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Schwanger, aber nicht krank!

Viele Frauen kennen diese Aussage. Häufig bekommen die werdenden Mamas dies zu hören, wenn vermutet wird, dass man sich zu sehr schont. In meinem Fall wurde der Satz etwas verändert. „Ja, du bist zwar nur schwanger und nicht krank. ABER übertreib es doch nicht.“

Ich hatte bereits während der Schwangerschaft in dem einen oder anderen Beitrag angemerkt, dass ich häufig dafür kritisiert werde, dass ich weiterhin regelmäßig Sport gemacht habe. Jetzt, kurz vor Ende des Wochenbetts, muss ich feststellen – diese Kritik nimmt kein Ende.

Aber egal…

Ich möchte jetzt nicht Jammern

Eigentlich möchte ich diesen Beitrag nämlich vor allem an werdende Mütter richten, die wissen wollen, was in der Schwangerschaft möglich ist und hierbei gern auch aus Erfahrungen anderer profitieren möchten. Aber natürlich freue ich mich auch über alle anderen Leser und hoffe mit dem kurzen Abriss der 41 Wochen, die mein Leben mal wieder völlig veränderten, einen interessanten Bericht zu veröffentlichen.

Manchmal ändern sich die Voraussetzungen – doch die Ziele bleiben die gleichen

Ich hatte in diesem Jahr viele Pläne. Es standen einige Herausforderungen und wundervolle Veranstaltungen auf dem Jahresplan. Neue Ziel sollten erreicht und wieder einmal zahlreiche Grenzen überschritten werden.

Doch ein positiver Schwangerschaftstest, den ich in meiner vierten Arbeitswoche bei meinem neuen Arbeitgeber machte, stellte von jetzt auf gleich alles auf den Kopf.

Schnell war mir klar, dass ich vor allem die großen Geschichten, die die mich wirklich an meine Grenzen bringen, vergessen kann. Das war alles andere als leicht für mich.

Ich überlegte eine Weile, was ich noch auf dem Schirm behalten kann und was nicht…

Lange Distanzen in moderatem Tempo sollten kein Problem darstellen, ich überlegte sogar noch kurz, ob ich zum Ironman 70.3 an den Start gehe oder nicht. Aber ganz ehrlich, ich bin so eine schlechte Schwimmerin, allein das wäre für meinen Körper alles andere als ein Kinderspiel geworden. Unser Wochenende auf Mallorca wurde also schnell gestrichen.

Auf den eigenen Körper hören – er weiß es am Besten

Alle Marathons blieben aber zunächst auf dem Plan. Auch alle Hindernisläufe. Selbst den Ultramarathon habe ich nicht gestrichen. Ich wusste, dass ich meinen Körper beim Laufen absolut kenne und war mir sicher, dass ich jedes Zeichen deuten kann und mich auf meine Instinkte verlassen konnte.

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Ähnlich sah es im Krafttraining aus. Auf das EMS-Training, musste ich sofort verzichten. Alle anderen Trainingsmethoden blieben zunächst auf dem Trainingsplan. Beim Training mit Gewichten reduzierte ich diese Stück für Stück. Beim Training mit dem eigenen Körpergewicht, habe ich jeden Monat gemerkt, dass der Körper nun mal auch schwerer wird. Bestimmte Muskelgruppen wollte ich auch gar nicht mehr trainieren. So zum Beispiel die gerade Bauchmuskulatur. Also sind einfach die Übungen raus gefallen, die diese zu sehr beanspruchten.

Man spürt genau, wann man NEIN sagen muss

In den ersten Monaten wollte ich auch die Hindernisläufe, auf die ich mich so ziemlich am meisten freute, auf dem Jahresplan behalten. Leider musste ich aber gleich zu Beginn der Schwangerschaft auf das Braveheartbattle verzichten. Ich kämpfte mit einer Erkältung und hatte wirklich beschissene Blutwerte. Vielleicht hätte ich diese Befunde nicht eingeholt, wenn ich nicht schwanger gewesen wäre. Dann wären vielleicht der Ehrgeiz und die Lust größer als der Verstand gewesen. So siegte allerdings die Vernunft. Ich ging nicht an den Start. Und das war auch gut so, denn Benny, der sich nun ohne mich quälte, war fest davon überzeugt, dass ich sowieso aus dem Rennen gemusst hätte, weil es einfach zu gefährlich und zu extrem war. Absolut nichts für eine Schwangere.

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Aber auf geschoben ist nicht aufgehoben.

Weniger Bewegung – mehr Essen, da stimmt doch etwas nicht

Meine Trainingsumfänge wurden also Stück für Stück reduziert. Der Hunger wurde aber größer. Das ist natürlich eine ungünstige Kombination. Und wie wird es einer Frau denn dabei gehen? Richtig. Sie fühlt sich unwohl. Tja, so ging es mir auch. Ich musste langsam mit ansehen, wie meine Bauchmuskeln verschwanden. Auch viele andere Muskelgruppen waren nach ein paar Wochen schon nicht mehr so definiert, wie vor der Schwangerschaft…und das obwohl ich weiter trainierte.

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Der Körper stellt sich um. Bei jeder Frau die in anderen Umständen ist. Davor bleibt man auch als Sportlerin nicht „verschont“.

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Deshalb und weil mein Kalorienumsatz während der Schwangerschaft sehr hoch war, begann ich über einige Wochen ganz exakt Kalorien zu zählen. Ich wollte sehen, dass ich weder zu wenig zu mir nahm, noch zu viel. Und ich wollte die Kalorien, die ich zuführte, über eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu mir nehmen.

Wie gesagt, ich gab täglich, über die App MyFitnessPal, Gramm genau mein Essen ein. Ich war erstaunt, wie schnell man mit manchen Lebensmitteln die erlaubten Kalorien erreicht, ohne schon satt zu sein… Nein, ganz so schlimm war es nicht. Aber ich muss zugeben, dass es für mich nicht leicht war auf gesundem Weg, wirklich die Kalorien zu mir zu nehmen, die ich auch verbrauchte. Klar hätte ich mir schnell einen Schokoriegel oder noch ein Stück Kuchen gönnen können, aber wie schon gesagt, es sollte auf gesundem Weg sein. Und bei einem Umsatz von etwa 3000 kcal täglich ist es mir nicht leicht gefallen.

Der Jahresplan stand, der Speiseplan auch…wie war das nun aber mit der Sportsucht in MEINEN 40 Wochen?

Tja, was soll ich dazu sagen? Es fiel mir, wie schon mehrfach erwähnt, nicht leicht, mein tägliches Pensum an Sport herunter zu fahren. Aber ich habe es irgendwie geschafft, auch wenn mir das viele Menschen nicht glaubten. Ich habe das Training über die Anfangswochen zunächst auf 67% heruntergefahren. In diesem Modus habe ich gut bis Mitte Juni, also bis in den 6. Monat, trainiert. Ich ging weiter laufen, nahm weiter an Wettkämpfen teil, überwand weiter verschiedene Hindernisse und genoss auch weiter das Krafttraining.

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Aber alles nur so, wie es mir, meinem Körper und meinem Baby gut tat. Auch wenn wirklich immer wieder zahlreiche Besserwisser glaubten, mir mehr über meinen Körper und meinen Zustand sagen zu können.

Ich bin allerdings froh, nicht auf sie gehört zu haben. Warum denn auch?

Im Juli habe ich gemeinsam mit meinen Freundinnen den letzten „Wettkampf“ bestritten. Wir waren zum Obstacle Color Rush. Ein kleiner Hindernislauf mit Funfaktor. Hier tobte ich mich nochmal aus. Wohlwissend, dass es meine letzte Medaille vor der Entbindung sein wird, genoss ich den Auftritt auf der Strecke, die Führsorge meiner Freundinnen und die anerkennenden Worte anderer Teilnehmer. Mein Gummibärchen und ich hatten eine Menge Spaß.

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Lies mehr dazu: Ein sportliches Wochenende unter Mädels…

Danach wurde das Trainingspensum weiter reduziert. Meine Kundinnen mussten ebenfalls teilweise ihren Trainingsplan ändern lassen. Ich konnte einfach keine Hanteln mit 30 Kilo und mehr zureichen. Ich konnte auch keine großen Sprünge mehr machen, keine Berganläufe usw. Wir verzogen uns zum größten Teil in unseren Trainingskeller und wichen auf Laufband und TRX-Bänder aus. Bei den heißen Temperaturen im August und September war das auch gar nicht schlecht.

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In der 34. Woche stellte ich das Laufen dann komplett ein. Es folgten unendlich viele Kilometer, die das Gummibärchen und ich im Spaziermodus zurücklegten. Ich gebe zu, manchmal haben wir uns auch über Baumstämme geschwungen, Strohballen erklommen usw. um ein bisschen Spaß zu haben 😉

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Zu gern stieg ich auch noch auf mein Fahrrad. Mein Fitnessbike war aufgrund der Körperhaltung nicht mehr das bequemste, aber auf dem Mountainbike fühlte ich mich bis zum Schluss pudelwohl. Und so bin ich auch wirklich bis zum Schluss auf dem Rad unterwegs gewesen. Viele Leute wollten mir auch erklären, wie gefährlich das ist. Ich könnte stürzen und mir und dem Kind schaden. Ja, liebe Leute – ich könnte aber auch die Treppe herunter fallen, von einem Auto angefahren werden oder von einem Baum erschlagen werden, wenn ich bei Wind spazieren gehe.

Wie man gesehen hat, hat mich die Kritik kein Ding gestört. Geradelt wurde bis zum Schluss. Selbst als ich über den Termin war, bin ich noch auf meinem Drahtesel zum CTG gefahren.

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Bis zur 40. Woche habe ich auch meine Kundinnen weiter gescheucht. Und die müssen sich nie allein quälen. Einen großen Teil des Trainings mache ich mit. Auch wenn die eine oder andere hin und wieder Angst hatte, dass sie noch Geburtshilfe leisten muss 😉

Würde ich also alles wieder so machen?

Ja, das würde ich. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich meine Schwangerschaft so sportlich erleben konnte. Es hat weder mir, noch unserer gesunden kleinen Prinzessin geschadet. Wir erlebten 41 sportliche Wochen und eine schnelle Geburt.

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Unsere Tochter durfte schon im Bauch unzählige Halbmarathons, 2 Marathons, einen Ultramarathon, zwei Hindernisläufe, viele viele Stunden an den TRX-Bändern, viele Stunden im Langhanteltraining, unzählige Seilsprünge, hunderte Kilometer Rad, einige Kilometer auf den Skates und gefühlte tausend Stunden spazieren gehen. Und darauf sind wir alle ziemlich stolz.

Mein Tipp an die werdenden Mamas, die hin und hergerissen sind…

Hört auf euren Körper. Ihr allein könnt und dürft darüber entscheiden, was in eurer Schwangerschaft möglich ist und was nicht. Lasst euch nicht rein reden.

Lest auch einfach nochmal diese Zeilen, in denen ich schon auf die Trainingsmöglichkeiten während der Schwangerschaft eingegangen bin.

Wie ist das nun eigentlich mit dem Sport in der Schwangerschaft

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 Sport frei, ihr Lieben 🙂

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In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit den Prototypen von Jobu´s zu testen. Versprochen wurde mir ein System, das die Schnürsenkel sicher in Position hält und so die ursprüngliche Spannung bestehen bleibt.

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Klingt gar nicht verkehrt, dachte ich mir…

Zunächst musste ich die kleinen Schnallen aber erstmal anbringen. Eigentlich ist das ganz einfach, sieht auf der Beschreibung aber wirklich kompliziert aus. Nach ein paar Minuten hatte ich den Dreh raus und meine Schuhe bzw. meine Schnürsenkel waren fest.

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Es konnte also losgehen…

Ich habe das System bei drei verschiedenen Aktivitäten getestet – während eines kleinen Workouts, beim Spazierengehen und beim Laufen. Und ich muss sagen, ich hatte bei keiner der Aktivitäten Probleme mit offenen Schuhen oder ähnlichem.

Das Workout bestand aus leichten Übungen. Squats, Liegestütz, Planking etc. Ich habe, Wochenbettbedingt, auf Seilspringen, Boxjumps und andere Übungen mit Sprüngen verzichtet. Es war also für die Jobu´s nicht wirklich schwer die Schnüren an ihrem Platz zu halten.

In den letzten Wochen bin ich viele, viele Kilometer mit dem Kinderwagen spaziert. Ich habe an allen trockenen Tagen Turnschuhe mit den Jobu´s getragen und muss zugeben, ich hatte nie offene Schnürsenkel. Egal ob ich über Wiesen spazierte, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Die kleinen Schnallen machten einen guten Job.

Seit zwei Wochen laufe ich nun auch wieder. Stück für Stück habe ich zunächst die 10 Kilometer Marke geknackt. Nun ja, auch hier hatte ich die Jobu´s an den Schuhen und auch dabei hatte ich keine Probleme mit offenen Schnüren.

Man kann also sagen, dass die kleinen Teile halten, was sie versprechen.

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Allerdings frage ich mich, ob eine doppelte Schleife nicht den selben Effekt erzielt!? Ich bin bis jetzt alle Läufe, vom schnellen Zehner über den Halbmarathon bis hin zum Marathon und Ultramarathon mit einer Doppelschleife gelaufen und musste noch NIE pausieren, um meine Schuhe neu zu schnüren.

Auch bei allen andern Sportarten, macht es mir nichts aus, einfach eine doppelte Schleife zu binden.

Ich würde mir die Jobu´s also nicht wirklich selbst kaufen. Ich weiß aktuell auch noch nicht, was sie kosten werden. Farblich abgesetzt bilden sie vielleicht einen kleinen Hingucker, aber das ist dann wirklich nur etwas für´s Auge.

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Fazit: Die Jobu´s wirken, wie sie wirken sollen, sind aber für mich persönlich einfach ein Zusatz den man kaufen kann, aber sicher nicht muss.