bleiben die gleichen

Ich hatte in diesem Jahr viele Pläne. Es standen einige Herausforderungen und wundervolle Veranstaltungen auf dem Jahresplan. Neue Ziel sollten erreicht und wieder einmal zahlreiche Grenzen überschritten werden.

Doch ein positiver Schwangerschaftstest, den ich in meiner vierten Arbeitswoche bei meinem neuen Arbeitgeber machte, stellte von jetzt auf gleich alles auf den Kopf.

Schnell war mir klar, dass ich vor allem die großen Geschichten, die die mich wirklich an meine Grenzen bringen, vergessen kann. Das war alles andere als leicht für mich.

Ich überlegte eine Weile, was ich noch auf dem Schirm behalten kann und was nicht…

Lange Distanzen in moderatem Tempo sollten kein Problem darstellen, ich überlegte sogar noch kurz, ob ich zum Ironman 70.3 an den Start gehe oder nicht. Aber ganz ehrlich, ich bin so eine schlechte Schwimmerin, allein das wäre für meinen Körper alles andere als ein Kinderspiel geworden. Unser Wochenende auf Mallorca wurde also schnell gestrichen.

Auf den eigenen Körper hören – er weiß es am Besten

Alle Marathons blieben aber zunächst auf dem Plan. Auch alle Hindernisläufe. Selbst den Ultramarathon habe ich nicht gestrichen. Ich wusste, dass ich meinen Körper beim Laufen absolut kenne und war mir sicher, dass ich jedes Zeichen deuten kann und mich auf meine Instinkte verlassen konnte.

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Ähnlich sah es im Krafttraining aus. Auf das EMS-Training, musste ich sofort verzichten. Alle anderen Trainingsmethoden blieben zunächst auf dem Trainingsplan. Beim Training mit Gewichten reduzierte ich diese Stück für Stück. Beim Training mit dem eigenen Körpergewicht, habe ich jeden Monat gemerkt, dass der Körper nun mal auch schwerer wird. Bestimmte Muskelgruppen wollte ich auch gar nicht mehr trainieren. So zum Beispiel die gerade Bauchmuskulatur. Also sind einfach die Übungen raus gefallen, die diese zu sehr beanspruchten.

Man spürt genau, wann man NEIN sagen muss

In den ersten Monaten wollte ich auch die Hindernisläufe, auf die ich mich so ziemlich am meisten freute, auf dem Jahresplan behalten. Leider musste ich aber gleich zu Beginn der Schwangerschaft auf das Braveheartbattle verzichten. Ich kämpfte mit einer Erkältung und hatte wirklich beschissene Blutwerte. Vielleicht hätte ich diese Befunde nicht eingeholt, wenn ich nicht schwanger gewesen wäre. Dann wären vielleicht der Ehrgeiz und die Lust größer als der Verstand gewesen. So siegte allerdings die Vernunft. Ich ging nicht an den Start. Und das war auch gut so, denn Benny, der sich nun ohne mich quälte, war fest davon überzeugt, dass ich sowieso aus dem Rennen gemusst hätte, weil es einfach zu gefährlich und zu extrem war. Absolut nichts für eine Schwangere.

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Aber auf geschoben ist nicht aufgehoben.

Weniger Bewegung – mehr Essen, da stimmt doch etwas nicht

Meine Trainingsumfänge wurden also Stück für Stück reduziert. Der Hunger wurde aber größer. Das ist natürlich eine ungünstige Kombination. Und wie wird es einer Frau denn dabei gehen? Richtig. Sie fühlt sich unwohl. Tja, so ging es mir auch. Ich musste langsam mit ansehen, wie meine Bauchmuskeln verschwanden. Auch viele andere Muskelgruppen waren nach ein paar Wochen schon nicht mehr so definiert, wie vor der Schwangerschaft…und das obwohl ich weiter trainierte.

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Der Körper stellt sich um. Bei jeder Frau die in anderen Umständen ist. Davor bleibt man auch als Sportlerin nicht „verschont“.

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Deshalb und weil mein Kalorienumsatz während der Schwangerschaft sehr hoch war, begann ich über einige Wochen ganz exakt Kalorien zu zählen. Ich wollte sehen, dass ich weder zu wenig zu mir nahm, noch zu viel. Und ich wollte die Kalorien, die ich zuführte, über eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu mir nehmen.

Wie gesagt, ich gab täglich, über die App MyFitnessPal, Gramm genau mein Essen ein. Ich war erstaunt, wie schnell man mit manchen Lebensmitteln die erlaubten Kalorien erreicht, ohne schon satt zu sein… Nein, ganz so schlimm war es nicht. Aber ich muss zugeben, dass es für mich nicht leicht war auf gesundem Weg, wirklich die Kalorien zu mir zu nehmen, die ich auch verbrauchte. Klar hätte ich mir schnell einen Schokoriegel oder noch ein Stück Kuchen gönnen können, aber wie schon gesagt, es sollte auf gesundem Weg sein. Und bei einem Umsatz von etwa 3000 kcal täglich ist es mir nicht leicht gefallen.

Der Jahresplan stand, der Speiseplan auch…wie war das nun aber mit der Sportsucht in MEINEN 40 Wochen?

Tja, was soll ich dazu sagen? Es fiel mir, wie schon mehrfach erwähnt, nicht leicht, mein tägliches Pensum an Sport herunter zu fahren. Aber ich habe es irgendwie geschafft, auch wenn mir das viele Menschen nicht glaubten. Ich habe das Training über die Anfangswochen zunächst auf 67% heruntergefahren. In diesem Modus habe ich gut bis Mitte Juni, also bis in den 6. Monat, trainiert. Ich ging weiter laufen, nahm weiter an Wettkämpfen teil, überwand weiter verschiedene Hindernisse und genoss auch weiter das Krafttraining.

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Aber alles nur so, wie es mir, meinem Körper und meinem Baby gut tat. Auch wenn wirklich immer wieder zahlreiche Besserwisser glaubten, mir mehr über meinen Körper und meinen Zustand sagen zu können.

Ich bin allerdings froh, nicht auf sie gehört zu haben. Warum denn auch?

Im Juli habe ich gemeinsam mit meinen Freundinnen den letzten „Wettkampf“ bestritten. Wir waren zum Obstacle Color Rush. Ein kleiner Hindernislauf mit Funfaktor. Hier tobte ich mich nochmal aus. Wohlwissend, dass es meine letzte Medaille vor der Entbindung sein wird, genoss ich den Auftritt auf der Strecke, die Führsorge meiner Freundinnen und die anerkennenden Worte anderer Teilnehmer. Mein Gummibärchen und ich hatten eine Menge Spaß.

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Lies mehr dazu: Ein sportliches Wochenende unter Mädels…

Danach wurde das Trainingspensum weiter reduziert. Meine Kundinnen mussten ebenfalls teilweise ihren Trainingsplan ändern lassen. Ich konnte einfach keine Hanteln mit 30 Kilo und mehr zureichen. Ich konnte auch keine großen Sprünge mehr machen, keine Berganläufe usw. Wir verzogen uns zum größten Teil in unseren Trainingskeller und wichen auf Laufband und TRX-Bänder aus. Bei den heißen Temperaturen im August und September war das auch gar nicht schlecht.

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In der 34. Woche stellte ich das Laufen dann komplett ein. Es folgten unendlich viele Kilometer, die das Gummibärchen und ich im Spaziermodus zurücklegten. Ich gebe zu, manchmal haben wir uns auch über Baumstämme geschwungen, Strohballen erklommen usw. um ein bisschen Spaß zu haben 😉

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Zu gern stieg ich auch noch auf mein Fahrrad. Mein Fitnessbike war aufgrund der Körperhaltung nicht mehr das bequemste, aber auf dem Mountainbike fühlte ich mich bis zum Schluss pudelwohl. Und so bin ich auch wirklich bis zum Schluss auf dem Rad unterwegs gewesen. Viele Leute wollten mir auch erklären, wie gefährlich das ist. Ich könnte stürzen und mir und dem Kind schaden. Ja, liebe Leute – ich könnte aber auch die Treppe herunter fallen, von einem Auto angefahren werden oder von einem Baum erschlagen werden, wenn ich bei Wind spazieren gehe.

Wie man gesehen hat, hat mich die Kritik kein Ding gestört. Geradelt wurde bis zum Schluss. Selbst als ich über den Termin war, bin ich noch auf meinem Drahtesel zum CTG gefahren.

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Bis zur 40. Woche habe ich auch meine Kundinnen weiter gescheucht. Und die müssen sich nie allein quälen. Einen großen Teil des Trainings mache ich mit. Auch wenn die eine oder andere hin und wieder Angst hatte, dass sie noch Geburtshilfe leisten muss 😉

Würde ich also alles wieder so machen?

Ja, das würde ich. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich meine Schwangerschaft so sportlich erleben konnte. Es hat weder mir, noch unserer gesunden kleinen Prinzessin geschadet. Wir erlebten 41 sportliche Wochen und eine schnelle Geburt.

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Unsere Tochter durfte schon im Bauch unzählige Halbmarathons, 2 Marathons, einen Ultramarathon, zwei Hindernisläufe, viele viele Stunden an den TRX-Bändern, viele Stunden im Langhanteltraining, unzählige Seilsprünge, hunderte Kilometer Rad, einige Kilometer auf den Skates und gefühlte tausend Stunden spazieren gehen. Und darauf sind wir alle ziemlich stolz.

Mein Tipp an die werdenden Mamas, die hin und hergerissen sind…

Hört auf euren Körper. Ihr allein könnt und dürft darüber entscheiden, was in eurer Schwangerschaft möglich ist und was nicht. Lasst euch nicht rein reden.

Lest auch einfach nochmal diese Zeilen, in denen ich schon auf die Trainingsmöglichkeiten während der Schwangerschaft eingegangen bin.

Wie ist das nun eigentlich mit dem Sport in der Schwangerschaft

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 Sport frei, ihr Lieben 🙂

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In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit den Prototypen von Jobu´s zu testen. Versprochen wurde mir ein System, das die Schnürsenkel sicher in Position hält und so die ursprüngliche Spannung bestehen bleibt.

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Klingt gar nicht verkehrt, dachte ich mir…

Zunächst musste ich die kleinen Schnallen aber erstmal anbringen. Eigentlich ist das ganz einfach, sieht auf der Beschreibung aber wirklich kompliziert aus. Nach ein paar Minuten hatte ich den Dreh raus und meine Schuhe bzw. meine Schnürsenkel waren fest.

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Es konnte also losgehen…

Ich habe das System bei drei verschiedenen Aktivitäten getestet – während eines kleinen Workouts, beim Spazierengehen und beim Laufen. Und ich muss sagen, ich hatte bei keiner der Aktivitäten Probleme mit offenen Schuhen oder ähnlichem.

Das Workout bestand aus leichten Übungen. Squats, Liegestütz, Planking etc. Ich habe, Wochenbettbedingt, auf Seilspringen, Boxjumps und andere Übungen mit Sprüngen verzichtet. Es war also für die Jobu´s nicht wirklich schwer die Schnüren an ihrem Platz zu halten.

In den letzten Wochen bin ich viele, viele Kilometer mit dem Kinderwagen spaziert. Ich habe an allen trockenen Tagen Turnschuhe mit den Jobu´s getragen und muss zugeben, ich hatte nie offene Schnürsenkel. Egal ob ich über Wiesen spazierte, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Die kleinen Schnallen machten einen guten Job.

Seit zwei Wochen laufe ich nun auch wieder. Stück für Stück habe ich zunächst die 10 Kilometer Marke geknackt. Nun ja, auch hier hatte ich die Jobu´s an den Schuhen und auch dabei hatte ich keine Probleme mit offenen Schnüren.

Man kann also sagen, dass die kleinen Teile halten, was sie versprechen.

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Allerdings frage ich mich, ob eine doppelte Schleife nicht den selben Effekt erzielt!? Ich bin bis jetzt alle Läufe, vom schnellen Zehner über den Halbmarathon bis hin zum Marathon und Ultramarathon mit einer Doppelschleife gelaufen und musste noch NIE pausieren, um meine Schuhe neu zu schnüren.

Auch bei allen andern Sportarten, macht es mir nichts aus, einfach eine doppelte Schleife zu binden.

Ich würde mir die Jobu´s also nicht wirklich selbst kaufen. Ich weiß aktuell auch noch nicht, was sie kosten werden. Farblich abgesetzt bilden sie vielleicht einen kleinen Hingucker, aber das ist dann wirklich nur etwas für´s Auge.

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Fazit: Die Jobu´s wirken, wie sie wirken sollen, sind aber für mich persönlich einfach ein Zusatz den man kaufen kann, aber sicher nicht muss.

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Es gibt eigentlich kaum einen Eintrag einer werdenden Mama, die sich in sportlicher Pose zeigt, der in den sozialen Netzwerken (vor allem auf Facebook), nicht auch mit negativen Kommentaren zugeschüttet wird.
Sei es in Laufgruppen oder anderen Fitnessgruppen. Die Bereitschaft negative Kommentare zu verfassen und die Schwangeren zu beschimpfen und zu kritisieren ist leider sehr hoch.

Deshalb hier – ein paar Fakten…

Glaubt man der aktuellen Forschung und zahlreichen Studien, ist man lange weg von der Einstellung, dass sich werdende Mütter ausgiebig schonen und ihre gewohnten Bewegungsabläufe radikal einschränken müssen. An dieser Stelle rede ich von Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft intensiv Sport getrieben haben. Selbst Leistungssportlerinnen trainieren oft auf einem sehr hohen Niveau weiter.

Unterstützt wird diese Entwicklung unter anderem von einer aktuellen Studie der Johns Hopkins University, wonach selbst ein intensives Training keine negativen Auswirkungen auf das Ungeborene oder den Verlauf der Schwangerschaft hat.

Wer dabei ein paar einfache Regeln beachtet kann bis zur Geburt nicht nur sich, sondern auch gleich sein Baby fit halten.

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Beginnen wir mit dem Wichtigsten – dem Baby im Bauch!

Egal was wir machen, wie und wo wir Mamis uns bewegen, das Baby im Bauch macht mit. Nun fragen sich sicher viele, welche Auswirkungen das Training auf den kleinen Bauchbewohner hat. In einem Interview mit Spiegel erklärt die Diplom-Psychologin Marion Suplrizio, Leiterin des Informationsportal „Sport und Schwangerschaft“ der Deutschen Sporthochschule Köln, dass die normale Herzfrequenz des Ungeborenen bei 140 Schlägen pro Minute liegt. „In einer Studie wurde festgestellt, dass der Babypuls nach der Belastung der Mutter im Schnitt bei 160 liegt, sich aber relativ schnell wieder beruhigt. Im Prinzip macht das Kind also eine kleine Trainingseinheit mit.“

Fakt ist, was lange als gefährlich für unsere ungeborenen Gäste galt, wird in der Zwischenzeit längst als sinnvoll und wichtig gesehen und sogar empfohlen.

Die Gründe dafür sind sehr vielseitig, liegen aber eigentlich klar auf der Hand:

Durch das fortführen des Trainings verringert sich die Gewichtszunahme unter der Schwangerschaft, Schwangerschaftsdepressionen treten weniger auf, das Risiko an einer Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken geht zurück, Rückenbeschwerden wird vorgebeugt oder gehen zurück, außerdem werden Wassereinlagerungen geringer – die werdende Mama ist rundum fitter.

Vorausgesetzt natürlich immer, dass es dem Baby und der Mama gut geht.

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Was es allerdings zu beachten gilt…

Walking, Radfahren, Schwimmen…das zählt alles zu moderatem Ausdauersport, was absolut zu empfehlen ist. Aber auch Yoga, Pilates und leichtes Krafttraining sind Sportarten, die ohne schlechtes Gewissen durchgeführt werden können. Es spricht sogar auch rein gar nichts gegen ein kleines Workout für den Bauch. Im Gegenteil – die Bauch und Beckenbodenmuskulatur während, insbesondere aber auch nach der Schwangerschaft zu stärken, ist sogar sehr zu empfehlen.

Was jedoch beachtet werden sollte (!!!) – nach der 20. Schwangerschaftwoche, sollten diese Muskelgruppen nicht mehr dynamisch sondern statisch trainiert und belastet werden. Das heißt, statt Crunches und Situps müssen Halte- und Stabilitätsübungen durchgeführt werden. Man sollte also Übungen wählen, bei denen die Bauchmuskulatur durch reines Anspannen trainiert wird. Die seitliche und schräge Bauchmuskulatur darf und kann wie gewohnt weiter geformt und trainiert werden.

Was am Ende der Bauch der werdenden Mama zulässt liegt aber ganz daran wie fit die Schwangere ist und wie sie damit zurechtkommt. Sportliche Mamis dürfen sich ruhig intensiver belasten. So dürfen gewohnte Laufrunden gedreht, das Volleyballspielen fortgeführt und der Stepkurs weiter besucht werden. Wir dürfen weiter schwitzen und unseren Körper diese gewohnte Belastung auch zumuten.

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Schwangere Mütter, die allerdings gerade erst begonnen haben Sport zu treiben, sollten jedoch Sportarten mit hohen Aufprallkräften und Sprüngen meiden. Auch Sportarten in denen sie auf „Gegner“ treffen, sollten gemieden werden.

Sportarten, die Grundsätzlich ein sehr hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen sollte jedoch von Sporterfahrenen genauso gemieden werden, wie von Neueinsteigerinnen. Dazu zählt man zum Beispiel das Skifahren, Reiten, Kampfsport und leider auch das Inlineskaten.

Aber auch hier muss jede Mama für sich entscheiden, wie sicher sie sich in dieser Sportart bewegt. In unserem Dorf ist eine werdende Mama ohne Probleme bis zum Ende ihrer Schwangerschaft geritten. Warum auch nicht, sie macht dies seit dem sie denken kann. Ich selbst stelle mich immer noch auf meine Skates, denn ich auf diesen entscheide allein ich, wie schnell ich fahre, welche Wege ich bevorzuge… Es kann niemand einwirken und mich verletzen, wie es beispielsweise im Kampfsport oder auf der Skipiste ist. Allerdings ist auch bei noch so erfahrenen und vorsichtigen Fahrerinnen kein Sturz ausgeschlossen, darüber sollte man sich immer im Klaren sein.

 
Doch wie es eben ist, bestimmt nicht nur die Fitness der Mutter das Training in der Schwangerschaft

Nicht jede Frau ist gleich und genauso wenig jede Schwangerschaft. Vielen werdenden Mamas vergeht zum Beispiel in den ersten Monaten die Lust am Sport. Der Grund – die tägliche Auseinandersetzung mit der Übelkeit. Doch nach dem dritten Monat ist dies meistens wieder im Grünen und so eigenen sich die Monate vier bis sechs besonders gut, um sich zu bewegen, zu reisen, einfach aktiv zu sein. Ist die Mama in dieser Zeit fit und fühlt sich wohl, sportelt es sich also recht gut.

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Jedoch sei  auch immer zu beachten, dass die Gelenke und Bänder durch das Schwangerschaftshormon Gestagen gelockert sind. Dieses Hormon macht das Becken flexibler und bereitet es so auf die Geburt vor. Eine gute Sache der Natur. Für uns Mamas heißt das aber auch, dass wir vorsichtiger sein müssen, weil einfach der gesamte Bewegungsapparat instabiler und damit verletzungsanfälliger ist. Die richtigen Schuhe und die passende Ausrüstung sind also besonders wichtig.

Spätestens im letzten Schwangerschaftsdrittel sorgen dann aber wieder ganz andere Gründe dafür, dass der Umfang reduziert wird. Der Bauchumfang wächst und das Ungeborene wird größer und schwerer. Dies führt natürlich zu einer starken Mehrbelastung für die Mutter. So kommt es häufig vor, dass nach dem Training die Knie brennen oder das Becken (vor allem die Symphyse) schmerzt. Läuferinnen wechseln dann am besten das Tempo und den Laufstil. Man sieht sie dann häufiger walken statt laufen 🙂

Radfahren, schwimmen und Auqajogging sind jedoch Ausdauersportarten, die einen Teil des Körpergewichts abnehmen und somit häufig bis zum Schluss durchgeführt werden können.

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Und zum Schluss – bleibt noch die Geburt

Es wurde längst belegt, dass es ein Märchen ist, dass Sportlerinnen eine schwierigere Geburt erleben als Frauen, die keinen Sport treiben. Mamas, die in der Schwangerschaft auf ausreichend Bewegung achten bringen häufig Kinder zur Welt, die weniger groß und dick sind, was die Geburt natürlich erleichtert.
Außerdem ist eine Geburt immer eine Höchstleistung, auf die trainierte Frauen natürlich besser vorbereitet sind als untrainierte.

„In einer Studie konnten wir zeigen, dass sportliche Frauen nicht weniger Schmerzen dabei haben, aber weniger Schmerzmittel sowie geburtshelfende Eingriffe benötigen und zudem die körperliche Anstrengung besser wegstecken.“ weiß Marion Sulprizio.


Man muss am Ende aber immer selbst entscheiden und wissen wie man sich während der Schwangerschaft fit hält

Es gibt, wie man merkt keine klare Linie, die wir gehen können. Es wird immer Unterschiede geben. Von Frau zu Frau, von Kind zu Kind und natürlich von Schwangerschaft zu Schwangerschaft.

Während ich bei meiner ersten Tochter komplett auf das Laufen verzichtete, habe ich es in dieser Schwangerschaft bis zur 30. Woche durchziehen können. Die Große wurde zu diesem Zeitpunkt als zu klein gemessen, was eine Schonung hervorrief. Das ist dieses Mal zum Glück nicht der Fall. Das Gummibärchen wächst und gedeiht, ist zwar schlank aber sehr fit und läuft gut zwischen unterer und mittlerer Perzentile. Doch auch dieses Mal wird nach der 30. Woche der Schongang eingelegt.

Wir werden nun auch walkend statt laufend und mehr auf dem Rad oder im Schwimmbad unterwegs sein, als in den letzten Wochen und Monaten.

Man merkt selbst am besten, wann der Punkt erreicht ist, an dem man das Pensum verringert und wie in den Zeilen weiter oben schon geschrieben, setzt man sich mit dieser Verringerung häufig in den letzten Wochen vor der Geburt auseinander.

Ich bin sehr glücklich, froh und dankbar, dass ich bis jetzt meine große Leidenschaft – das Laufen, weiter führen konnte und freue mich schon wie verrückt auf die erste Tour mit Kinderwagen IN LAUFSCHUHEN. Doch jetzt startet erst einmal meine kleine Laufpause 🙂

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Was ich noch loswerden wollte…

Ich wünsche mir, dass auch alle Kritiker so ehrlich sind und einfach mal einsehen, dass es ein generelles DAS IST NICHT GUT FÜR EINE SCHWANGERE nicht gibt. Ihr wisst nicht, was der Mama gut tut und was nicht. Also nehmt euch doch einfach einmal zurück. Lasst den Muttis, die ohnehin in den Wochen der Schwangerschaft auf Vieles verzichten müssen, wollen und dürfen, doch das was sie können und gern machen – ihren Sport! In einem Umfang, den sie sich selbst wählen und leisten können.

Hört doch einfach auf euren Unmut, vielleicht teilweise euren Neid oder einfach nur die Lust des Meckerns an den Frauen auszulassen, die einfach auch während der Schwangerschaft stark und am Ball bleiben wollen.

So, fertig 🙂

Achso, viele Anregungen und Informationen zu diesem Bericht habe ich nach langer Recherche im Internet auf SpiegelOnline gefunden.

 

 

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Warum, wieso, weshalb, ich mich mit meinen Mädels auf nach Essen gemacht habe, habe ich bereits in einem Artikel geschildert. Bleiben also mehr Zeilen, die ich unserem schönen Wochenende im Pott widmen kann.

Am Samstag ging es früh kurz nach 10 Uhr los. Die Kinder waren unter, teilweise schon am Vortag „verkauft“, so dass wir ohne großen Verzug starten konnten. Einen kleinen Verzug gab es allerdings, da sich so ein frecher Vogel direkt über Wendys Kopf austoben musste. Aber das soll ja Glück bringen.

Wie gesagt – wir konnten ziemlich pünktlich starten und kamen damit auch pünktlich 14 Uhr in Essen an. Die Unterkunft war schnell gefunden und die Zimmer bezogen. Auch Nathalie und ihre Freundin Anastasia standen kurze Zeit später vor der Tür. Wir hatten also, wie geplant, noch ausreichend Zeit für eine Tour, auf der wir Essen und Umgebung erkunden wollten.

Zunächst sah es so aus, als würden wir keine Fahrräder mehr bekommen können. Doch mit ein bisschen Verhandlungsgeschick und dem Versprechen, die Räder am nächsten Morgen um 10 Uhr wieder abzugeben, hatten wir dann doch fünf Bikes auf denen wir uns auf den Weg machen konnten.

Shopping, Natur und Bewegung… so kommt jeder auf seine Kosten

Wir Mamas hatten uns eigentlich für die schöne Tour durch die Natur entschieden, die uns zum und um den Baldeneysee führen sollte. Die zwei jungen Weibsen hatten aber andere Vorstellungen. „Och, wir wollten shoppen!“

Also planten wir ein bisschen um. Zunächst entschieden wir uns für die Nord-Tour, die in der Innenstadt endete. Hier genossen wir schöne Waffeln und Eis und die Mädels kamen auch auf ihre Kosten. Mit unseren Einkaufstüten, die zum Glück so klein waren, dass sie auf die Gepäckträger passten, machten wir uns dann aber doch auf den Weg Richtung See. Dort wollten wir uns eine schöne Location am Ufer suchen und den Abend ausklingen lassen.

Unterwegs mussten wir feststellen, dass Essen auch kleine Anstiege hat. Die fuhren sich „wunderbar“ mit unseren schweren Rädern. Aber jammern wollte keine von uns und so nahmen wir die kleinen Anstrengungen ohne Murren hin.

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Nach etwa 40 Minuten erreichten wir den Baldeneysee. Nachdem wir von der Innenstadt alles andere als überzeugt waren, genossen wir hier den schönen Blick und freuten uns, dass ein Radweg um den See führte. Auf der anderen Seite sahen wir nämlich schöne Restaurants, die zum gemütlichen Abend einluden.

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Hier stärkten wir uns und brachen kurz nach 23 Uhr in Richtung Pension auf. Dank Google-Maps fanden wir uns auch im Dunkeln zurecht und so kamen wir nach 45 Radkilometern dann auch 0:00 Uhr an unserer Pension an.

Da wir am nächsten Tag erst in der 14 Uhr Gruppe starteten, konnten wir ohne schlechtes Gewissen in aller Ruhe zur Ruhe kommen.

Ruhe…naja, wir Dorfkinder definieren das etwas anders. Der Lärm der „großen“ Straße, die Straßenbahn, betrunkene Menschen…das sind wir nun Mal nicht gewohnt. Bei uns ist nachts Ruhe.

Run and Fun – auf zum Color Obstacle Rush in Essen 

Am nächsten Morgen machten wir uns 10.30 Uhr, dank eines leckeren Frühstücks ausgiebig gestärkt, auf den Weg zur Traprennbahn. Nur neun Minuten Fahrt. Wir hatten also genug Zeit uns umzusehen und zu schauen, was auf uns zukommt.

Vor Ort sahen wir schon viele bunt und lustig gekleidete Läufer. Gut, eigentlich hauptsächlich Läuferinnen. Das Verhältnis ist hier genau entgegengesetzt zu dem der sonstigen Hindernisläufe. Massig Mädels im Tutu, bunten Socken, scharfen Sonnenbrillen, lustigen Haarreifen… Alles sah nach viel Fun und Party aus.

Wir besorgten uns fix unsere „Starterpakete“. Naja, was heißt Starterpakete – wir nahmen unser Armband, durch das die Startgruppe gekennzeichnet war und unser T-Shirt entgegen. Mehr gab es nicht. Alles Weitere hätte man gegen gutes Geld erhalten können.

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Am Auto sprangen wir in unsere Outfits und suchten uns anschließend ein schattiges Plätzchen, um das aktuelle Geschehen auf der Strecke zu beobachten. Wir stellten fest, dass es kaum jemanden gab, der lief. 95% der Starter gingen auf der Strecke spazieren. Wir sahen auch keinen Start- oder Zielbogen, wie man es sonst gewohnt war. Hm…

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Wir waren uns jedoch alle fünf einig – wir laufen! Wenn auch entspannt, aber wir laufen.

Pünktlich 13.45 Uhr begaben wir uns zu unserem WarmUp. Ich muss zugeben, ich meide das sonst. Zusammen mit den Mädels hat das Abhotten dann aber doch wirklich Spaß gemacht. Wann tanzt man schon nochmal zu Rednex – Cotton Eye Joe!?

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Weiter ging es zum Start, der sich hinter abgesperrten Bauzäunen befand. Der Start war auch gleich das erste Hindernis. Immer in dreier Gruppen wurden die Teilnehmer auf die Strecke gelassen. Da wir einige Verrückte Menschen sahen, machten sich die Mädels gleich Sorgen um das Gummibärchen. Ich wurde mit den Mamas auf die Strecke geschickt und nach uns Nathalie und Anastasia. So konnte niemand von hinten kommen und mich umhauen. 😉

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Wir sprangen auf den Hindernissen herum wie kleine Kinder, aber ich glaube das gehört dazu. Immer wieder bekamen wir das Farbpulver entgegen geschmissen, worüber wir uns ebenfalls freuten wie kleine Mädchen. Je bunter, desto besser.

Aber es ist doch ein RUN!

Zwischen den Hindernissen liefen wir mit einer angenehmen Pace um die 5:45 km/min. Ich glaube alle anderen schauten uns hier und da fragend an. „RUN!“ riefen wir. „Es ist ein RUN!“.
Die Strecke umfasste nur fünf Kilometer. Eigentlich schafft man diese auch ohne Trinken. ABER, die Wärme und das Farbpulver, das einen im Hals kratzte, ließen uns nach knapp zwei Kilometern dann doch Durst bekommen. Leider war die Versorgung auf der Strecke – vorsichtig ausgedrückt: „Einfach ein Witz!“. Ein Wasserkanister, vor dem bereits eine 15 Meter lange Schlange war. „Ach, so dringend ist es dann doch nicht!“ Da waren wir uns schnell einig. Also liefen wir weiter.

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Über Rutschen, durch Tunnel, über kleine Kletterburgen… Wie im Hüpfburgenparadies. Nur leider ohne Wasser und Seifenblasen.

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Nachdem wir einen weiteren Kilometer hinter uns gelassen hatten, gab es auf der Strecke dann doch einen kleinen Tisch, auf dem es noch ein paar Wasserflaschen gab. Wir befüllten uns die Becher und konnten endlich das Pulver im Mund und Hals herunterspülen.

Es ging weiter. Nun lagen noch Hüpfbälle vor uns. Ja, irgendwie ein bisschen lächerlich, aber nun gut. Am nächsten „Hindernis“ mussten oder besser gesagt durften wir uns bewerfen. Mit Wasserbomben. Jeder Läufer bekam – jetzt bitte alle festhalten – EINE Wasserbombe, die gegen den Zaun geschmissen werden sollte. Wenn der Läufer auf der anderen Seite Glück hatte, bekam er vom Wasser sogar was ab.

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Ein paar hundert Meter weiter gab es dann eine kleine Schaumparty. Das war schön! Hier spülte sich nur leider die bisher gesammelte Farbe ab. Doch zum Glück mussten wir anschließend durch die blaue Hölle. Über den blauen Boden robbend wurden wir von oben mit ordentlich Pulver beworfen, dass wegen der nassen Haut nun richtig klebte. Jetzt war uns klar – alle die wir sahen, die nicht von oben bis unten blau waren, mussten dieses Hindernis ausgelassen haben.

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Unser Gummibärchen wurde jetzt Schlumpfine getauft. So blau war meine Kugel…

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Diese Station war eigentlich die letzte, die wirklich spektakulär war. Es folgen noch zwei drei Hindernisse die sich wiederholten und dann waren wir nach der letzten Rutsche plötzlich im Ziel, das sich wieder auf der Wiese vom WarmUp befand.

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Hinter uns lagen fünf Kilometer und 15 Hindernisse. Wir planten dafür eine Stunde ein, waren aber leider schon nach 40 Minuten im Ziel.

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Hier hatten wir Glück. Es gab noch ein paar wenige Flaschen Wasser. Die Versorgung war einfach ein NO GO!!!

Um das Ganze abzuschließen – wir hatten ein schönes Wochenende mit einem Lauf, den wir alle so nicht kannten. Wir wussten nicht, was uns erwartet. Allerdings hätte ich mich wirklich geärgert, wenn wir nur wegen des Laufs nach Essen gefahren wären. Für diesen hätte es sich nicht wirklich gelohnt. Dafür war die ganze Geschichte noch zu wenig gereift. Alles machte den Eindruck noch recht frisch zu sein. Angefangen von der Ausgabe der Shirts, über die Verpflegung an der Strecke, die gewählten Hindernisse bis hin zum Finish, das man kaum als Ziel wahrgenommen hat. Lustig und entspannt, aber nichts für ambitionierte Läufer.

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Unser nächster Ausflug wird sicherlich wieder toll. Aber dann soll die sportliche Herausforderung etwas größer sein, da sind wir uns einig 🙂

 

 

 

 

 

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…so wird unser Wochenende!

Yes, jetzt ist es endlich soweit. Wir machen uns auf dem Weg nach Essen. Aber was wollen wir dort? 🙂

Ich liebe Hindernisläufe, das wissen jetzt langsam alle Leser. Ich liebe außerdem das Laufen in Gesellschaft. Auch das wissen die Meisten von euch. Und ich liebe meine Freunde – das wissen meine Freunde 🙂

Dieses Wochenende habe ich die Möglichkeit alles unter einen Hut zu bekommen.

Doch beginnen wir von vorn…

Vor langer langer Zeit fragte mich eine Freundin über Facebook, ob ich nicht einmal Lust hätte an einem Colorrun teilzunehmen. Klar, warum eigentlich nicht. Allerdings haben wir es nie geschafft diesen Lauf gemeinsam zu planen. Leider…

Es verging eine Weile, dann kam der 18. Geburtstag meiner kleinen Schwester. Natürlich wollte ich ihr etwas Besonderes schenken. „Sie freut sich sicher über einen Gutschein für einen Hindernislauf.“ Gesagt getan. Sie bekam einen. Ganz ohne Plan – ich wollte nur mit ihr starten. Ihre Freude darüber – naja, die hielt sich in Grenzen. Aber ich blieb am Ball 🙂

Im Frühjahr diesen Jahres wurde ich dann auf den Color Obstacle Rush aufmerksam. Hindernisse, Seifenblasen, Farbe und laute Musik. Hm…das war der perfekte RUN für meine Schwester. Schnell hatte ich sie überzeugt 🙂 Und das Beste – nicht nur sie. Ich konnte auch gleich zwei wundervolle Freundinnen von dem Lauf begeistern und mit ins Boot nehmen.

Ratz fatz war alles klar und wir waren als TEAM FITNESS-MAMA angemeldet.

Drei Mamas, zwei Studentinnen…und alles Läuferinnen! Wir sind ein super Team!

Jetzt machen wir uns dieses Wochenende also auf den Weg nach Essen, wo ich die Chance habe meine Besten von der besten Art zu laufen zu überzeugen. Wenn auch ohne Schlamm, dafür mit extrem viel Farbe. Aber Abstriche muss man eben machen 😉

Ich möchte euch noch kurz meine Mädels vorstellen:

WENDY – unsere Läuferin, die richtig aufdrehen kann und sehr gern den einen oder anderen Pokal mit nach Hause bringt. Seit mehr als 16 Jahren stehen wir uns als Freundinnen zur Seite.

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JENNY – sie ist einfach immer mit dabei. Warum? Weil sie nicht nein sagen kann. Unsere Tussi, die hinter der Fassade alles andere als das ist. Ein echtes Powerweib und eine wundervolle langjährige Freundin.

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NATHALIE – meine kleine Schwester und unser kluger Kopf in der Runde. Gern nimmt sie Herausforderungen an und hat mit mir gemeinsam schon viiiiiiele Höhenmeter überwunden. Ich liebe sie!

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ANASTASIA – sie ist die Freundin von Nathalie und wird uns allen in Essen vorgestellt. Wir freuen uns, dass auch sie das Team unterstützt.

UND ICH ich bin aktuell die Kuller und sicher die Bremse in der Runde. Aber das Ding lasse ich mir nicht entgehen. Und wenn ich derzeit nicht im Schlamm kriechen darf, dann rolle ich eben über Hüpfburgen 😉

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Freut euch auf ein fotoreiches Wochenende mit uns, denn es werden sicher einige tolle Schnappschüsse gemacht!

Ihr wollt mehr zum Event erfahren, dann klickt doch einfach mal hier:

Color Obstacle Rush Essen

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Fußballer kennen es sicher. Das Training in dem auf kleine Übungen immer wieder ein Sprint folgt. Am Besten diagonal über den Sportplatz .

Gestern war ein wundervoller Start in die neue Woche. Gleich nach dem Aufstehen startete ich in ein Personal Training mit einer Kundin, deren vorraniges Ziel die Gewichtsreduktion ist. Sie ist fit, denn wir trainieren seit einigen Wochen gemeinsam. Eine regelmäßige Anpassung des Trainingsplanes, mit immer komplexeren und schwierigeren Einheiten sind ihr entsprechend bekannt. So gab es auch gestern wieder ein neues Workout mit knackigen Sprints für sie.

Und für alle die es nachmachen wollen, gibt´s nun die Anleitung dazu:

Wir beginnen immer mit einer Aufwärmung. In der Regel laufen wir uns 15 Minuten mit einer Herzfrequenz um die 130 bis maximal 140 BPM ein.

Dann geht es in die Vollen…

Es folgen vier Übungen die jeweils über fünf Sätze zu 30 Sekunden mit jeweils 15 Sekunden Pause durchgeführt werden. Nach jedem Block folgt ein Sprint zum Mittelpunkt des Platztes, an dem Jumping Jacks (quasi die fünfte Übunng im Workout) über die Dauer von 60 Sekunden geleistet werden. Im Anschluss wird zum nächsten Eckpunkt des Feldes gesprintet.

Nach der Übung geht es wieder in den Sprint zum Mittelpunkt und so setzt sich das ganze Workout fort.

Unsere Workout bestand gestern aus folgenden Übungen:

1. Push-Up Zügen (Ihr begebt euch in Liegestützposition, haltet diese und zieht die Hände abwechselnd zur Brust)

2. Bicycle (klassiches Radfahen am Boden)

3. Lunge-Jumps (Wechselsprünge im Ausfallschritt)

4. Front-Planking

5. Jumping-Jacks (quasi zügige Hampelmänner mit kompletter Körperspannung)

 

Viel Spaß im Training 🙂

 

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Wenn ich eines liebe, dann sind es PANCAKES in all den verrückten Varianten die es gibt. Auf dem Rummel und im Ulraub im Hotel zum Frühstück eher die ungesunde Alternative, zu hause allerdings immer kontrolliert gesund 🙂

Heute konnte ich für mich allein kochen. Kein kleiner Schmetterling, kein nörgelnder Ehemann – nur ich, meine Bioprodukte und der Herd. Und der Heißhunger schrie nach Pancakes. Also legte ich los, kramte zusammen, was ich in meinem Zauberfach fand und zauberte mir die leckersten Pfannkuchen, die ich je in meiner Pfanne zubereitet habe.

Deshalb gibt es für euch natürlich auch das Rezept.

Für den Teig:

1 Bio-Ei (von der Nachbarin)
1 Bio-Banane (geschält und mit der Gabel zerdrückt)
50 g Buchweizenvollkornmehl (dmBio)
50 ml Kokosmilch
1 TL Backpulver
1/4 TL Zimt
1 Prise Salz
2 TL natives Kokosöl zum Anbraten

Für die Schokosoße:

1 EL natives Kokosöl
1 EL Kakaopulver
2 EL Ahornsirup Grad A (dmBio)

Zum Servieren:

Kokosraspeln, Himbeeren, Heidelbeeren…je nach Geschmack und Appetit 🙂

Und so geht´s:

Das Ei wird getrennt, das Eiweiß mit dem Handrührgerät schaumig geschlagen. Das Eigelb wird mit allen anderen Teigzutaten vermischt. Am Ende wird das Eiweiß mit einem Löffel untergehoben.

In der Pfanne erhitzt ihr das Kokosöl und gebt den Teig hinzu. Nach Lust und Laune anbraten – fertig.

Für die Schokosoße schmelzt ihr das Kokosöl und mischt das Kakaopulver unter. Schließlich fügt ihr noch den Ahornsirup hinzu.

Nach belieben dekorieren – FERTIG

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Einen Marathon mit 30 zusätzlichen Kilometern…das kann doch nicht so schwer sein. Das dachte ich mir, als ich mich letztes Jahr entschlossen habe, den Rennsteig dieses Mal über 72,7 Kilometer zu genießen.

Die anfängliche Vorbereitung lief auch super. Wochenumfänge von 70 Kilometer waren fest eingeplant und wurden durchgezogen ohne Jammern, ohne Klagen und mit viel Freude. Vor allem die langen Einheiten mit weit über 30 Kilometer waren entspannt, denn auf diesen Distanzen trainierte ich strickt meine Grundlagenausdauer. Wie gesagt, alles lief gut, alles lief nach Plan. Bis sich im Januar, etwas ungeplant, ein kleines Gummibärchen einnistete.
Ich war mir zwar sicher, dass ich weiter laufen würde, so lange es geht…aber ich wusste auch, dass ich die Umfänge deutlich einschränken muss. Und dies fiel mir anfangs gar nicht leicht. Doch Woche für Woche klappte das mit der Umfangsreduzierung besser. Bis ich jetzt am Ende bei etwa 40 Kilometer in der Woche angekommen bin.

FIT GENUG FÜR DEN EINEN ODER ANDEREN MARATHON…

Ich fühlte mich noch fit genug Marathon zu laufen. Sowohl der Kyffhäuser Bergmarathon mit 700 Höhenmetern, die damit dem Profil des Rennsteigmarathons entsprechen, als auch der Marathon in Leipzig waren kein Problem für mich, da ich beide Läufe deutlich langsamer lief, als vor der Schwangerschaft. Und da das Ganze so gut klappte, entschied ich mich schließlich, den Supermarathon auf dem Rennsteig anzugehen. Die paar Kilometer mehr werden wir schon überstehen.

ERSTE ZWEIFEL…

Doch je näher der Termin rückte, desto nervöser wurde ich. Es kam hier und da schon ein ungutes Gefühl auf. Zwei Tage vor dem Lauf bekam ich auch noch aus dem Nichts Probleme im linken Oberschenkel und Schmerzen im rechten Schienbein. Da ich keine langen Läufe mehr gemacht hatte, war ich mir sicher, dass dies reine Kopfsache sein musste. Ich blieb also dabei – ICH WERDE ZU DIESEM LAUF AN DEN START GEHEN!

AUF NACH EISENACH…

Am Freitagabend fuhr mich Benny nach Eisenach. Ich hatte mir eines der letzten Einzelzimmer in der Stadt ergattert. Wir holten noch fix meine Startunterlagen, liefen zur Unterkunft und eilten dann in ein Restaurant, denn ich hatte tierischen Appetit auf frischen Spargel.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, machte sich Benny auf den Heimweg. Der Abschied fiel mir schwer. Ich laufe IMMER lieber mit ihm zusammen. Vor allem wenn es dabei um neue Herausforderungen geht.

HOCH UND HEILIG VERSPRACH ICH, DASS ICH AUF MICH UND UNSER KLEINES GUMMIBÄRCHEN AUFPASSE!

Aber ich glaube er hätte mich trotzdem am liebsten wieder mit nach Hause genommen.

An diesem Abend tat ich nicht mehr viel. Sachen bereit legen, mich mit der Blackroll quälen und dann ins Bett fallen.  So war der Plan und so wurde es gemacht.

DIESE ZEITEN – NICHTS FÜR LANGSCHLÄFER…

Schon (oder für manch andere Starter erst) 4 Uhr klingelte der Wecker. Was für eine schreckliche Zeit. Wer mich kennt weiß, dass ich um jede Minute diskutiere, die ich länger schlafen darf 🙂 Doch ich freute mich auf das Abenteuer und kam schnell aus den Federn. Ratz fatz war ich bereit für das Frühstück. Im Speiseraum waren bereits zahlreiche Läufer, die sich ordentlich stärkten. Es gab alles, was das Läuferherz begehrt…außer Haferflocken. Wie ich dieses Frühstück genoss! Ich versuchte die Anspannung nicht zu sehr an mich heran zu lassen und ignorierte alle Versuche meines Gewissens, mich doch noch von dem Lauf abzuhalten.

In der Zwischenzeit meldete sich Silvio bei mir. Er war am Start und wartete auf mich. Jetzt wurde es also ernst. Ich flitzte die Treppe hinauf in mein Zimmer, sprang in meine Laufschuhe, packte meinen Starterbeutel, in dem zum Glück genug Platz für meinen Rucksack war, schnürte mir meinen Laufrucksack um und machte mich auf den Weg zum Start.

Dort  traf ich zunächst auf Silvio und suchte dann nach Jana, die mich ebenfalls bat, mit ihr gemeinsam zu Laufen. Also waren wir ein Trio. Beide Begleiter erwarteten von mir, dass ich den Fuß vom Gas nehme und rechtzeitig auf die Bremse drückte, so dass wir den Lauf ohne Schwierigkeiten gemeinsam genießen konnten.

 

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Wäre ich ohne Gummibärchen gelaufen, hätte ich mit einer Zielzeit um die acht Stunden geliebäugelt. Doch das musste ich nun vergessen. Meine Uhr stellte ich auf 9:49 Stunden ein. Das müssten wir hinbekommen, denn eine Pace von 8:06 min/km sollte eine Leichtigkeit werden.

UND PLÖTZLICH GING ES LOS…

Die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon auf der Strecke. Ich schaffte es nicht einmal den Start zu fotografieren.

Vor uns lagen 72,7 Kilometer und eine Höhenunterschied von 3250 Höhenmeter, von denen knapp 1900 Höhenmeter Anstiege waren.

Wir liefen durch die Fußgängerzone, bogen ab und machten uns schon jetzt auf den Weg, die ersten Höhenmeter zu überwinden. Allein auf den ersten 25 Kilometern mussten wir über 700 HM bewältigen. Die Wege waren so schmal, dass wir bereits nach knapp zwei Kilometern gezwungen wurden zu gehen. Gut, so hatte ich genug Zeit, meine Jacke auszuziehen, denn es war jetzt schon warm genug, um im Top zu laufen.

Wir folgten den anderen Läufern und kamen schließlich nach knapp sieben Kilometern auf dem Rennsteig an. Wir nahmen vorbildlich von Beginn an alle Verpflegungspunkte mit. Sonst laufe ich gern an den ersten vorbei, heute sollte das aber anders sein.

Kein Wunder also, dass das Gummibärchen schon bald auf die Blase drückte. Zum Glück kamen wir bei rund 10 Kilometern an einem Restaurant vorbei. Der Eigentümer öffnete uns, obwohl er eigentlich noch geschlossen hatte. Das war sehr nett und meine absolute Rettung.

Danach lief es sich erstmal wieder leichter.

HÖHENMETER OHNE ENDE…

Es folgte ein Anstieg dem anderen. Ich achtete konsequent auf meinen Puls und stoppte jeden Anstieg, sobald der die 160 BPM überschritt. Aber ich muss zugeben, ich lief wirklich, bis diese Pulsgrenze erreicht war. Jana, die dann teilweise anfing zu gehen, weil sie dachte ICH muss, musste sich hin und wieder anhören „Nein, zwei Beats habe ich noch!“ 🙂

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Ich weiß gar nicht mehr, ob wir auf den ersten 25 Kilometern überhaupt einmal bergab laufen durften. Es fühlte sich eigentlich wie ein kontinuierlicher Anstieg an. Aber, es lief gut und alles nach Plan.

Hin und wieder spürte ich meinen Oberschenkel, konnte den „Schmerz“ aber immer wieder weglaufen. Jana und Silvio liefen immer ein wenig voraus, warteten dann an markanten Punkten auf mich oder schlenderten bergauf gemütlich umher, bis ich wieder an ihnen dran war 🙂 In dieser Rolle war ich noch nie. Bis jetzt war ich immer die, die vorn weg lief. Aber ich muss zugeben, auch dieser Part hat was. Man fühlt sich irgendwie umsorgt. Das ist ein gutes Gefühl.

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LERNEN, DAS GANZE NICHT ALS WETTKAMPF ZU SEHEN…

Da ich nun genug Zeit hatte die Strecke zu genießen, hatte ich auch ausreichend Zeit, mit den anderen Läufern zu plaudern oder hier und da dem einen oder anderen Gesprächen zu lauschen. Es war lustig und interessant zu erfahren, wie sich jeder selbst motiviert. Manch einer hangelt sich von Zehner zu Zehner. Einer lief einen schönen Zehn-Kilometer-Lauf mit einem Bonus von 60 Kilometern. Manche liefen einen Marathon und wollten einen Spaziergang dran hängen…

Jeder, der diesen Supermarathon schon einmal hinter sich hatte, versicherte uns allerdings, dass es geschafft sei, sobald wir den schrecklichen Anstieg von 25 Kilometer hinter uns hatten. Danach müsst ihr nur aufpassen, dass ihr eure Knie nicht kaputt macht. Und dann, dann müssten wir aufpassen, dass wir nicht anfangen komisch zu singen.

Ja, so ging die Zeit eigentlich zügig um. Wir erreichten nach etwas mehr als drei Stunden schließlich den Inselsberg. Hier oben gönnte sich der ein oder andere Läufer dann auch ein Bierchen aus dem Restaurant und genoss dieses gemütlich in der Sonne. Wir hatten zwar die Ruhe weg…aber so viel Zeit wollten wir uns dann doch nicht lassen.

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Laut meiner Uhr waren wir immer noch auf Kurs, das Ziel vor zehn Stunden zu erreichen.

JEDEM HARTEN ANSTIEG FOLGEN EXTREME ABSTIEGE…oder umgekehrt!

Nun mussten wir aber erstmal ordentlich bergab. Das Ganze so steil, dass ich nicht laufen konnte. JETZT spürte ich meine Adduktoren. Aber ordentlich. So ein Mist, wo kommen die Schmerzen denn jetzt her? Ich musste also nun auch bergab gehen. Leider. Jana wusste auch nicht so recht, wie man nun am besten bergab läuft und so probierten wir die eine oder andere Technik aus. Ich hatte dies einmal in einem Laufseminar. Allerdings wusste ich nicht mehr wirklich, worauf ich achten sollte. Ein viel älterer Herr lief an uns vorbei – „Mädels, jetzt dürft ihr doch nicht gehen! Hier wird gelaufen!“ Wären wir ja auch gern…wenn wir gewusst hätten wie am besten, denn der Abstieg war wirklich extrem steil. Nun war uns auch klar, warum wir den Tipp bekamen, dass wir nach dem Inselsberg zusehen müssen, dass wir uns die Knie nicht kaputt machten. Auf gerade einmal 1,3 Kilometer ging es über 200 HM bergab. Das war schon deutlich zu spüren.

HÄRTE WIRD BELOHNT…

Unten angekommen, gab es erstmal eine schöne Stärkung bei netter Musik. Wir hatten die Grenzwiese erreicht. Silvio war auf der Suche nach einer Bratwurst. Hier hätte er sie auch bekommen. Allerdings nicht als Streckenverpflegung sondern gegen Bezahlung. So wichtig war sie aber offensichtlich doch nicht, denn die Wurst blieb auf dem Rost.

Es dauerte nicht lang und wir machten uns wieder auf den Weg. Wir lagen immer noch gut in der Zeit. Ein paar Kilometer später trafen wir die ersten, gut vielleicht auch letzten Walker auf der Strecke. Auf diesen nächsten Kilometern war die Höhendifferenz gering. Wir liefen gut durch und konnten uns nett mit dem einen oder anderen Läufer unterhalten. Ich bekam sehr viel Anerkennung und Respekt ausgesprochen. Das motivierte und rührte mich zugleich. Solche Worte sprechen nur Läufer aus, alle anderen Menschen erklären einen für verrückt, völlig irre und egoistisch. Umso mehr freute ich mich nun über die Anerkennung unter Gleichgesinnten.

Ein schönes Gefühl.

Die Zeit verging wie im Flug. Nicht lang und wir kamen an der Ebertswiese an. Was für eine wundervolle Verpflegungsstelle. Bei guter Musik genossen wir allerhand Leckereien. Von Haferschleim über Käsebrote…es war für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn mich nicht alles täuscht, konnte Sivlio hier endlich zur Wurst greifen. Wenn auch nicht zur Bratwurst.

EINSICHT UND RÜCKSICHT – JETZT ERST RECHT!

Wir hatten nun die Hälfte der Strecke geschafft. Über 1100 Höhenmeter lagen bereits hinter uns. Ich spürte an dieser Stelle schon, dass ich sicher nicht mehr lange durchhalte. Ich hatte bereits leichte Schmerzen im Becken, auch die Adduktoren brannten wir verrückt. Ich informierte meine Familie über den aktuellen Stand auf der Strecke und teilte ihnen auch mit, dass der Lauf nun deutlich härter wurde und ich über einen Ausstieg bei Kilometer 54 nachdachte. Natürlich waren alle froh zu hören, dass ich mir keinen Druck machte, die 72 Kilometer zu Ende zu laufen.

Wir machten uns nach gut fünf Minuten wieder in die Spur. Es folgte ein steiles Auf und Ab. Vom Glasberg ging es weiter zum Nesselberg und über teilweise extrem steile Anstiege hinauf zum Krämerod, den Sperrhügel bis hin zur Schmalkalder Loipe. Die teilweise langen und wirklich kernigen Anstiege verschlimmerten die Beschwerden. Auch das Laufen bergab, war in der Zwischenzeit alles andere als angenehm. Die Abstände zu Jana und Silvio wurden zwar nicht größer, da die zwei eifrig auf mich warteten, aber sie waren definitiv noch flotter unterwegs als ich. In der Zwischenzeit hatte ich das Gefühl mein Becken springt auseinander.

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TRENNUNG AUF ZEIT…

Etwa bei Kilometer 47 beschloss ich am Grenzadler auszusteigen. Ich überzeugte, mit Hilfe einer anderen Läuferin, Jana und Silvio ohne mich durchzuziehen. Zunächst wollten sie wenigstens bis zum Gernzadler gemeinsam laufen. Aber warum? Aktuell lagen wir so gut in der Zeit, dass sie immer noch knapp auf dem 10-Stunden-Kurs liefen. Das würde nicht so bleiben, wenn sie weiterhin Rücksicht auf mich und meinen Zustand nahmen. Aber wie gesagt, ich konnte sie überzeugen, ohne mich weiterzulaufen.

TRÄNEN – WAS FÜR EIN GEFÜHLSCHAOS

Als die beiden über den nächsten Hügel verschwanden und ich den kurzen Plausch mit einer jungen Mitläuferin beendet hatten, kullerten erstmal ein paar Tränen. Wie konnte ich nur so naiv sein und glauben, in der 21. Schwangerschaftswochen einen Supermarathon zu laufen. Wie konnte ich das von mir und meinem Körper und vor allem von meinem kleinen Gummibärchen verlangen? Außerdem ärgerte ich mich ungemein, dass ich den Zieleinlauf nicht genießen darf. In meinem Frust versuchte ich Benny anzurufen. Allerdings ging er nicht ans Telefon. Also suchte ich Trost bei Wendy, die gerade ihren ersten Halbmarathon in einer tollen Zeit von 1:56 Stunden hinter sich gebracht hatte. Auch sie war hörbar froh darüber, dass ich nicht gegen meinen Körper lief und mich nun für das nahe Ende entschieden hatte. Ich beruhigte mich und beschloss nun das letzte Stück vollkommen zu genießen. Ich wechselte zwischen Laufen und Gehen, wobei die Distanzen, die ich laufen konnte nun immer kürzer wurden.

Am Gustav-Freytag-Stein freute ich mich über die letzte Verpflegung vor meinem Ausstieg. Hier gab es nun auch wirklich Bratwürste. Schade, dass ich nicht sehen konnte, wie sich Silvio auf die Würste stürzte. Die Läufer und Walker, die hier pausierten, hatten absolut die Ruhe weg. Es war etwa 13 Uhr, weshalb alle definitiv vor 15 Uhr am Grenzadler sein werden.

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ENDE GUT – ALLES GUT!

Gestärkt brach ich nun auf das letzte Stück Strecke meines ersten Ultramarathons auf. Ich spürte, dass sich an meinem rechten Fuß eine Blase bildete. Immer wieder begann ich zu laufen, brach dies aber nach einigen Hundert Metern wieder ab. Schließlich entschied ich mich, den letzten Rest nun einfach zu gehen. Die Zeit war längst irrelevant und der Grenzadler definitiv vor 15 Uhr erreicht. Auf den letzten zwei Kilometern holte mich von hinten ein Läufer ein, den ich zu Beginn des Laufs schon einmal traf. Rein von der Statur her würde man nie auf die Idee kommen, dass er bereits mehrfach einen Ultramarathon gefinisht hat. Aber er zog sein Ding durch. Immer mit der Ruhe, er kommt schon vor Zielschluss an. Außerdem wusste er aus den Vorjahren, dass Läufer auch noch weit nach 18 Uhr gewertet wurden.

Wir tauschten Erfahrungen aus und unterhielten uns richtig gut. Und so dauerte es auch wirklich nicht lang, bis wir plötzlich das neue Wintersportzentrum des Rennsteigs vor uns hatten. Wir hatten also den Grenzadler erreicht. An dieser Stelle hatten wir die Möglichkeit ganz offiziell aus dem Rennen auszusteigen. Und das tat ich nun auch. Ich folgte der Beschilderung und wurde von den Helfern an der Strecke freundlich empfangen und quasi aus dem Rennen genommen. Meine Startnummer wurde notiert, meine Medaille wurde mir übergeben und ich ergatterte den letzten Platz im vollen Bus, der uns ULTRAMARATHONläufer nach Schmiedefeld brachte.

Im Bus saßen nur Männer. Ich quetschte mich zwischen sie und wollte gleich erfahren, was der Grund für ihren Ausstieg war. Von Problemen in den Knien bis hin zu mangelnder Vorbereitung war alles dabei. Mich schauten natürlich alle erschrocken an, als ich mitteilte, dass ich meinem Gummibärchen zu liebe ausgestiegen bin. Einer der Herren glaubte bis zu diesem Zeitpunkt, dass ich die Wasserblase meines Trinkrucksacks am Bauch trug. J Naja, durch die Belastung kann man schon mal ein wenig verwirrt sein.

Knapp zwanzig Minuten später erreichten wir Schmiedefeld. Es war nicht einfach aus dem Auto herauszukommen. Einmal gesessen, lässt der Körper einen plötzlich alle Belastungen doppelt und dreifach spüren. Ich musste erstmal aus meinen Schuhen heraus. An meinem rechten Fuß entdeckte ich eine riesige Blase mit einem Durchmesser von gut zwei Zentimetern. Autsch!

Es sind ja schließlich auch Laufschuhe und keine Gehschuhe!

Ich schlich durch die Menschenmengen und machte mich auf die Suche nach den Jungs der Stiftung Wadentest. Kurz hinter dem Ziel griff mich mein ehemaliger Kollege Daniel auf, der jedes Jahr für die Bergwacht im Einsatz ist. Er erzählte mir, dass hier jemand mit einem Schild herumlief, auf dem Fitness-Mama.de steht. Da wusste ich, dass Marcel nicht weit sein kann. Und wie ich mich umdrehte, stand er auch schon hinter mir.

Seine erste Frage war natürlich wo Silvio ist. Keine Angst, alles gut, er wird noch durchs Ziel kommen.

UNSERE SUPERMARATHONIS

Der Rest der Bande lungerte auch schon auf der Wiese herum. Alle 42 Kilometer hinter sich. Alle glücklich im Ziel. Gemeinsam warteten wir auf unsere beiden SUPERMARATHONIS, die kurz nach 16 Uhr mit viel Applaus von uns die Ziellinie überquerten. 72,7 Kilometer mehr Lauferfahrung und etwas mehr als 10 Stunden Dauerlauf in den Knochen standen sie stolz und glücklich im Ziel. Es war schön, sie dort zu sehen und ihnen mit viel Respekt zur tollen Leistung gratulieren zu können.

Nun waren wir komplett, nun konnten wir ein echtes Finisher-Foto machen.

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Es war ein sehr harter; aber wie erwartet toller Lauf in netter Begleitung…und im nächsten Jahr mache ich die 72 Kilometer voll, um dann vom Ultramarathoni zum Supermarathoni aufzusteigen 🙂 

 

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Wer ernährt sich nicht gern frei von Zusatzstoffen und weiß nicht gern genau, was genau er eigentlich isst? Ich vermute, die meisten unter uns wollen genau das – wissen WAS sie eigentlich essen. Ich auch! Deshalb habe ich mich jetzt selbst an einen Fitness-Riegel gewagt. Es lieft leider nicht nach Plan, aber das Resultat ist trotzdem lecker.
Und so funktioniert´s:

75g Haferflocken
75g getocknete Aprikosen (gehackt)
75g Kirschen aus dem Glas (gehackt)
75g getrocknete Gojibeeren (gehackt)
75g Kokosraspel
30g Hanfsamen
35g blanchierte Mandeln (gehackt)
25g fettarmes Milchpulver
30g geröstete Weizenkeime
75g Schokoladen-Plättchen (Zartbitter)
5EL Agavensirup
5EL Bio-Honig
75g Rohrzucker
150g Erdnussbutter

Der Backofen wird zunächst vorgeheizt, um anschließend die Haferflocken bei 150°C für 25 Minuten zu backen.

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In der Zwischenzeit werden die Aprikosen, Kirschen, Goijbeeren, Kokosraspeln, Hanfsamen, Mandeln, das Milchpulver und die Weizenkeime in einen großen Topf gegeben. Hinzukommen dann noch die gebackenen Haferflocken und die Schoko-Plättchen. Nun wird alles kräftig durchmengt.

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Der Agaven-Sirup, Honig und Rohrzucker werden in einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht und anschließend die Erdnussbutter hinzugefügt.

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Anschließend werden beide Massen miteinander vermengt.

Die komplette Riegel-Masse wird am Ende noch auf einem Blech, das mit Butter ausgestrichen wurde, verteilt und abgedeckt. Nach vier Stunden Ruhezeit könnt ihr euch euer Werk schmecken lassen.

Wie schon gesagt, mir ist ein kleiner Fehler unterlaufen. Ich hatte die komplette Masse erhitzt. Nun sind meine Riegel zwar lecker, aber sie werden nicht fest. Aber egal…geschmacklich sind sie ein Traum 🙂