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Christiane Kind

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Ich bin eine sehr sportbegeisterte Mama, die gern andere Menschen motiviert in ihren Alltag etwas Sport zu integrieren. Ich bin ständig in Bewegung und versuche auch die kleinen Dinge im Alltag mit Sport zu verbinden. Mir ist meine körperliche Fitness sehr wichtig.

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Wie habe ich mich gefreut, als ich gehört habe, dass die Veranstalter des GTTR auch einen Run im Sommer anbieten wollen. Anspruchsvolle Hindernisse, tolle Strecke….nur eben keine Minusgrade. Klingt nach einem Rennen zum Verlieben. Ganz klar, da wollten wir dabei sein!

So entspannt kann man sein…

Anders als sonst, fuhren wir am 10. Juni ganz entspannt nach Mellrichstadt. Zwar waren wir uns durchaus bewusst, dass eine Vielzahl der Hindernisse für uns eine enorme Herausforderung darstellen wird, aber wir mussten keine eisige Kälte, keine eisigen Taucheinheiten, keine erfrorenen Hände…fürchten. So war an diesem Samstag kein Gejammer, Gestöhne oder Geschimpfe im Auto zu hören. Prima 🙂

Gut in der Zeit, kamen wir bei strahlend blauem Himmel auf dem Gelände an. Wir hörten schon die Stimme des Kallinators über die Lautsprecher. Genial! Super Stimmung, bei bestem Wetter. Schnell waren die Startunterlagen geholt, was alles wirklich zügig geklappt hat. Umziehen, das gewohnte Gruppenbild machen und dann eilten wir los, denn wir wollten die Elite starten sehen. Kurz zuvor sahen wir noch Hagen und Kenny mit ihrem Team, als sie sich warm liefen. Eigentlich dachten wir, dass Hagen nicht startet. Schön, dann wussten wir jetzt also, wem wir heute unsere Daumen für den Sieg drückten.

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Pünktlichkeit – wird überbewertet 😉 

Am Start stellten wir fest, dass wir wohl mit Verzögerungen rechnen mussten. Die Elite startete, wenn ich mich nicht täusche, mit mehr als 20 Minuten Verspätung, womit klar war, dass auch wir in Welle zwei nicht pünktlich die Strecke stürmen werden.

Ich hatte morgens 6.30 Uhr gefrühstückt. In der Sonne stehend, merkte ich schnell, dass sich meine Speicher eigentlich schon langsam wieder leerten. Zum Glück stand ein kleiner Junge mit Pink Lady Äpfeln hinter mir. Da ich so einen vertrauensvollen Eindruck machte, gab er mir einen Apfel, für den ich ihm zwei Euro nach dem Lauf versprach.

Während wir warteten und warteten verausgabten sich ein paar Mitstreiter bei einer kleinen Liegestütz-Challenge. Ich glaube, der Gewinner hat über 200 PushUps gemacht und sich damit einen Startplatz für the Race V gesichert. Jeder andere von uns hätte danach wahrscheinlich seine Arme für den Lauf vergessen können…sofern man überhaupt annähernd an die 200 gekommen wäre 🙂

Gut, genug vornweg…mit ordentlicher Verspätung (hatte ich schon erwähnt, oder?) standen dann schließlich auch wir bereit. Hinter den ersten Eskaladierwänden sammelten wir uns und sicherten uns dieses Mal vernünftige Plätze in der zweiten und dritten Reihe. Kurze Zeit später war es dann so weit, nun durften auch endlich wir auf die Strecke.

Start

Schnell hatten wir, also Benny, Clemens, Markus, Silvio, Patick und ich, die Wände hinter uns gelassen, krochen unter dem Absperrband durch und sprangen in die ersten Schlammgruben. Das waren ein paar. Ich schätze etwa sechs oder sieben!? Gelungene Einstimmung auf 18 wundervolle Kilometer 🙂

OCR-Bilder
Quelle: ORC-Bilder – Michael Schröder

Doch damit nicht genug, nach einer kurzen Laufstrecke kämpften wir uns durch die nächsten Schlammgruben. Das weckte starke Erinnerungen an die endlos erscheinende Schlammschlacht in England.

Weiter ging es. Immer wieder wurde unser Weg von der einen oder anderen Eskaladierwand gekreuzt. Ich hatte mir vorgenommen sie zu zählen, habe ich aber mal wieder vergessen. Kurze Zeit später reihten wir uns in eine kurze Schlange ein. „Lauft bitte ohne Säcke weiter!“ riefen die Marshalls zum wiederholten Mal. Alle schauten sich verblüfft an und gingen dann ohne Säcke auf die Strecke. Selbstverständlich wechselten wir unterwegs immer wieder mit anderen Läufern. Was für ein Glück, kaum vorstellbar, dass man die komplette Länge allein hätte bezwingen müssen. Schließlich waren das saftige 1,5 Kilometer. Durch den relativ häufigen Wechsel und die Erholungsphasen dazwischen, lief es sich allerdings ganz gut. Wir haben nur irgendwann gemerkt, dass wir dann doch alle Säcke auf den Schultern hatten. Gegenseitig konnten wir uns nun keine mehr abnehmen. Aber meine Rettung kam von hinten, eine andere Läuferin fragt mich ob sie mir auf den letzten Metern den Sack abnehmen soll…und da sage ich doch nicht nein 😉

„Höhenmeter gibt es heute nicht!“ …“Vergiss es!“ 

Ich hatte den Eindruck, dass wir von nun an bergauf liefen. Hinzu kamen die Eskaladierwände, die man etwa alle 100 Meter überwinden musste. Nach weiteren 800 Metern kamen wir zur nächsten „Station“. Hier durften wir Steine tragen. Keine kleinen Steinchen, nein, es waren richtig schöne schwere und vor allem unhandliche Steine. Zum Glück war diese Strecke nur etwa 300 Meter lang.

Jetzt liefen wir erstmal etwas mehr als zwei Kilometer. Keine Frage, es war ein Hindernislauf, weshalb wir auf dem Weg natürlich verschiedenste Hindernisse bezwingen mussten. Eskaladierwände, Kriechhindernisse, negative Wände…. Und obwohl ich es zu Hause an unserem Klettergerüst geübt habe, die Wände mit einem Hüftaufschwung zu meistern, habe ich es mir nicht getraut. Scheint Kopfsache zu sein. Man sieht nicht, was hinter der Wand ist, das macht es mir unwahrscheinlich schwer, einen gewissen Punkt zu überwinden.

Auf diesem Stück mussten wir auch eine Weile warten. Nicht, weil es sich an einem Hindernis staute, sondern weil sich Benny an der Hand verletzt hatte. Er wurde von den Sanitätern versorgt, während wir alle Läufer an uns vorbeiziehen sahen, die wir auf den ersten sechs Kilometern mühselig überholt hatten. Aber egal…spätestens jetzt war uns wieder einmal mehr klar, dass die Zeit keine Rolle weiter spielt. Ankommen und Spaß haben, das war nun unser Ziel. Wobei wir eigentlich alle gern mal probiert hätten Tempo rein zu bringen.

Und wir fangen an zu „genießen“ 🙂 

Auf dem nächsten Kilometer durch den Wald warteten immer wieder kleine Schleifen auf uns, die wir mit verschiedensten Gewichten bestreiten mussten. Von Holzscheiben über Kettlebells…wir trugen alles durch den Wald. 😉

…und genau das war die perfekte Grundlage für wundervolle Wadenkrämpfe.

Die nächsten zwei Kilometer ging es weiter bergauf. „Wollen wir nicht mal ein bisschen das Tempo raus nehmen?“ Hm…irgendwie blieb meine Bitte ungeachtet. Fleißig hielten wir den 5:30er Schnitt, auch an den Anstiegen. Wieder gab es hier und da ein Hindernis…und nach knapp neun Kilometern dann das nächste, das sich in meine Erinnerung einbrannte. Wir kamen am SUMMERSAULT an. Es ging quasi drunter und drüber. Ich fand, das sah gar nicht so schwer aus. Ratz fatz waren die Männer drüber…ich war noch an der Reihe. An dieser Stelle kann dir niemand helfen. Wie denn auch? Vielleicht deine Beine fest halten? Ich weiß nicht, glaube aber kaum, dass das funktioniert. Ich klammerte mich wie ein kleiner, gut in meinem Fall eher wie ein großer Affe, an die Balken. 😉 Unten hängen, war nicht schwer…aber ich musste auch wieder hochkommen. Stück für Stück, war ich schließlich ganz oben und hatte damit die Hälfte geschafft. Nun das Ganze wieder nach unten. Der Marshall hatte Geduld mit mir. „Jetzt wieder hoch, jetzt wieder unten durch…“ Ich musste vor allem, wenn ich mich von oben nach unten „fallen“ ließ, aufpassen, dass ich nicht abrutschte.

Und dann war auch schon das Ende in Sicht. Ich musste theoretisch ein letztes Mal wieder hoch auf den Balken kommen. Doch dann, dann passierte es… ich rutschte mit meinem rechten Bein ab! „Zieh dich hoch!“ schrie mich der Marshall nun an und auch Benny schrie laut „Neiiiiiiin!“. Doch fragt mich nicht wie, der Schreck, die letzte Kraft…haben mich irgendwie davor gerettet, den Boden zu berühren. Benny war sich sicher, die oberste Spitze der Grashalme haben schon meine Ferse gestriffen, doch zum Glück war es nicht er Boden 🙂 Patrick hatte an diesem Hindernis leider verloren und kämpfte mit seinen ersten 30 Burpees für dieses Rennen. Hier durften wir ihm auch leider noch nicht helfen.

Gut gestärkt (ich glaube ich habe mir drei Apfelschorle gegönnt) konnten wir nun endlich auch mal ein Stück bergab laufen. Leider war es aber nicht möglich ordentlich Gas zugeben, denn der Weg war über und über voll mit Ästen. „Ich glaube Kalli hat gesagt, dass wir hier langsam machen sollen!“ sagte ich. „Hat er? Glaube ich nicht!“ lachte Clemens. Aber ich bin der Meinung, wir wurden darauf hingewiesen, dass es hier wirklich nicht ganz ohne war und man zumindest vorsichtig sein sollte. Silvio und Markus pfiffen hier durch den Wald, als hätten sie die Äste übersehen, Clemens und ich gaben uns Mühe flott durchzukommen…und Benny und Patrick ließen sich nicht stressen und quatschten fröhlich über Fußball.

Irgendwie war dieser Teil der Strecke der einzige, der uns das Gefühl vermittelte, dass wir auch mal bergab laufen.

Weiter ging es knapp zwei Kilometer, bis wir schließlich am Steinbruch ankamen. Tolle Spielwiese <3

Steinbruch 5

Hier wurden verschiedenste Dinge abverlangt. So durften wir uns „abseilen“, Europaletten mit 70 Kilo (sofern die Sandsäcke mit je 35kg bestückt waren) ziehen, Betonkugeln tragen, mit Kies gefüllte Eimer den Berg hinauf schleppen, steinige Abschnitte erklimmen….es war also für jeden Geschmack etwas dabei.

Steinbruch 3

Es gibt, wie wir es vom Orga-Team des GTTR gewohnt sind, wieder den einen oder anderen genialen Trailer. Dieses Mal haben wir es auch in mehrere dieser Trailer geschafft. Und zwar im Steinbruch 🙂

TRAILER

Mehr als 22 Minuten haben wir insgesamt im Steinbruch verbracht…ihr könnt euch also vorstellen, dass man hier etwas Zeit benötigte.

Endlich…Strecke für den Läufer!!!

Wir hatten etwas mehr als einen Kilometer Zeit uns von den Strapazen zu erholen. Dann trafen wir auf die nächsten kleinen und großen Hindernisse. Zwischen dem 12. und 13. Kilometer wartete das THW mit einer kleinen Wasserdusche auf uns außerdem durften wir über ein paar hängende Reifen klettern. Da an der letzten Verpflegungsstation die Getränke restlos geleert waren, freuten wir uns, dass die Helfer des THW eine Brause herausrückten. Dafür waren wir wirklich sehr dankbar! Also an dieser Stelle nochmal – Herzlichen Dank dafür 🙂

Vor uns lag nun die längste Laufeinheit der Strecke. Hier hatten die Läufer eine Chance wieder aufzuholen. Und das taten wir auch. Wir liefen durch, gönnten uns auch an den langgezogenen Anstiegen keine Pause und kamen schließlich, nach knapp drei Kilometer, am nächsten „Hindernis“ an.

Auf geht´s – Bändchen sammeln! 

Hier hatten wir die Chance uns das erste Bändchen zu verdienen. Und zwar das Band – SMASHING LEGEND. Die Aufgabe bestand darin, eine Art Kettlebell zu werfen. Gibt es die in Sandsackform? Falls ja, dann waren es Kettlebells 😉 Ist ja auch egal…die Aufgabe bestand auf alle Fälle darin, die Teile zu stoßen. Wie eben beim Kugelstoßen. Und zwar, geschätzt fünf bis sechs Meter. Sah sicher leichter aus, als es war, denn es gab einige Läufer, die ohne Band weiter mussten.

Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen, dass der Marshall echt keine leichte Aufgabe hatte. Er war allein, als wir dort waren…allein mit etwa 25 motivierten Kämpfern.

Der Herr sah, wie ich meine Kugel aufnahm und sie schleudern wollte. „Nicht schleudern, stoßen!“ Gut, machte ich. Mit ordentlich Power flog meine Kugel anständig und landete gerade so auf der Palette. Ein Teil hing allerdings schon herunter…und plumps, kam der Rest auch noch hinterher. Da lag sie also neben der Palette. Hm…ich schaute ihn fragend an.

„Welche gehört dir?“

Waaaaaaas, dachte ich! Der hat nicht gesehen welche mir ist?

„Die ganz links.“

„Die liegt unten, das zählt nicht.“

„Aber die lag zum Teil drauf und ist dann abgerutscht. Das ist echt ärgerlich.“

„Na gut, wenn sie erst drauf lag…hier, dein Bändchen!“

Geil! Wie nett 🙂

Patrick ging es dann ähnlich. Aber bei ihm hat er es nicht zählen lassen. Das hab ich dann nicht verstanden…

Endlich wieder ordentliche Verpflegung!

Solange die anderen noch beschäftigt waren, nutzte ich die Zeit uns mit Wasser und Bananen zu versorgen. Hier gab es wieder von allem genug. Was ein Glück 🙂

Wir mussten gar nicht weit laufen, da trafen wir schon auf das nächste Hindernis. LIMBOSNATCH! Mit einem Holzstock – also unserem Limbostick mussten wir uns hängend von einer Seite auf die anderen bewegen. Das hatte ich zu Hause kurz geübt und gewusst, dass ich das kann.
Wenn ich mich nicht täusche, stand Susi Kraus, als eine von zwei Marshalls an dieser Stelle. Da sie mehr als fit ist wird sie also auch mit einer Frau kein Mitleid haben. Sie hätte das Ding wahrscheinlich auch mit einer Hand gerockt 😉

Ich entschied mich für die Mitte, fasste meinen Stock und los gings. Klack, klack, klack…zügig war ich auf der anderen Seite. Angefeuert wurde ich von drei jungen Männern, die zufällig als Zuschauer an dieser Stelle standen. Auf der anderen Seite angekommen – gut, es fehlten noch etwa 10 Zentimeter, musste ich versuchen mich über die Linie zu schwingen, denn oben konnte ich nicht weiter vor, da ein nicht weggeräumter Stock meinen „Weg“ versperrte. Ich holte etwas Schwung und kam mit den Zehenspitzen auf der Linie an. Die Fersen hatten es aber nicht drüber geschafft.

Knapp daneben – 30 Burpees! Gab mir Susi zu verstehen. Doch bevor ich was sagen konnte riefen schon die Zuschauer, dass das nicht fair ist. Ich hatte es geschafft, oben lag ein Stock und deswegen konnte ich die letzten 10 cm nicht weiter nach vorn rutschen. Auch der zweite Marshall hatte das gesehen. Ein Glück! Damit hatten alle anderen überzeugt und ich durfte ohne Burpees weiter laufen. Auch alle anderen meisterten dieses Hindernis sauber. Oder musste doch der eine oder andere Burpees machen…ich weiß es nicht mehr.

Ich bedankte mich auf alle Fälle bei den Zuschauern und weiter ging es. Vor Susi Kraus nicht versagt! Gott sei Dank 🙂

Panik im Kopf! 

Soweit ich mich erinnere, war das nun das letzte Hindernis, bevor wir zurück auf das Veranstaltungsgelände liefen. In meinem Kopf hat sich jetzt schon wieder leichte Panik breit gemacht. Ich wusste, dass wir noch die Seile hoch und herunter müssten und THE WAVE überwinden müssen, um zu finishen.

Wir hatten knapp 1,5 Kilometer Zeit, uns Mut anzusammeln. Ich war schon wieder leicht in mich gekehrt…alle anderen schienen aber noch recht motiviert und frohen Mutes unterwegs zu sein. Bevor wir wie die Affen die Seile hoch klettern durften, gab es aber noch die eine oder andere Aufgabe.

Erstmal durften wir uns, am Anfang des Parcours, nass machen. Wäre doch auch zu leicht mit trockenen Händen und trockenen Füßen zu Hangeln usw.

Nachdem wir durch die Schlamm bzw. Wasserlöcher gekrochen sind, warteten erstmal die Slacklines auf uns. Hier trafen wir auf Max, Kevin und Reuschi, die heute die 8 Kilometer laufen wollten und damit an ihrem ersten Hindernislauf teilnahmen.

Slackline

Max rief uns zu, dass wir eine Dreierreihe machen dürfen um über die Slacklines zu kommen. Abrrutschen bedeutet 30 Burpees. Benny, Markus und ich bildeten eine Reihe. Sauber Männers, souverän und ohne Probleme kamen wir auf der anderen Seite an und nahmen stolz unser zweites Bändchen, das POWER OF BALANCE, entgegen.

Irgendwie waren wir schon so fokusiert auf die Seile, die wir als nächstes hochklettern mussten, dass wir nicht wahrgenommen haben, wie Clemens, Silvio und Patrick über die Slacklines sind. Sie hatten es nicht geschafft und durften sich mit Burpees quälen. Und das vor dem Seil. Wir hätten ihnen welche abnehmen dürfen, haben es aber wirklich voll verpasst.

Vermutlich sah man mir die Angst schon wieder an. Wie bitte soll ich diese Seile hoch kommen. Bis zur Glocke! Wie viele Meter waren das? Fünf? Sechs? …egal, in dem Moment waren es für mich zehn Meter!

Seil 2

Max gab mir den Tipp, meine Füße mit einzusetzen, dass ich nicht mit den Armen ziehen muss. Aber meine Schuhe waren so nass, dass ich damit keinen Halt hatte. Stattdessen klemmte ich mir das Seil ordentlich zwischen die Beine und zog rein aus den Armen. Dadurch, dass mein Cousin an der Seite stand, vor dem ich definitiv nicht versagen wollte, war ich motiviert ohne Ende. Und was soll ich sagen, ich habe es geschafft. Eine Sache, die ich nie für möglich gehalten habe. Im Traum hatte ich nicht daran gedacht, dass ich es nach oben schaffen würde.

Seil1

Das war der Moment, in dem ich dachte, ich kann Bäume ausreisen.

…und voller Tatendrang lief ich weiter und sprang auf die nächsten Strohballen. Und das war ein Fehler! „KRAMPF“ Schrie ich. Beide Waden waren zu. Benny und Markus eilten herbei um dagegen zu drücken. „Das war´s, sagte Benny. Du kannst vergessen, dass du heute wieder richtig laufen und springen kannst.“ „Was? Willst du mich verarschen?“

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Ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt solche Krämpfe nicht. Ich hatte sie noch NIE! Wirklich noch nie!

Also dachte ich mir auch nichts dabei und versuchte mein Glück. Weiter ging es…und wieder „Krampf!“ das ganze wiederholte sich noch ein bis zweimal, bis mir meine Männer zu verstehen gaben, dass ich endlich aufhören soll allein über die Hindernisse springen zu wollen.

Reifen Ende

Mit steifen Beinen ging es weiter. Der Kampf hatte begonnen!

Jetzt gab es erstmal ein paar bekannte Hindernisse, von denen ich eigentlich wusste, wie wir sie am Besten bezwingen. Aber wie schon gesagt, Krämpfe hatte ich noch nie und deshalb durfte ich diese Hindernisse in Rudolstadt auch immer ohne Schmerzen überwinden.  Mit steifen Beinen die Betonmauer hoch…was ein Traum!

Krampf

Dann kamen wir an der Stelle an, an der wir uns unser drittes Bändchen holen konnten. Das schwarze für den MAN OF STEEL! Zu gern hätte ich mir auch das noch geholt. Aber leider fehlte schon an den Ringen die Kraft. Unsere Hände waren nass (wir wussten eigentlich nicht warum)…und die Kraft ging offensichtlich bei mir schon für andere Dinge drauf, denn normalerweise schaffte ich es bisher mich gut an den Ringen entlang zu hangeln.

Vielleicht fehlte mir auch die Motivation, denn ich sah schon jetzt, dass man um das komplette Hindernis zu meistern, am Ende auch nochmal seine Beine braucht. Viele Läufer hingen mit krampfenden Beinen an den Stangen. Das tat schon beim Zuschauen weh…und ich wusste, dass das sicherlich nicht gut für mich endet.

Also durfte ich schweren Herzens auf das schwarze Band verzichten und schnappte mir als Strafe eine Betonkugel, die es ein paar Meter zu tragen galt…auch Clemens und Patrick hatte es an dieser Stelle erwischt. Die anderen drei sicherten sich ein schwarzes Band. Benny damit sein drittes <3

Ich schaute mir in der Zwischenzeit das nächste Hindernis an. Clemens kletterte schon fleißig an den Wänden entlang, die mit kleinen Holzklötzern bestückt waren. Auch Patrick gab schon sein Bestes. Sieht gar nicht so schwer aus. Ich griff mit meiner linken Hand den ersten Klotz, und wollte mich mit dem rechten Bein auf einem Klotz nach oben drücken! „Kraaaaampf!“ „Nicht schon wieder!“ rief Markus, eilte aber gleich herbei um gegen meinen Fuß zu drücken. „Keine Chance, ich bekomme den nicht rum. Der ist stock steif!“ Ich konnte machen was ich wollte…ich bekam den Fuß nicht herangezogen. Es verging eine Weile, bis sich aus dem Nichts der Krampf löste und ich wieder aufstehen konnte.

Das hieß also – nochmal Betonkugeln tragen!

Klettern

Gemeinsam machten wir uns nun an das vorletzte Hindernis. Noch einmal waren unsere Arme gefordert. Wir hangelten zunächst eine Stange entlang. Das klappte noch prima. Im Hintergrund hörte ich wieder meinen Cousin Max, der mich anfeuerte. Genial, wie sehr mich das motiviert 🙂 Nun standen wir vor Ringen und Bierfässern, die abwechselnd hingen. Ich griff den ersten Ring, griff das Bierfass…und machte dann den Fehler, auch mit der zweiten Hand das Fass zu greifen. Ich hätte den Schwung nutzen und gleich den nächsten Ring packen müssen. So hing ich am Fass und versuchte den nächsten Ring zu erwischen. Keine Chance… „Kniebeuge!“

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Wenn ich ehrlich bin, ich genoss die Kniebeuge in vollen Zügen.

Als wir gemeinsam vor dem letzten Hindernis standen, war uns der Schreck ins Gesicht geschrieben. Wir kannten die Welle…aber uns wurde gesagt, dass nur die Elite ohne Seile hoch muss. Wir bekommen Seile. Von denen war aber weit und breit keine Spur. Die anderen Läufer kämpften bereits was das Zeug hielt. Als wir an der Reihe waren stand Kalli mit oben und half den Teilnehmern über diese letzte Hürde.

In mir stieg eine leichte Panik hoch. Ich war nicht mal in der Lage ordentlich Anlauf zu nehmen. Wie soll ich denn dann bitte da hoch kommen? Silvio, Clemens und Patrick waren die ersten die oben waren. Dann sollte ich…

Glaubt mir, ich hatte in diesem Augenblick verdammte Ängste zu scheitern. Aber es nützte nichts. Ich lief los…und dann – noch vor der Rampe musste ich abbrechen. Krämpfe! Auf dem Video, das Kevin machte, sieht man schon, wie seltsam ich laufe. Ich konnte meine Füße gar nicht mehr abrollen und lief quasi wie ein Storch. Wie sollte das denn bitte funktionieren?

Zieleinlauf

Und da passierte es! Mir liefen die ersten Tränen über´s Gesicht. Ich dachte echt, es ist vorbei. Ich bin gescheitert…

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Doch Markus und Benny redeten auf mich ein, was das Zeug hielt. „Du läufst und ich schiebe dich von hinten. Clemens zieht dann von oben!“ Ich hätte nicht im Traum gedacht, dass es funktioniert. Aber der Schwung, den ich sicher auch durch Markus Hilfe bekam, reichte aus, um die Hände von Clemens und Silvio zu greifen. Ich war oben und konnte es nicht fassen. Die Tränen liefen und liefen. Ich zitterte jetzt am ganzen Körper. Kalli beruhigte mich! „Es ist vorbei! Du hast es geschafft!!!“ (Und das ist etwas, was kein anderer Veranstalter schafft! Jeder Kämpfer wird persönlich im Ziel empfangen, beglückwünscht und wie in meinem Fall, beruhigt. Unvorstellbar, aber wahr!)

Und dann, dann wurde es mir klar. Kalli hatte recht. Stimmt! Ich hatte es geschafft. WIR hatten es geschafft.

Gemeinsam ging es nun noch die Rutsche hinunter….und dann, dann war es nach etwas über drei Stunden an der Zeit, sich in die Arme zu fallen!

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Es war ein verdammt geiler, aber auch sehr anspruchsvoller Lauf. Die Bedingungen waren komplett etwas anderes als in Rudolstadt. Man musste anders kämpfen, anders beißen, ganz anders über seine Grenzen gehen.

Wenn ich zurückblicke, muss ich gestehen, dass wir extrem viel Spaß hatten und uns wieder einmal bewiesen hatten, wie genial wir im Team funktionieren. Eigentlich wollten wir schneller laufen, wir wollten sehen was geht und  in einzelnen kleinen Gruppen, je nach Leistung, durchkommen. Aber es war einfach von Anfang an so eine geniale Stimmung, dass keiner ohne den Rest ankommen wollte. 🙂 Danke dafür…ihr seid wundervoll!

Und wie immer war es auch so, dass jeder wo anders seine Schwächen hat. Jeder braucht vielleicht an anderer Stelle Unterstützung, eine helfende Hand, motivierende Worte, einen Becher Wasser gereicht, eine Brause organisiert, einen Witz um mal wieder lachen zu können…

Auch wenn ich wirklich gern mal wissen würde, wie schnell wir so einen Lauf denn nun wirklich bestreiten könnten, bin ich trotzdem irgendwie glücklich, wieder einigermaßen entspannt und mit einem tollen Team durchgekommen zu sein. Tempo machen wir also wieder einmal – ein anderes Mal 😉

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Ich danke euch Männers für den gemeinsamen Run und hoffe und weiß, dass es zum Glück nicht der letzte war!

Nachdem wir uns ordentlich gefeiert hatten und uns aus den nassen Klamotten befreit hatten, genossen wir noch die Stimmung vor Ort. Wir trafen einige bekannte Gesichter, quatschten hier und da…und wurden beim Kuchennaschen erwischt 😉 Danke Micha, für das nette Beweisbild.

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Während wir die Stimmung schon genießen konnten, waren Max, Kevin und Reuschi noch voller Vorfreude und Aufregung. Für die drei war es der erste Lauf dieser Art! Und, was soll ich sagen? Infiziert! Check 🙂

Getting Tough Beat the Summer

Zum Schluss möchte ich auch kurz die Gelegenheit nutzten und mich bei den Veranstaltern bedanken. Man merkt auf der Strecke, dass ihr wisst was zu tun ist. Ihr liebt diesen Sport und das spürt man an allen Stellen. Und kann mir jemand verraten, wo man bitte noch von den Veranstaltern persönlich im Ziel erwartet wird? Richtig! Sicherlich nirgendwo! Danke dafür – das macht den Zieleinlauf perfekt!
Ich freue mich auf das nächste Jahr und bin mir sicher, dass ihr die Kritik, die von hier und da kam annehmt und noch stärker und besser werdet. Wir sind zu 99,9% wieder dabei, wenn wir am 23. Juni 2018 den Sommer schlagen!

Jetzt geht es aber erstmal Richtung Dezember…dort sehen wir uns, wie die letzten Jahre auch, zu THE RACE 🙂

P.S. Der Junge hat seine zwei Euro natürlich bekommen. 🙂

Und zum Schluss…danke ich noch fix für die tollen Bilder, die unter anderem Christiane Noth und Michael Schröder gemacht haben. Mehr davon findet ihr hier: ORC-Bilder 

…und auch Kevin Görlach hat mir ganz viele Fotos bereitgestellt. Danke 🙂

 

ENDE 😉

 

 

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Teil 1 🙂

Nach meinem ersten Marathon vor drei Jahren in Berlin, war ich fest davon überzeugt, dass das nicht mein letzter sein wird. Auch wenn es ein Kampf war und ich meinem Körper alles abverlangen musste. Ich war stolz wie verrückt und wollte dieses unbeschreiblich tolle Gefühl wieder genießen. Meine Marathonliebe war entflammt.

Es dauerte nicht lange und ich war für den nächsten Lauf angemeldet. Der Fehmarn-Marathon…mein erster unter vier Stunden! Auch dieser Lauf war alles andere als ein Kinderspiel. Ich kämpfte mich durch und genoss wieder dieses wundervolle After-Run-Gefühl. Nie wieder wollte ich darauf verzichten müssen.

Von nun an lief sich alles leichter. Ich verstand, dass ich das Lauftraining noch viel umfangreicher gestalten musste. Eifrig setzte ich meine Trainigspläne um und konnte die 42,195 Kilometer schon bald genießen, sofern die Zeit keine wesentliche Rolle spielte. Ich schaffte es aber auch, immer wieder meine persönliche Bestzeit zu knacken. Es war genial, ich war voll im Flow. 🙂

…bis dann unser Läuferbaby dazwischen kam.

Auch während der Schwangerschaft konnte ich es nicht lassen. Drei Marathons lief ich noch mit unserem Gummibärchen im Bauch…doch dann, nach dem Ultramarathon auf dem Rennsteig war vorerst Schluss.

Es dauerte dann lange 10 Monate, bis ich endlich wieder einen Versuch starten konnte. Wie schon die letzten Jahre zuvor, rief der Kyffhäuser Berglauf. Egal über welche Distanz, die Strecken haben es in sich…aber ich wollte unbedingt den Marathon über den Kyffhäuser laufen. Was ich im Vorjahr im vierten Monat geschafft hatte, sollte ich doch dieses Jahr auch bewältigen können.

Die Vorbereitung auf mein Marathon-Comeback lief…nun ja, mal mehr, mal weniger gut. Mir fehlte die Zeit für die langen Läufe. Mein Körper war zwar schon wieder in der Lage viel zu leisten, aber ob er es schafft einen Marathon zu laufen, dazu auch noch mit einigen Höhenmetern, das war nicht ganz klar.

Der Kyffhäuser sollte es zeigen…

Am 08. April war es dann endlich soweit. Vor mir, Silvio, Pascal und Christoph (Stiftung Wadentest) lagen mehr als 42 Kilometer und über 700 Höhenmeter.

Die Stimmung vor dem Lauf war gut. Wie gewohnt trafen wir uns für ein schönes Gruppenfoto. Da wir alle unterschiedliche Distanzen liefen, würden wir uns sicher hinterher nicht mehr sehen.

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Doch die Welt wäre nicht klein, wenn ich neben den üblichen Verdächtigen, nicht auch noch andere Freunde und Bekannte getroffen hätte. So verdrängt man die Anspannung und Aufregung vor einem Lauf doch am Besten.

Mich hat auch ein sympatischer Läufer angesprochen, der ebenfalls den Marathon laufen wollte. Er hatte meinen Bericht aus dem Vorjahr gelesen und konnte diesen als Motivationshilfe nutzen. Ganz nach dem Motto – „Wenn das eine Schwangere packt, schaffe ich das auch“ 🙂 Witzig!

Wie gesagt die Zeit verging wie im Flug und Ratz Fatz waren wir auch schon auf der Strecke.

Wir liefen zunächst zu viert los. Pascal wollt dran bleiben so lange es ging, Christoph und Silvio wollten den Lauf als Vorbereitung auf den Supermarathon ruhig angehen und ich, nun ja, ich wollte überleben 🙂

Total optimistisch nahmen wir uns eine Zielzeit von 4:20 Stunden vor. Und die ersten Kilometer sah es auch so aus, als würden wir das wirklich mehr als gut hinbekommen. Schnell hatten wir mehr als fünf Minuten gut gelaufen. Zeit, die wir hinten heraus sicher gut gebrauchen können…oder wäre es besser gewesen, das Tempo niedrig zu halten um Ermüdungen zu vermeiden?

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Nach ca. sieben Kilometern begann dann aber der Anstieg. Ein beinahe endlos erscheinender Anstieg, der sich etwa sieben Kilometer zog. Wir schafften es anfangs noch zusammen zu bleiben. Doch dann verabschiedete sich Pascal. Das Tempo, das Silvio und Christoph vorgaben war aber auch immer noch straff. Hätten sie sich nicht Mühe gegeben, mich irgendwie mitzuziehen, wären sie längst über alle Berge.

Nach knapp zwei Stunden hatten wir die ersten 18 Kilometer hinter uns. Zu diesem Zeitpunkt rückte die 4:20 Stunden-Ziel-Zeit ein bisschen in die Ferne. Doch wir konnten das Blatt erstmal wieder wenden. Der Kyffhäuser Berglauf ist wirklich hart, viele lange steile Anstiege…aber, und das ist das Gute, es geht auch hin und wieder bergab. Steil und lang! Diese Chance nutzten wir und konnten auf den Kilometern 19 bis 21 wieder richtig Gas geben und ordentlich Zeit gut machen, bevor der nächste knackige Anstieg auf uns wartete.  Wenn ich mich recht erinnere, ging es jetzt bergauf zum Kyffhäuser-Denkmal. Laufen war an dieser Stelle nicht drin. Wirklich nicht! Es ist einfach so verdammt steil, dass an Laufen nicht zu denken ist.

Oben angekommen genossen wir wieder einmal die traumhafte Streckenverpflegung, die wir aus dem Vorjahr noch in bester Erinnerung hatten. 🙂

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Sehr gut gestärkt konnten wir also starten. Die restlichen 19 Kilometer sind doch jetzt ein Klacks. Zumindest für den Moment.

Wieder einmal konnten wir richtig Tempo machen und rasten förmlich die Trails durch das Gelände bergab. Wir holten kräftig Schwung, den wir auch brauchten.

Meine Uhr verriet, dass wir immer noch mit einer Zeit um die 4:23 Stunden rechnen können. Zwischenzeitlich hatte ich auch mal eine 4:28 Stunden auf der Uhr, weshalb ich echt froh war, dass wir es bergab immer wieder schafften, ordentlich Zeit gut zu laufen.

Und so lief es…bergauf und bergab…mal schnell, mal langsam…mal fluchend, mal lachen…

Irgendwann trafen wir Jens. Er ist einer der schnellsten Läufer unserer Gruppe. Auch Jens bereitete sich auf den Rennsteiglauf vor. Aber anders als wir. Er läuft keinen Marathon vor einem Marathon, als Vorbereitung. 😉 Aber er läuft auch weit ambitionierter und kämpft um wirklich gute Zeiten.

Auf alle Fälle, was ich sagen wollte, stand er plötzlich als Zuschauer an der Strecke…und durfte mich mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Ich war nämlich längst im Fluchmodus angekommen. Doch für ein nettes Foto reichte es noch 😉

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Und für Silvio…für ihn hatte Jens einen Schnaps dabei. Nicht sein Ernst! Der wird es doch nicht trinken!? Doch, hat er! Und es schien ihn irgendwie, nun ja, so ein bisschen zu dopen 🙂

Weiter geht´s…

Wer den Kyffhäuser Berglauf kennt, der weiß und fürchtet vielleicht auch, den letzten steilen Anstieg. Von Udersleben aus geht es am Flugplatz vorbei so richtig schön bergauf und man hat dabei IMMER Gegenwind. An der Stelle quält man sich nochmal ungemein. Links und rechts Läufer mit krampfenden Waden, auf der Strecke Mitstreiter, denen es nicht mehr möglich war zu laufen… Und das über mehr als drei Kilometer. Das Gute ist aber immer, dass man weiß (zumindest wenn man sich hier nicht zum ersten Mal hochquält), dass man es danach geschafft hat. Keine Anstiege mehr…es geht dann nur noch bergab.

Und weil es am Ende nur noch bergab geht, schafft man es auch, nochmal Kraft für einen Schlusssprint zu sammeln! Die letzten drei Kilometer liefen wir weit unter 5:30 min/km und den letzten sogar mit einer Pace von 5:08 min/km…und kamen schließlich nach 4:25 Stunden glücklich und am Limit im Ziel an! 🙂

Also zumindest war ich nach dem Sprint am Limit! Christophs Puls war wahrscheinlich immer noch unter 140 bpm. Glaubt mir, der ist so verdammt fit, für den war mein persönliches Comeback auf der Marathonstrecke, ein gemütlicher Spaziergang…und vor dieser Leistung habe ich unwahrscheinlichen Respekt und bin stolz mit so fitten Läufern trainieren zu können!

…und mit ihnen gleich den nächsten Lauf zu bestreiten!
Auf zum Rennsteig! (Teil 2 folgt)

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Wir wissen es wahrscheinlich alle! Wer schneller und besser werden möchte, muss Abwechslung in das Training bringen.  Gern in Form von kurzen Sprints oder Berganläufen…oder auch in Form eines durchdachten Intervalltrainings!

Heute in folgender Form: 

>>> 2 Minuten Seilspringen vor dem Training

>>> kurz Einlaufen (maximal 1000 Meter) 

>>> 4 x 200 Meter in 0:48 Minuten

>>> 4 x 400 Meter in 1:41 Minuten

>>> 4 x 600 Meter in 2:43 Minuten 

>>> anschließend immer auf die gleiche Distanz die Trappause

>>> Auslaufen oder Ende 🙂 

 

Viel Spaß beim Probieren!

 

Ich trainiere übrigens unter anderem mit den Plänen von Greif und komme damit richtig gut zurecht!

 

 

 

 

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Du bist eine Mama und genießt es, neben der Familie und dem Beruf, Zeit zu finden um fit zu bleiben? Oder hast du eine Mama, die Bewegung liebt und dem Alltag einfach davon läuft? Dann zeigt es uns… 🙂 

Wir wollen euch in Aktion sehen. Gemeinsam mit euren Kids oder mit eurer Mama!

Um am Gewinnspiel teilzunehmen müsst ihr nur schnell:

  • den Beitrag auf Facebook teilen (Link)
  • ein passendes Foto unter den Beitrag auf Facebook posten
  • und natürlich Facebook-Fan von Fitness-Mama werden

Das Gewinnspiel endet pünktlich zum Vatertag, am 24. Mai 2017 um 23.59 Uhr.

Die Gewinner werden am 25. Mai 2017 auf Facebook unter dem Beitrag bekannt gegeben.

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In Aktion mit meinen beiden Töchtern! Eine an der Hand, eine im Bauch 🙂
Viel Glück 🙂

 

Quelle Titelbild: http://www.deutschepost-ladiesrun.de/

 

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Einmal sehen, wie sich die OCR-Profis motivieren, wie sie trainieren, welche Ziele sie haben… Diese Chance wollte ich mir definitiv nicht entgehen lassen! Dem Leben einen neuen Impuls geben…los geht´s! 
Es brauchte keine Sekunde, schon war ich überzeugt, dass ich unbedingt dabei sein möchte, beim „Kallinator-Training für Jedermann.“  Ein Motivationstraining aus dem Leistungssport.

Zügig fragte ich ab, wer mich begleiten möchte, freute mich über Clemens Zusage und schon waren wir angemeldet. Check!

Am 22. April war es dann endlich soweit. Gut in der Zeit, ließen wir uns noch einen Kaffee bei uns im Wohnzimmer schmecken, verabschiedeten uns von meinen Zwergen und Benny…und machten uns leicht aufgeregt auf den Weg nach Rudolstadt.

Warum waren wir etwas aufgeregt? Nun ja, wir wussten ja nicht wirklich, was uns erwartet.

Die Spannung blieb noch eine Weile…

Nachdem wir freundlich empfangen wurden, bekamen wir von Kalli fix den ersten Auftrag. Ängste und Ziele notieren!  Nicht ganz leicht…dennoch waren meine Zettel recht zügig voll, obwohl ich mich dabei aber hauptsächlich auf den Sport konzentrierte. Ich möchte euch das auch nicht vorenthalten:

Meine Ängste: TAUCHEN, (ungesicherte) HÖHE, VERLETZUNGEN & KRANKHEIT

Meine Ziele: HÖHER, SCHNELLER, WEITER, BESSER & MEIN HOBBY ZUM BERUF MACHEN

Kaum waren wir damit fertig, hatten wir auch schon Paketklebeband vor den Augen.

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Was machen, wenn man nicht sieht, was passiert? 

…auf das hören, was einem BEFOHLEN wird.

Hand in Hand marschierten wir in einer Reihe in die Trainingshalle. In einer Reihe aufstellen, hieß das Kommando. Liegestütz! 1, 2, 3, …20! Halten! 1,2,3, …15! Unten halten! Mitzählen! Lauter! In den Unterarmstützt! ….Halten! Höher! Tiefer! Halten! Liegestütz! Umdrehen! Situps! 1,2,3…25…30…! Liegestütz! …

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Ich weiß nicht wie viele Liegestütz wir in Summe gemacht haben…aber ich weiß, dass meine Arme brannten wir Feuer. Und ich weiß auch, dass ich mir niemals getraut hätte aufzuhören. Jede Wiederholung versuchte ich so sauber auszuführen wie es nur geht…und war mir sicher, nicht aufgeben zu wollen. Kämpfen, schon vom Anfang bis zum Ende!

Nach dieser „Aufwärmung“ gleich die nächste Herausforderung. An den Händen unserer Vorder- und Hintermänner ging es quer durch die Halle. Ohne etwas zu sehen meisterten wir eine kleine Strecke gespickt mit dem einen oder anderen Hindernis. Lief sich prima 😉

Endlich durften wir die Klebestreifen entfernen und uns anschauen, wo und mit wem wir denn eigentlich unterwegs waren. Manche hatten wir ja vorher kurz gesehen, andere aber noch nicht.

Geil, ich bin gerade mit Hagen Brosius Hand in Hand durch die Halle marschiert 😉

Echt jetzt, ich hab erst jetzt gecheckt, dass sich auch die Spitzenläufer wie Hagen unter die Teilnehmer gemischt hatten. Auch andere Läufer aus dem GettingToughTeam waren am Start. Oder auch Kenny vom Team Luigi and Friends. Eben die Profis! Was will man mehr 😉

Damit war mir spätestens jetzt klar, dass ich mich von meiner allerbesten, nein, eigentlich von meiner sportlichsten Seite zeigen muss!

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Wer will in so einer Runde schon versagen? Ich nicht!

Wir waren gespannt was uns noch so erwartet. Es waren einige tolle Herausforderungen, die wir im Team meistern mussten. Alles immer unter Zeitdruck. Schafften wir es nicht, gab es zur Strafe endlich mal wieder Liegestütz. Und es waren noch ein paar, die wir machen mussten.

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Aber am Ende haben wir alle, wirklich alle Aufgaben im Team geschafft.

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Wir schafften es auch, zwei LKW mit insgesamt 40 Tonnen, zu ziehen. So leicht uns die ersten paar Meter fielen, am Ende wurde es wirklich ein Kampf. Es brannten die Oberschenkel, es brannten die Arme. Ich merkte selbst, dass ich ratz fatz in meinem „Fluchmodus“ angekommen bin. Immer wieder das gleiche Geschimpfe…aber ich bekomme es einfach nicht raus.

„Ging doch noch.“ sagte Clemens 🙂

Vorbei am Pflegeheim des DRK, hatten wir es dann auch endlich geschafft. Gemeinsam, als Team!

Wieder im Trockenen bekamen wir unser Gepäck für die nächsten Stunden. Zwei Säcke mit 35 Pfund, einen mit 50 Pfund und einen Rucksack mit den Trinkflaschen.

Und so zogen wir in den Kampf…unsere Ängste in den Taschen! 

Dank meines genialen Orientierungssinns, weiß ich noch genau wo es lang ging 😉

Ist ja eigentlich auch egal. Nachdem wir uns kurz warmgelaufen und „gesungen“ hatten, freuten wir uns auf der Brücke, die die Saale überquerten, dass wir über die Brücke durften…statt durch die Saale. Doch wie so oft im Leben, trügt der Schein. Die Brücke diente lediglich dazu, 100 SitUps zu machen. Danach ging es natürlich durch die Saale. Und damit nicht genug – „Oberkörper frei! Liegestütz im Wasser, Abtauchen und bis 10 zählen!“ Oh nein…ich habe es geahnt. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt. Und das tat sie nun auch. Ich musste Tauchen. Weiter war es unsere Aufgabe die Ängste los zu lassen. Wir versenkten sie quasi in der Saale und konnten zuschauen, wie sie davon schwimmen. Coole Sache, hätte ich nicht auf meinem Zettel das TAUCHEN ganz weit oben stehen gehabt. Ich konnte meine Ängste also nur durch Überwindung meiner Angst loswerden. Eigentlich logisch und die perfekte Gelegenheit dazu 🙂

Ich habe es getan, wie alle anderen im Team auch. Aber dieses ekelhafte, beängstigende Gefühl, dieses Abschnüren der Luft, das Zusammenziehen des Brustkorbs…das war leider, wie gewohnt da!

Egal! Kalli verabschiedete sich wegen eines Einsatzes…und wir folgten den Anweisungen von Karsten und Charles. Zunächst – Treppenläufe! Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Treppen hasse? Dennoch ziehe ich sie dem Fahrstuhl vor. Und so ein kleines Bisschen profitierte ich jetzt davon, denn ich ließ mich garantiert nicht abhängen 🙂

Und nun RUFT DER BERG!

Wie so oft im Leben muss man Hürden überwinden, um weiter zukommen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam, manchmal sind sie klein, manchmal groß… Der Berg vor dem wir standen war groß! Aber wir sollten hoch und zwar alle gemeinsam. Jetzt hieß es einmal mehr, Teamgeist zeigen! Die Starken unterstützen die Schwachen! Jeder muss oben ankommen.

Es war keine ganz leichte Aufgabe, aber definitiv machbar. Und natürlich hatten wir es geschafft und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Wie so oft im Leben 🙂

Und jedem Aufstieg, folgt der Abstieg…so ging es also wieder nach unten. Für mich ist das immer der schwierigere Teil. Herunter kommen…und siehe da, auch das ist doch in jeder Hinsicht so. Einmal oben, fällt es schwer wieder herunter zu kommen.

Aber auch das haben wir geschafft 🙂 Wir hatten nun drei Kilometer Strecke weg…da kommt also noch einiges.

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Plötzlich fühlt man sich heimisch…

Wir liefen noch ein Stück und kamen schließlich auf einer, den meisten von uns bekannten, Strecke an. Wir waren auf der GTTR-Strecke. Noch ein Stück, dann trafen wir auf Charles Vater, der wunderschöne Baumstämme im Gepäck hatte. Baumstämme raus, ging es in die Vollen. Heben, Situps…den nächsten Anstieg bestreiten wir natürlich gern mit den Stämmen im Gepäck.

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Unterwegs dann die nächste Überraschung. Fünf Minuten Zeit, eine Mauer zu erklimmen! Alle gemeinsam. Es war Arsch knapp, aber wir haben auch das geschafft.

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Weiter ging es mit unseren Baumstämmen…und dann waren wir an der Stelle, an der wir im Dezember die Reifen über die Hügel trugen. Heute keine Reifen, heute eine aus unserem Team. Wieder alle gemeinsam. „Berührt sie auch nur einmal den Boden, fangt ihr von vorn an!“ Los gehts…wieder Zeitdruck, wieder geschafft.

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Nun waren wir auf dem Teil der Strecke, den ich sonst nur mit Eskaladierwänden kannte. „Wie friedlich das hier alles ist!“ Doch nicht lange! „Arme heben! Gestreckt! Bis ich sage, dass ihr fertig seid! Setzt einer ab – Liegestütz!“ Ich weiß nicht wie lange wir die Arme oben hielten. Aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor.

Ein wundervolles Heilkraut!

Wir sollten dann die Säcke und den Rucksack ablegen und die Hosen bis zu den Knien hochziehen. „Einhaken und an eine schöne grüne Wiese denken!“ Jetzt  ging es durch Brennnesseln. Autsch! Augen zu und durch, was anderes blieb ohnehin nicht übrig!

Es kann doch jetzt nicht mehr weit sein. Rudolstadt war längst wieder in Sicht. Ich freute mich zu hören, dass kein Wasser im Becken des Freibads sei. Damit war ich mir sicher, dass wir nicht nochmal ins Wasser müssen.

Wir eroberten als nächstes die Sturmbahn. Natürlich kennen wir diese. Bevor wir sie jedoch stürmten, gab es erstmal eine Ladung Liegestütz und Burpees.  Wir wollen doch nicht auskühlen 😉

Mit schmerzenden Armen ging es nun auf die Strecke, kriechen, hangeln, klettern. Geil, unter den Blicken der Profis möchte man natürlich immer noch sein Bestes geben. Kein Abschmieren beim Hangeln, keine Hilfe an der Eskaladierwand. Alles allein gemeistert… und dann, FUCK! Ich sah die anderen schon fleißig Klimmzüge machen.

Ich schaffe nicht einen sauberen allein! Und das glaubt mir nie jemand. Auch in der Runde nicht. Keiner, außer Dirk, der mir dann seine Hände zur Hilfestellung anbot. Danke dafür, ich hätte sonst wahrscheinlich hängen bleiben müssen.

Apropro HÄNGEN…dank Hagen gab es eine kleine „Challenge“. Nicht alle, aber in paar von uns (ich Großklappe natürlich auch) ließen sich überreden und hingen erstmal ab, was das Zeug hielt. Keine Ahnung wie lang, aber es wurde langsam unangenehm. Ich war aber ganz zufrieden, denn ich bin nicht als erste von der Stange gefallen 🙂

Nach der Sturmbahn liefen wir über die große Wiese, die ich sonst nur umringt von Menschenmassen, bestückt mit Wasserwerfern, Stacheldraht und Wassergräben und überschütten von verrückten Läufern, kannte. Auch hier wirkte im Vergleich zum Dezember, alles so friedlich 🙂

Der Anfang und das Ende…eigentlich logisch! 

Auf dem Weg zurück zum Injoy mussten wir natürlich wieder über die Saale. Genial, ÜBER die Saale. Ich hatte nur irgendwie nach diesen Worten abgeschalten und ganz verpeilt, dass es hieß „Wir gehen rüber (also über die Saale), legen unsere Sachen ab und gehen dann rein!“ Waaaaas? Nochmal in die Saale? SHIT! Also los. Wieder raus aus der Klamotte, zumindest oben herum, und rein in die eisige Brühe. Nochmal tauchen, nochmal bis zehn zählen. Gut, dass jeder in seinem Tempo bis zehn zählen durfte 😉

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Nass, kalt, aber stolz…

…so ging es nun zurück. Wir hatten es geschafft, wir haben uns deutlich aus unserer Comfortzone bewegt und einen genialen Tag umgeben von tollen und beeindruckenden Menschen „genossen“.

Ich würde fast sagen, es war mir eine Ehre, diese Chance nutzen zu können. Und fest steht – ich bin beim nächsten Training wieder dabei, weil es einfach klasse war! Wir empfehlen euch definitiv weiter 🙂

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Der Venloop! In nahezu allen Laufgruppen in den Sozialen Medien wird diese Laufveranstaltung gefeiert. Und das nicht nur ein bisschen…

Ich habe deshalb schon sehr oft vom Venloop gelesen und gehört. Die Teilnehmer, die ihre Eindrücke auf Facebook schilderten waren durch die Bank begeistert, fasziniert und total glücklich. Deshalb stand auch schnell fest – dieses Laufspektakel an der Deutsch-Holländischen Grenze muss ich mir anschauen. Natürlich aus Sicht der Läufer 🙂

Da ich wusste, dass die Startplätze für den Halbmarathon in der Regel innerhalb von 48 Stunden ausverkauft sind, habe ich mir den Termin für die Anmeldung im Handy gespeichert und zwei Erinnerungen geschaltet. Es sollte also nichts schief gehen. Ging es auch nicht 🙂 Und da ich zum Zeitpunkt der Anmeldung, in der 34. Woche schwanger war und mit meinem Besten im Wellness-Wochenende, gemütlich an der Hotelbar sitzend, genug Zeit zum überreden hatte, habe ich ihn gleich mit angemeldet.

Check, unsere Teilnahme am Venloop 2017 war safe!

Für das Wochenende des Venloop wurden unsere Kinder einmal mehr bei ihren Großeltern untergebracht. Gut, dass sich beide Seiten darüber freuen 🙂

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Benny und ich machten uns am Samstag pünktlich 7 Uhr morgens auf den Weg nach Holland. Überraschend schnell sind wir durchgekommen und waren Mittag in Venlo. Wir hatten also ausreichend Zeit uns die Stadt und die Strecke für den nächsten Tag anzuschauen.

Mir machte mein Rücken arge Probleme. Zum einen hatte ich mir zwei Wochen zuvor beim Trampolinspringen ordentliche Blockaden zugezogen, die sich einfach nicht lösen wollten (ungünstig, dass der Termin beim Orthopäden erst nach dem Venloop im Kalender steht), zum anderen machte mir eine Zerrung im Bereich der oberen Brustwirbelsäule zu schaffen. Und genau diese Zerrung verschlimmerte sich im Lauf des Tages.

Wir entschieden uns mit den Rädern durch Venlo zu fahren. Die Wege waren zwar kurz, aber da wir nur die zwei Tage in der Stadt sein sollten, wollten wir die Zeit optimal nutzen.

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Auf unseren Bikes genossen wir also das angenehme Wetter. Es ging in die Innenstadt, Mittag essen, Biergärten besuchen, die Wanderer auf der Laufstrecke anfeuern, Shoppen…und schließlich auch an der Maas entlang. Es war ein schöner Tag, den wir wirklich genießen konnten.

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Die Tour endete natürlich in unserem Hotel, in dem wir noch den Pool und die Sauna testeten. Ich hoffte meine Verspannungen im Rücken mit der Sauna lösen zu können, denn alles andere half nichts.

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Eigentlich schien nichts zu helfen!

Es wurden noch ein paar Bilder auf Facebook gepostet und schnell erkannt, wie viele Läufer uns heute schon gesehen haben und wie viele der Teilnehmer in unserem Hotel untergebracht waren. Sogar Laufbekanntschaften aus Thüringen trafen wir in unserem gemütlichen Hotel am See.

Man sieht also wie klein die Welt ist. Und Holland scheint tatsächlich ein Dorf zu sein 🙂

Auch am nächsten Morgen trafen wir einige bekannte Gesichter aus diversen Laufgruppen auf Facebook wieder. Die Reihe an Laufjunkies schien endlos.

Da der Start erst 14 Uhr war, konnten wir entspannt in den Tag starten. Ich gönnte meinem Rücken noch eine Massage, bevor wir uns dann 13 Uhr auf den Weg zum Venloop machten.

Gemütlich spazierten wir die knapp drei Kilometer und staunten schon jetzt über die Massen an Läufern, die Richtung Start unterwegs waren.

Die ganze Stadt schien auf den Beinen zu sein.

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Im Startbereich angekommen, verging die Zeit wie immer im Flug. Wir verstauten unsere Sachen und suchten unseren Startblock. Wir entschieden, uns nach der Öffnung der Absperrungen noch ein wenig nach vorn zu arbeiten. Teilweise standen Läufer neben uns, deren Nummern verrieten, dass sie mehr als zwei Stunden einplanten. Wir fühlten uns fehlplatziert und gingen weiter nach vorn.

Da ich aber ungern überholt werde, stoppten wir irgendwann. Ich wollte definitiv nicht unter den Läufern laufen, die nach 1:30 Stunden im Ziel ankommen wollten.

Doch dass ich mit meiner Einschätzung daneben lag, sollten wir bald merken.

„Ich hoffe du läufst…und bleibst nicht da vorn stehen!“ 🙂

 Wir waren nun etwa 50 Meter vor den brasilianischen Tänzerinnen. Man sahen die heiß aus! Ich hatte Glück, Benny lächelte kurz, ging aber brav weiter. Der Lauf mit dem Lieblingsmenschen war dann doch wichtiger, als heiße Brasilianerinnen in super knappen Outfits.

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Es dauerte noch eine Weile, bis wir schließlich über die Startlinie liefen.

Und dann merkten wir sofort, dass wir viel zu weit hinten starteten. Die Läufer in diesem Feld schienen weit langsamer zu laufen, als wir es uns vorgenommen hatten. Meine Uhr war auf 1:50 Stunden eingestellt. Doch das schien zu dem Zeitpunkt unmöglich zu schaffen. Schnell waren wir eine Minute, dann zwei und dann sogar über vier Minuten in Verzug. Wie sollen wir das denn bitte wieder rein laufen? Wir kämpften uns vor wurden aber immer wieder ausgebremst. Es fühlte sich nach einem Intervalllauf an. Wir schafften es einfach nicht ein Tempo zu finden.

„Ach ist das schön. So laufen wir weiter. Ganz gemütlich!“ sagte eine der Läuferinnen zu den anderen Damen in ihrer Vierer-Reihe. Ja, das könnt ihr sehr gern auch machen. Aber dann startet doch bitte im entsprechenden Block.

Wir überholten und überholten…und immer noch liefen wir an Läufern vorbei, die regulär in den Blocks hinter uns hätten starten „müssen“. Das wurmt und verärgert einen schon ein bisschen, wenn einen der Ehrgeiz gepackt hat.

Ein Gefühl von Freiheit!

Nach etwa sechs Kilometern hatten wir es dann endlich geschafft. Wir konnten endlich ein Tempo finden und dieses dann halten. Wir hatten uns aus dem Lauferbündel herausgekämpft und nun ein bisschen Platz.

Erst jetzt hatten wir Zeit uns auch einmal auf das Geschehen am Straßenrand zu konzentrieren. Es war fast verrückt, was hier los war. Ich glaube es gab kaum ein Stück auf der Strecke, wo keine Menschen standen und keine Musik gespielt wurde. Es war wirklich durchweg Party!

Für uns lief es nun recht gut. Wir konnten die verloren gegangene Zeit langsam wieder rein holen. Aber wir mussten dafür auch schneller laufen als geplant. Immer wieder hatten wir Abschnitte dabei, auf denen wir einen 5er Schnitt liefen. Zu schnell um es auf die lange Distanz halten zu können.

Aber es schien sich alles gut zu laufen. Die Hälfte hatten wir schnell hinter uns und waren nun auch voll auf Kurs. Nach etwa 10 Kilometer nahm ich vorsorglich einen Gel-Chip. Benny wollte nicht. Er verzichtete auch weitestgehend auf die Iso-Getränke.

Hätte er doch lieber mal gehört, denn nach etwa 13 Kilometer fingen seine Waden an, langsam dicht zu machen. Genau, wie es im Training immer war. Ich zwang ihn quasi, nun endlich einen Gel-Chip zu nehmen. Der versorgt dich wenigstens nochmal für kurze Zeit.

Bei mir hält er meist vier bis sechs Kilometer. Und mir hilft er auch.

Doch auch ich merkte nun, dass es langsam anfängt schwerer zu werden. Wir hatten etwa 14 Kilometer weg, als wir die Maas überquert hatten. Es ging minimal bergauf…und ich redete auf Benny ein wie ein Wasserfall. Und dann, dann spürte ich etwas, dass ich schon eine Weile nicht mehr gespürt hatte. Seitenstechen! Sofort stellte ich meinen Monolog ein. Jetzt musste auch ich zwei Kilometer kämpfen. Mich auf meine Atmung konzentrieren und ein Tempo finden, bei dem ich gut laufen konnte.

Benny lief nun stetig hinter mir. Ich zog ihn, so gut ich konnte, sah aber auch (das war wirklich nicht zu übersehen), dass er Schmerzen hatte. Er lief wie ein alter Mann, konnte aber das Tempo weiter halten.

Die Schleife auf dieser Seite der Maas zog sich wie Gummi.

Da ich nun fast durchweg in Gedanken bei Benny war, konnte ich die Stimmung auf diesen zähen Kilometern gar nicht wirklich genießen. Was heißt genießen, ich habe eigentlich gar nichts mehr rundherum mitbekommen. Langsam wurde auch für mich jeder Kilometer schwerer. Aber wir hielten das Tempo, wie und warum auch immer. Wir lagen immer noch super in der Zeit und meine Uhr signalisierte mir eindeutig, dass wir noch auf Kurs waren.

Und das ist dann auch der Punkt…du siehst, dass es nur noch vier Kilometer sind. Das sind extrem ekelhafte 20 Minuten. „Ich verderbe mir doch jetzt auf den letzten Metern nicht die Zeit!“ …das ist dann der Punkt, an dem das kleine innere Kampfschwein durchkommt.

Wir waren uns also mehr als einig, jetzt definitiv nicht ruhiger zu werden.

Schließlich spürt man, dass das Ziel greifbar nah sein muss!

 Wir hatten nun fast 20 Kilometer hinter uns, als wir die Maas erneut überquerten. An dieser Stelle bekam ich nochmal einen ordentlichen Schub. Wir kannten die Gassen vom Vortag, nahmen nun auch die Menschenmassen an der Strecke wieder wahr und begannen, das Tempo nochmal ordentlich zu erhöhen.

Endspurt!

Meine Uhr signalisierte mir bereits, dass wir das Ziel von 21,2 Kilometern erreicht hatten. Und zwar in unter 1:50 Stunden. Doch vom Ziel war keine Spur. Noch eine Kurve und noch eine…wir waren schon viel zu lang im Endspurt, wir hatten uns verschätzt, denn das Ziel war einfach nicht in Sicht. Immer wieder hofften wir es nach der nächsten Kurve zu sehen.

Langsam begann ich Seitenstechen zu bekommen. Ich fluchte über den „Pommesbudengeruch“ der sich die letzten Meter in meiner Nase festsetzte. Ich verzweifelte hinter einer Läuferin, die einfach keinen Platz machte und mit den Zuschauern abfeierte…es war ein kleiner Kampf, den ich aber schließlich gemeinsam mit Benny gewann.

Wir hatten nach 1:50:45 die Ziellinie überquert und sind damit im ersten Drittel geblieben. Und unter den Frauen in meinem Alter landete ich auf Platz 144 von 642, womit ich sogar im ersten Viertel gelandet bin.

Betrachtet man die Schwierigkeiten, die wir auf den ersten Kilometern hatten, können wir mit dieser Leistung wirklich zufrieden sein 🙂

Für uns war es ein schöner Ausflug in die Niederlande. Wir haben die zwei Tage genossen und einen tollen Lauf erlebt. Mit einem Ergebnis, mit dem wir wirklich zufrieden sind.

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Doch leider lief es nicht für alle so gut…

Schon auf der Strecke kamen uns hin und wieder Rettungskräfte entgegen. Auch kurz vor und hinter dem Ziel wurden Läufer medizinisch versorgt. Auf der Heimfahrt erfuhren wir, dass es mehrere tragische Vorfälle gegeben hat. Damit bekommt dieser tolle Lauf einen bitteren Beigeschmack. Ich habe schon hin und wieder von solchen dramatischen Schicksalsschlägen auf Laufveranstaltungen gehört. Immer wieder ist man geschockt. Es trifft einen aber irgendwie noch mehr, wenn man selbst auf der Strecke war. Wenn man daran denkt, dass es eventuell einer der Läufer, die man selbst noch gesehen hat, mit denen man vielleicht zuvor noch gefeiert hat, dieses Event nicht gesund überstanden haben. Unser Mitgefühl gilt allen Angehörigen!

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Warum verspürt man eigentlich den ungemeinen Drang, Dinge zu tun, die deinen Körper an seine Grenzen bringen? Warum kommt man auf die Idee, wieder und wieder an Events teilzunehmen, die dir alles abverlangen? Warum quält man sich immer wieder aufs Neue, wenn man genau weiß, wie stark die Schmerzen waren?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, glaube aber ich tue es, weil dieses unglaubliche tolle Gefühl danach, einfach süchtig macht.

Schließlich geht der Schmerz…aber der Stolz bleibt.

Nach dem letzten Rennen in Rudolstadt dauerte es wirklich eine ganze Weile, bis dieses geniale Gefühl nachgelassen hat. Mit absolut geschwollener Brust lief ich die Wochen danach noch den einen oder anderen Wettkampf und wusste dabei immer – es kann nicht so hart werden.

Irgendwann ließ dieses Gefühl aber nach, das ist klar. Wäre das nicht so, würde eine einzige Teilnahme am härtesten Hindernislauf Kontinentaleuropas für mein restliches Läuferdasein reichen. Das Leben wäre dann doch um einiges langweiliger befürchte ich. Also bin und war ich ganz froh, dass ich ein paar Wochen später von meinem Ross abstieg und mir klar war, ich muss da selbstverständlich wieder hin. Ich will verdammt nochmal wieder kämpfen, wieder und wieder fluchen was das Zeug hält, um Ende wieder dieses geile Gefühl genießen zu können.

Das ganze Jahr freute ich mich also auf den perfekten OCR-Abschluss in Rudolstadt. Vor allem auch, weil ich meine Sucht bis zum Rausschmiss unseres Läuferbabies im Oktober doch ziemlich in Grenzen halten musste.

Da mir durch die Zeit der Schwangerschaft einiges an Vorbereitung fehlte, stieg mit jedem Monat, mit jeder Woche und mit jedem Post auf Facebook, in dem die Veranstalter von einem noch härteren Rennen sprachen, die Angst und die Ungewissheit, ob mein Körper überhaupt in der Lage ist diese Herausforderung zu meistern. Ich wusste nicht, ob ich meine Grenzen ausreize und ein bisschen überschreite, oder ob ich sie absolut überspringe und es komplett versaue.

Aber egal, irgendwie wurde die ganze Geschichte damit noch ein bisschen aufregender.

Schließlich war der Dezember da…und die Vorbereitung – Welche Vorbereitung?

Nein, ganz so schlimm war es nicht. Immerhin hatte ich wenige Wochen zuvor die „kurze“ Distanz des Dragonheartbattles in Trendelburg überstanden und mich ein paar Tage vor dem Rennen in die eisigen Fluten der Unstrut gestürzt. Ich hatte also ein bisschen was getan, um mir wenigstens einbilden zu können, ein Stück meiner Fitness zurückzuhaben.

Im letzten Jahr war ich total froh Benny an meiner Seite zu haben. Jetzt musste ich auf ihn verzichten. Er ist irgendwie nicht ganz so verrückt nach dem tollen „After-Run-Stolz“ wie ich. Und so medaillengeil, wie der ein oder andere Läufer der Stiftung Wadentest ist er offensichtlich auch nicht 😉  …aber was ich eigentlich sagen wollte – Ich musste diese Jahr ohne meinen Lieblingsmenschen an den Start und mich quasi „allein“ durchkämpfen. Allein ist zum Glück relativ und bedeutet in meinem Fall eben nur, dass ich niemanden bei mir hatte, der mich bemitleidet wenn ich kurz vor dem Heulen bin und mich stoppt, wenn ich gerade wie wild fluche. Denn wirklich allein war ich nicht – wie immer konnte ich in bester Gesellschaft laufen…wie immer mit einem (in diesem Jahr leider kleinen) Teil der Stiftung Wadentest. Ich weiß gar nicht genau, wie viele Läufer wir ursprünglich waren, die gemeinsam starten wollten. Übrig blieben letztlich aber nur sieben.

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Drei von uns wollten auf Bestzeit laufen…blieben wir vier, die eben bitte einfach nur überleben wollten. Zusammen mit Marcel, Clemens und Patrick stand ich nun also am Start.

3200 Verrückte an einer Linie – da möchte ich eigentlich kein Strecken-Marshall sein 🙂

Die Stimmung war, wie erwartet, genial. Die Aufregung war jeden Einzelnen ins Gesicht geschrieben. Wir hörten Musik, wir sahen die legendären Flugzeuge …und dann fielen uns die Wasserwerfer der Feuerwehr auf. „Scheiße, da stehen dieses Jahr doch irgendwie mehr!?“ …wir überlegten eine Weile, wurden uns nicht so wirklich einig ob mehr oder nicht…und entschieden uns schließlich ziemlich weit links zu starten.

Ich war der Meinung, dass die Wassergräben außen nicht so tief sind wie in der Mitte. Wenn wir bis zu den Oberschenkeln in der Brühe stehen, reicht das doch auch.

Wir diskutierten hin und her, bis es schließlich plötzlich los ging.

Recht gemütlich machten wir uns auf den Weg. Von den Wasserwerfern bekamen wir nicht viel ab. Wie gewohnt, mussten wir nun auf dem gefrorenen Boden, (gefühlte) 200 Meter Kriechhindernis bewältigen. Gleich hier durfte ich feststellen, dass ich meinen Zopf hätte besser straffer flechten sollen. Marcel testete den Stacheldraht und warf es dann hinter sich…genau in meine Haare. Zum Glück war Patrick noch hinter mir, denn der Mist hatte sich ordentlich verfranzt. Allein wäre ich da wohl nicht mehr herausgekommen und hätte wahrscheinlich schon hier aufgeben müssen 😉

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An den Wassergräben angekommen, sprangen wir gelassen in die doch echt eisige Brühe. Wir wussten was kommt und es war weniger schlimm als erwartet. Wirklich heftig hingegen war das, was uns danach erwartete. Ich bin noch nie zuvor über gefrorene Erdaufschüttungen geklettert…

Klingt erstmal nicht schlimm, allerdings wurden diese anscheinend vorher geglättet. Wir konnten an unserer Seite kämpfen, wie wir wollten. Es war nicht möglich allein hinaufzukommen.

Doch zum Glück ist ja niemand allein. Gemeinsam haben wir das geschafft und fix noch viele Einzelkämpfer mit nach oben gezogen.

Jetzt konnten wir erstmal ein Stück entspannen, denn jetzt hieß es – laufen. Wir einigten uns zunächst auf eine 6er Pace. Mit der waren wir alle glücklich 🙂

Höhenmeter…immer wieder ein Traum

Wirklich lange konnten wir aber sowieso nicht laufen. Am ersten schmalen, steileren Anstieg standen wir das erste Mal. Jetzt konnte ich mich erinnern. Genauso erging es uns im Vorjahr auch. Aber warum auch nicht. Man steht doch gern nass bei minus fünf Grad im Wald und wartet, dass es weiter geht…an dieser Stelle wussten wir auch noch nicht, dass dieser Stau nicht der letzte sein wird.

Langsam kamen wir wieder in Gang und kamen recht zügig auf dem Teil der Strecke an, an dem wir die steilen Hänge auf und ab „laufen“ durften. Das Stück hatte ich nicht vergessen.

Doch irgendwie machte mir dieses Hindernis in diesem Jahr weniger aus, als im Vorjahr. Ratz fatz hinauf, hinunter, hinauf, hinunter…und schon befanden wir uns wieder auf der asphaltierten Strecke. Marcel machte uns hier das erste Mal darauf aufmerksam, dass es für ihn heute lauftechnisch ein Kampf werden wird. Seit dem Marathon in Frankfurt lag das Lauftraining beinahe auf Eis.

Doch lange durften wir ohnehin nicht laufen, denn wir standen ziemlich schnell vor dem nächsten Hindernis. Die Eskaladierwände sorgten für lange Warteschlangen. Hier kamen wir mit dem einen oder andern Mitstreiter ins Gespräch…sehr interessant 🙂

Einige Läufer hatten hier keine Lust auf die Warterei. Doch bei diesem Rennen wird Beschummeln gar nicht gern gesehen. War das ein Fest, als die komplette Masse die Gruppen auspfiff. Einigen war das zu viel, brav drehten sie um und reihten sich wieder hinten ein. Für diese Sportler gab es dann großen Beifall.

Das Geschehen an dieser Stelle war also so interessant, dass das Warten gar nicht so schlimm war…und so waren auch wir schneller als anfangs erwartet an der Reihe und meisterten unsere ersten Eskaladierwände für dieses Rennen.

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Weiter ging es…
Wir liefen und liefen und freuten uns hier und da über die kleinen und großen Herausforderungen auf der Strecke. Viele Details vergesse ich leider immer. Ich weiß nicht in welcher Reihenfolge wir die einzelnen Hindernisse bestritten. Wir trugen wieder die Reifen, krochen unter Netzen hindurch, kletterten über Reifen und überwanden einige Höhenmeter. Teilweise so steil, dass laufen leider hier und da für uns nicht mehr möglich war. Clemens und ich gaben trotzdem ein einigermaßen straffes Tempo vor. Es war aber auch eisig. Viel langsamer hätten wir nicht gekonnt, dann hätte uns die Kälte zerstört. Vor allem im Wald, wo die Sonne nicht durchkam, spürte man die Minusgrade extrem.

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An einer Stelle, im letzten Jahr stand da ein Bus, mussten sich 3000 Läufer durch zwei Container pressen. Das war mal wirklich richtig beschissen. Es wird Zeit, dass wir so gut werden, dass wir nicht mehr warten müssen 😉 Wir standen fast 30 Minuten. In der Menge wurde es einem zum Glück ein bisschen wärmer. Aber wir wussten nun, dass wir unsere Zielzeit von vier Stunden total vergessen konnten.

Vorsicht – Glatteis!

Wieder ging es weiter… Im Wald war es extrem glatt. Hin und wieder sah man Läufer ausrutschen. Auch Marcel hatte es erwischt. Allerdings bei weitem nicht so schlimm wie den einen oder anderen auf der Strecke.

Aus dem Wald raus, liefen wir teilweise schmale Pfade entlang. Ich glaube an dieser Stelle mussten wir letztes Jahr unter Tarnnetzen hindurch kriechen. Dieses Jahr war die Strecke hier leicht abgewandelt.

Vorbei an Gestrüpp, dass mir jetzt mal wieder von Marcel in die Haare geschmissen wurde… „Was für ein scheiß Problem hast du heute eigentlich mit meinen Haaren? Könntest du mal aufhören mit ständig irgendwelche Sachen entgegenzuwerfen!?“ musste ich kurz schimpfen. Wieder war es Patrick, der mich befreien musste. Nie wieder offener Zopf, wenn ich mit Marcel einen Hindernislauf bestreite!!!

Der Weg führte weiter über eisige und glatte Böden. An einer Stelle, an der wir durch einen Graben mussten, entschärfte es Patrick. „Haha, damit hast du jetzt so gar nicht gerechnet!“ machte ich mich über ihn lustig…und schon lag ich selbst auf der Seite (und von diesem Sturz habe ich einen schönen fetten, riesigen blauen Fleck als Andenken für meine Schadenfreude mitgenommen!)

Ich werde NIE wieder lachen, wenn jemand fällt. Versprochen!

Mehr als die Halbmarathondistanz…das ist halt schon nicht ganz ohne! 

Wir kämpften fleißig weiter. Die Beine wurden bei dem einen oder anderen schon etwas schwerer, aber wir konnten das Tempo immer noch einigermaßen halten. Es folgten noch ein paar Höhenmeter, ein paar Hindernisse…und dann ertönte auch schon die Musik. Wir waren schon ganz in der Nähe. Es konnte nicht mehr weit sein.

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Ich weiß gar nicht…aber ich glaube ich habe fast die ganze Strecke über gejammert und gebettelt, dass doch bitte jemand mit mir gemeinsam im Freibad schwimmen geht.

Irgendwann hatte Clemens schließlich Mitleid. „Christiane, wir machen das zusammen!“

Doch bevor wir richtig baden gehen konnten, warteten noch ein paar andere Herausforderungen auf uns. Zunächst ging es durch den Wassergraben. Wie gewohnt, dieses Mal komplett und in voller Länge. Wir dachten erst, es sei am besten am Rand entlang zu gehen, wahrscheinlich ist dort das Wasser weniger tief. Doch dort war es extrem schlammig. Wir konnten nicht anders, wir mussten in die Mitte…zumindest, wenn wir unsere Schuhe nicht verlieren wollten. Und das hieß – brusttief!

Das ist aber auch fies! Man merkt die ersten Meter gar nicht, wie eisig die Brühe ist. Aber nach einer Weile beginnt alles, was im Wasser ist zu schmerzen. Ich versuchte es dieses Mal mit Aquajogging. Hat sich ganz gut gemacht. Ratz fatz war ich wieder draußen.

Schluss mit warmen Händen und Füßen!

Ab jetzt hieß es kämpfen. Man ist durchgefroren bis auf die Knochen und wird von nun an auch nicht mehr warm, denn die meisten Kilometer lagen hinter uns. Jetzt mussten wir beißen.

Wir liefen weiter zu den Sandsäcken. Mir war so kalt, dass ich nicht anders konnte. Ich musste laufen. Und schwups, war ich schon am Ende…nur leider keine Spur von Marcel und Patrick. Irgendwie sind wir ihnen ausversehen davongelaufen. Aber wir warteten einen Augenblick und waren wieder komplett. Wir hatten es bis hier zusammen geschafft, dann sollte es auch noch möglich sein, gemeinsam durch den Walk of Fame zu kommen.

In Gedanken war ich wahrscheinlich schon im Freibad. Doch bevor wir dort unter den Holzbalken durchtauchen durften, mussten wir noch durch die Container am Fluss. Das kannte ich schon…allerdings waren die Container dieses Mal mit deutlich mehr Wasser gefüllt. Wir mussten hier schon tauchen, sonst wären wir nicht durchgekommen. Im Nachhinein glaube ich, dass das ganz gut war, denn so hat sich die Birne schon an das Wasser gewöhnt.

Und dann, dann war es so weit. Wir standen im Freibad. Ich liebe The Race, aber ich hasse dieses verdammte Freibad. Ich hasse tauchen, ich hasse Kälte…hier kommt alles zusammen, was ich im „normalen Leben“ definitiv nicht machen würde.

Wer geht eigentlich im Winter ins Freibad?

ABER, ich hatte ja zum Glück Clemens an meiner Seite. Schwups waren wir im Wasser. Der erste Balken war, wie immer, der Horror. „Alles gut? Geht´s?“ fragte mich Clemens. Nichts ging…ich bekam wieder keine Luft und ich wollte wieder kurz Panik bekommen. Aber dann, dann ging´s doch irgendwie und schneller als wir dachten, waren wir auf der anderen Seite und draußen. Ich vermute, ich habe vor Freude das ganze Bad zusammengebrüllt.  🙂 Wie die kleinen Kinder sind wir im Kreis gehüpft. War das ein tolles Gefühl.

An der Strecke standen Andy, Markus, Basti und Kevin – es war schön sie zu sehen. Irgendwie beruhigend. Markus machte  sich nun wieder mit uns auf den Weg. Er wollte noch das eine oder andere Bild schießen.

Es ging also zu fünft weiter. Ich muss jetzt ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht mehr in welcher Reihenfolge die Hindernisse kamen…also vergebt mir, falls ich irgendwas durcheinander bringe.

Das Beste kommt in Rudolstadt zum Schluss!

Nass und völlig durchgefroren waren wir auf dem Weg zum Fluss. Wir wussten, dass es hier nochmal hart wird, denn in der Saale über Reifen zu klettern und im Wasser zu warten, dass es weiter geht, kostet nochmal viel Kraft. Wir standen wieder einmal in einer Meute. Es zog sich, aber schließlich waren wir an der Reihe – und was für ein Glück, es waren keine Reifen wie im letzten Jahr. Wir waren also entsprechend zügig durch.

Aus der Saale raus, standen wir vor einem der schlimmsten Hindernisse. Zumindest war es für mich eines der schlimmsten. Aber zunächst vermutete ich das nicht. Es war nicht all zu hoch und das bisschen Wasser von oben wird schon gehen. Absolut motiviert schnappte ich mir ein Seil und stand auch recht flott auf der Zwischenstrebe. Doch dann, dann kam von oben eine ordentliche Ladung Wasser. Ich habe nichts mehr gesehen und fast vergessen wo ich hin muss. Ich weiß auch gar nicht mehr so richtig wie ich hoch gekommen bin. Ich glaube Clemens hat von oben meine Hand geschnappt und mich hochgezogen. Ähnlich wie mir, ging es auch Marcel. Schließlich hatten wir es aber irgendwie gepackt und waren alle oben. Abwärts ging es über eine Treppe. Echt untypisch, dachten wir…

Ich weiß nicht an welcher Stelle, aber irgendwann nach dem Wasserfall kam die „Waschstraße“. Wasser, Wasser, nochmal Wasser. Wir mussten ein Gerüst oder etwas in der Art überwinden. Das klingt gar nicht schwer und sah auch nicht schwer aus. Mit ein bisschen Kraft in den Armen sollte das gehen. Hm, ich drückte mich an der ersten Stelle hoch und …naja, kam irgendwie nicht über einen gewissen Punkt. Aber da auch hier das Wasser in geballter Ladung von oben kam, wusste ich nicht so richtig wohin. Ich dachte außerdem, mir platzt der Kopf. Im „Vorbeigehen“ hat mich schließlich irgendjemand an der Schulter gepackt und mich hochgezogen. Ich habe wirklich keine Ahnung wer das war, danke ihm oder ihr aber an dieser Stelle für die rettende Aktion. Wer weiß, wie lange ich da noch gezappelt hätte.

Vor uns lagen nun noch allerhand interessante Hindernisse. Wir krochen wieder auf wunderschönem Schotter durch „Kanäle“, überwanden unzählige Eskaladierwände (wobei es sich anfühlte, als wären es deutlich weniger als im Vorjahr), mussten über jede Menge Traktorreifen, durch Strom, durch Container…und über eine 10 (?) Meter hohe Pyramide. Vor der stand ich schon am Vorabend und habe den Mund kaum zubekommen. Ich habe so leichte Höhenangst…

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Zunächst machte ich mich wirklich mutig auf den Weg nach oben. Man vergisst in dem Zustand die eine oder andere Angst. Oben angekommen setzte ich mich kurz um auf ein freies Seil zu warten. Und dann, dann sah ich, wie hoch das scheiß Teil war. „Wie soll ich bitte lebend hier hinunter kommen?“ „Du musst dich am Seil festhalten.“ sagte Marcel. Ich glaube, das wusste ich auch. Aber ich wusste auch, dass die Kraft in den Armen langsam deutlich weniger wurde. Und ich wusste, dass ich eine scheiß Angst vor der Höhe habe. Ich wurde in Wuppertal einmal aus den Bäumen im Kletterwald gerettet, weil es mir an einer Stelle zu hoch wurde… Aber zurück nach Rudolstadt. Ich hatte Angst. Ganz ehrlich, einfach nur Angst. Wie ein kleines Mädchen. Und diese Angst stand mir offensichtlich ins Gesicht geschrieben, denn Marcel und ein anderer Mitläufer riefen mir zu, dass sie mich auf der ersten Querstrebe fangen. Ich musste einfach nur noch „loslassen“. Ich merkte ihre Hände an meinen Füßen, da wusste ich, dass sie mich „haben“. Nun konnte ich mich langsam nach unten gleiten lassen. Ich war so verdammt froh, als ich schließlich ganz unten angekommen bin. Das Teil hatte es in sich…

Wir liefen weiter…Clemens und ich vorn weg. „Komm jetzt! Auf wen wartest du denn?“ fluchte Clemens ein wenig. „Na auf Marcel!“ Es wäre total unfair gewesen, jetzt vornweg zu marschieren. Aber nicht lange und wir waren wieder komplett.

Nun mussten wir noch über dieses riiiiiiesige Gerüst. Ich habe keine Ahnung wie hoch das war. Höher als die Holzpyramide aber auf alle Fälle.

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Wieder dauerte es nicht lange und ich war oben. Und dann, dann mussten wir aber auch wieder hinunter. Letztes Jahr bin ich abwärts geklettert. Aber dieses Jahr wurde ich quasi von unten angeschrien (ich glaube es war Clemens), dass ich diese verdammte Stange hinunter rutschen sollte. Ich befürchtete, dass ich abschmiere. Aber ich bekam einen Tipp von einem Mitläufer, der mir wieder einmal angesehen haben muss, dass ich am liebsten angefangen hätte zu flennen. Und siehe da, es rutschte sich prima 🙂

Nun waren wir endlich auch auf der Zielgeraden. Wir mussten noch über die vielen, vielen Betonwürfel, unter den letzten hindurch, aufstehen und The Race und unseren erneuten persönlichen Sieg feiern.

8Bild: Sportograf.com

Zwar hatten wir mit etwas um die 4:30 Stunden unsere Zielzeit verfehlt, aber das schieben wir jetzt einfach mal auf die langen Wartezeiten…die wirklich weit mehr Zeit kosteten als im Jahr zu vor.

Es war aber wieder einmal ein unbeschreiblich geniales Gefühl, dieses verdammt harte Rennen gerockt zu haben. Und das haben wir im Ziel ordentlich gefeiert!

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Ende gut, alles gut!

Nun freue ich mich auf das nächste Rennen, denn nach The Race ist vor The Race. …und dazwischen kommen noch viele andere geniale Herausforderungen. Zunächst sehen wir alle OCR-Verrückten in England, wo wir gemeinsam den, leider letzten, ToughGuy meistern werden. Und ich bin mega gespannt, ob das härteste Hindernisrennen Europas wirklich härter als GTTR ist 🙂

Ich glaube kaum…oder vielleicht hoffe ich es auch einfach nur.

Egal wie es  wird, eines gilt definitiv > DER SCHMERZ GEHT, DER STOLZ BLEIBT!

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P.S. – auch die blauen Lippen sind am nächsten Tag wieder verschwunden 🙂

Bevor ich den Beitrag beende muss ich aber noch eine Sache los werden – Danke lieber Markus, für das tollte Bildmaterial 🙂

 

 

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Seit dem ich im vergangenen Jahr bereits den Kampf gegen den Drachen gewonnen habe, hatte ich mich schon auf das nächste Battle gefreut. Ich war einfach begeistert von der Strecke, den gewählten kleinen und großen Hindernissen, den Zuschauern, dem Start und Ziel auf der Burg…mir war klar, da muss ich wieder dabei sein.

Wenn sich die Voraussetzungen ändern, die Ziel aber die gleichen bleiben…

Tja, dumm nur, dass sich in diesem Jahr mein Leben noch einmal ganz gewaltig veränderte. Wundervoll veränderte. Im Februar stand fest – wir werden aus drei, vier machen. Wie ich schon in anderen Berichten erwähnte, fing ich ganz schnell an, zu überlegen was ich in diesem Jahr auf der Wettkampfliste lassen kann und was ich leider streichen muss. Nun ja, wenn ich ehrlich bin, die Läufe im Herbst, blieben alle auf dem Plan.

Je mehr wir uns dem Oktober näherten, desto unruhiger wurde ich. Warum? Ich wollte ein September-Baby. Allerdings hat mir unser Gummibärchen schon im Bauch gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt. Die Zeit verging…der September verstrich, die ersten Tage im Oktober vergingen, die erste Woche im Oktober verging….

…und das Dragonheartbattle rückte immer Näher

Schließlich hatte ich es am 13. Oktober geschafft. Unser Läuferbaby hatte sich erbarmt und hat fünf Wochen vor dem Startschuss zum Kampf gegen den Drachen, den Weg aus der Höhle genommen.

Tja, damit hatte ich noch genug Zeit um mich seelisch auf den Lauf vorzubereiten. Ausreichend Zeit um wieder fit zu werden hatte ich allerdings nicht mehr. Mit schwerem Herzen trat ich vom Start beim King of Cross zurück. Zwei Wochen nach der Geburt einen Lauf dieser Art zu bestreiten, wäre irre. Aber das Dragonheartbattle behielt ich im Kopf und auf dem Plan.

Nicht 100% – aber dabei!

Zwar war ich natürlich lange nicht wieder auf dem alten Trainingsstand (bin ich selbstverständlich heute auch noch nicht), aber ich eroberte mir Stück für Stück mein Laufgefühl zurück. Zunächst blieb es beim Lauftraining. Täglich ein Wenig weiter, hin und wieder ein Bisschen schneller…so lief ich die nächsten Tage relativ planlos in Richtung Dragonheartbattle.

Ich spürte, dass ich die Distanz schnell wieder laufen konnte, wenn auch nur langsam…merkte aber auch, dass es mir noch an Kraft fehlte. Wenige Tage vor der Schlacht habe in all meiner „Verzweiflung“ noch Liegestütz ins Lauftraining integriert. Wahrscheinlich einfach um mein Gewissen zu beruhigen und das gute Gefühl genießen zu können, dass ich doch schließlich schon begonnen hatte zu trainieren.

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Oh du liebes Kätzchen!

Der Muskelkater war daraufhin heftig, verging allerdings rechtzeitig.

Ich freute mich immer noch wie ein kleines Kind auf das bevorstehende „Comeback“…doch dann erfuhr ich, dass ich leider allein an den Start gehen muss. Die Jungs der Stiftung Wadentest konnten aus verschiedenen Gründen nicht am Lauf teilnehmen. Alleine bis nach Trendelburg fahren wollte ich nicht…und ich wollte so untrainiert auch auf keinen Fall allein auf die Strecke. Ich versuchte es mit einem verzweifelten Aufruf über Facebook.

Zunächst gab es nur negative Meldungen. Doch dann freute ich mich über die WhatsApp meines Cousins Lars. Er ist Fußballer, konnte verletzungsbedingt nicht spielen und hat sich überlegt, doch einfach mal auszuprobieren, was es heißt einen Hindernislauf zu rocken.

Genial, ich war also nicht mehr allein. Ganz allein wäre ich ohnehin nicht gewesen, denn Markus, auch ein Freund und im Team der Stiftung Wadentest, wollte mitfahren, auch wenn er selbst nicht starten konnte.

Auf nach Trendelburg…

Wie immer vor einem Lauf, stieg die Aufregung mit jeder Minute. Lars und Markus machten sich bereits lustig über mich. Immer wieder schaute ich auf das Thermometer, in der Hoffnung, dass die Temperatur stieg. Zwischenzeitlich war es so kalt, dass wir mit Glatteis auf der Straße kämpfen mussten. Prima! Wie immer fragte ich mich, warum man sich das eigentlich „antut“.

Wir waren, obwohl wir uns verspätet hatten rechtzeitig vor Ort. Ein Parkplatz ganz in der Nähe der Burg war auch noch drin. Perfekt!

Schnell hatten wir Lars auf den von Marcel zur Verfügung gestellten Startplatz umgemeldet, sprangen in unsere Klamotten und wärmten uns mit einem Met auf.

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Während wir auf unseren Start warteten, trafen wir viele bekannte Gesichter. Es ist immer wieder schön, sich nicht nur über Facebook zu unterhalten, sondern die „Familienmitglieder“ vor Ort persönlich kennenzulernen. In netter Gesellschaft verging die Zeit wie im Flug. Schon waren auch wir an der Reihe.

Die „Hälfte“ der Strecke – also ein halber Countdown

Wir zählten von fünf rückwärts, hörten den Schuss und starteten im dritten und damit wohl vorletzten Startblock des Dragonheartbattels.

Lars ist Fußballer, kein Läufer. Um es genau zu sagen, er hat noch nie an einem Lauf teilgenommen. Aber die „zwölf“ Kilometer schafft er schon. Der Start war sehr…nun ja, schnell. Ich hatte, nachdem wir den ersten kleinen Fluss durchquert hatten und wir auf einem Feldweg Richtung Mühlenteich liefen, eine fünfer Pace. „Wenn ich zu langsam bin, musst du es sagen!“ rief mir Lars zu.
Zu langsam? Wir werden das Tempo niemals halten können. Bereits jetzt sammelten wir die ersten Höhenmeter…und wir voll auf der Überholspur. „Teil dir die Kräfte ein.“, ermahnte ich meinen „kleinen“ Cousin.

Wir durchquerten erneut einen kleinen Fluss, liefen durch den Wald und kamen schließlich an der Stelle an, an dem wir die Hänge im Wald etwas genauer kennen lernen durften. Insgesamt vier Mal durften wir die steilen Pfade hinauf und wieder herunter laufen. Laufen, sofern dies möglich war.

Danach liefen wir weiter und kamen schließlich in Trendelburg an. Kurz vor dem Dorf trafen wir auf die Läufer der langen Distanz. Wir freuten uns, denn in Trendelburg warteten viele Zuschauer und zahlreiche Hindernisse auf uns.

Frieren gehört nun mal dazu

Wir hatten bereits jetzt knapp acht Kilometer hinter uns…nun war mir klar, dass das mit den zwölf Kilometer nicht hinhauen kann. Wenn ich mich recht erinnere durchquerten wir zu Beginn des „Parcours“ einen LKW. Beschallt von lauter Mucke durchquerten wir diesen ohne Probleme und stürzten weiter Richtung Schlammgruben. Diese gab es letztes Jahr nicht. Allerdings konnten wir uns bereits zum Braveheartbattle einen Eindruck davon machen. Angefeuert von zahlreichen Zuschauern meisterten wir dieses Hindernis ohne Probleme. Es war ein tolles Miteinander. Die anderen Teilnehmer reichten einen Hände, Knie und was sonst noch so zur Verfügung stand. Auch wir holten viele Mitstreiter aus den Löchern. Lustig, dass die Männer in den Gruben einen immer nicht zutrauen, dass man ihnen auch als Frau heraushelfen kann.

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Weiter ging es…wir sprangen über Feuer, kletterten über Reifen und mehrere Eskaladierwände, bis wir schließlich zum Kriechhindernis kamen. Vor uns standen schon einige Läufer. Alle mussten warten, bis sie an der Reihe waren. Auch wir. Auch wenn es kalt war, auch wenn wir nass waren. Wir waren damit nicht allein. Doch einige Läufer, ja leider sogar ganze Laufgruppen, wollten die Wartezeit offenbar nicht einfach so hinnehmen. Einfach an den anderen Läufern vorbeizugehen und einfach zum nächsten Hindernis zu laufen, ist irgendwie unfair.

 

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Wir laufen als Amateure sicher nicht um den Sieg, allerdings sind wir alle stolz auf unsere Zeiten und Plätze, die wir erreichen. Schade, dass diese dann durch solche Gruppen kaputt gemacht werden. Und die Argumente, die einem entgegengebracht werden – „Ich bin nass und es ist kalt!“ „Scheiße organisiert.“ „Wir wollen unter vier Stunden ins Ziel, so wird das nichts.“ Tja Leute, dann lauft entweder keinen Hindernislauf zu diesen Jahreszeiten oder werdet so gut, dass ihr zur „Elite“ gehört, dann habt ihr niemanden vor euch. 😉

Nun ja, wir haben wie gesagt, tapfer gewartet bis wir dran waren und auch dieses lange Kriechhindernis bezwungen. Es war nicht ganz ohne, aber es war definitiv machbar…auch wenn es insgesamt gut 10 Minuten Zeit gekostet hatte.

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Nach dem Kriechen, durchquerten wir die Container voll Schlamm. Auch hier mussten wir warten, bei weitem aber nicht so lang wie am Hindernis davor.

Arme wie Gummi

Jetzt hatten wir es erstmal geschafft. Wir liefen weiter, entlang der Diemel. Ich wusste aus dem Vorjahr, dass wir bald über oder durch die Diemel mussten. Ich schätze nach etwa einem Kilometer waren wir am Fluss. Hier hieß es rein in die Brühe und rauf auf die Brücke. Wir konnten zwischen Netzen und Seilen wählen. Die Netze waren belegt, also schnappte ich mir ein Seil. Es war nicht einfach, aber ich schaffte es recht zügig hinauf zur Brücke. Ich zog mich am letzten Knoten hinauf zum Geländer, umgriff dieses und musste dann feststellen, dass ich absolut keine Kraft mehr hatte. Um hinauf zukommen hätte ich mich nun komplett mit den Armen ziehen müssen, da der Knoten für die Beine genau auf dem Beton der Brücke lag. Ich konnte die Füße also nicht abstützen und mich nicht aus den Beinen heraus drücken. Lars war noch nicht da und auch sonst war in dem Moment niemand da, den ich hätte um Hilfe bitten können. Mir blieb also nichts anderes übrig, als zurück ins Wasser zu rutschen und es noch einmal über die Netze zu probieren.

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Auch hier musste ich dann ganz schön kämpfen, denn schließlich hatte ich meine Kraft in den Armen, die offensichtlich noch deutlich weniger war als vor der Schwangerschaft, bereits am Seil verschwendet.

Aber ein Blick nach rechts, wo ich die Mädels sah, wie sie kämpften gab mir wieder ein bisschen Kraft. Oben am Geländer stand nun auch Lars und reichte mir seine Hand, um mir ein bisschen zu helfen. Schließlich war ich oben, kletterte über das Geländer und war echt geschockt über meinen Fitnesszustand. Wobei viele sich jetzt sicher fragen, was ich denn fünf Wochen nach der Geburt erwarten würde. Ich weiß es nicht…offensichtlich habe ich mehr von meinen Körper erwartet.

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Von Kanonen und Bräuten

Zum Jammern war aber keine Zeit. Wir waren wieder von neuem nass und mussten laufen um nicht kalt zu werden. Es ging hinauf zur Burg. Doch vorher durften wir noch an der Schneekanone vorbei. Ich hatte mich immer gefragt, was daran denn so schlimm sein soll.

Ich belächelte diese Hürde und rannte darauf los. Den Blick und meine Aufmerksamkeit nicht nach vorn, sondern auf Markus gerichtet. Ich machte mich noch lustig, bis mich plötzlich ein extremer Windstoß beinahe aus den Latschen haute. Huch! Hier muss man ja wirklich gegen etwas arbeiten. Es war nicht schwer, aber man musste schon aufpassen, was man macht.

Wir liefen die letzten Meter und kamen schließlich auf dem Gelände der Burg an. Hier hieß es noch einmal kriechen um keinen Stromschlag zu bekommen. Markus rief mir von oben zu, ich soll am Torbogen aufpassen, er würde dort ein Bild machen.

Hm, ich hatte keine Ahnung was dort noch auf uns wartete. Aber ich muss sagen, ich war total überrascht. Stand da doch tatsächlich ein Brautpaar. Mitten zwischen all den schlammigen Läufern wurde das Hochzeitsfotoshooting durchgezogen. Genial! Natürlich erhaschte auch ich ein Bild mit der Braut 😉

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Wir stärkten uns und liefen weiter.

Ich hatte bereits im Kopf, dass wir nun auf dem Rückweg an den Kanus vorbei müssen. In mir steckte immer noch eine schöne Erkältung und mir graute es wir verrückt davor zu tauchen. Nicht nur wegen der Erkältung, das hatte sich eh schon erledigt, nass waren wir ohnehin schon bis auf die Knochen. Aber ich habe ehrlich Panik unter Wasser. Und in einem Fluss, in dem ich nichts sah unter Kanus durch zu tauchen, allein die Vorstellung ließ mich echt fast panisch werden. Aber noch war ein bisschen Zeit.

Zunächst durften wir uns noch über einen kleineren Fluss, es müsste der Sauerbach gewesen sein, hangeln. Oder uns mittels einer Leine durch die Fluten ziehen. Lars wählte den Weg über, ich den Weg durch den Fluss. Heidewitzka, war das eine Strömung. „Füße auf dem Boden lassen!“ rief mir der Wasserretter zu, als er sah, dass ich die Kontrolle verlor und ich mich gerade noch am Seil halten konnte. Bei meiner Panik im Wasser, bereute ich nun den gewählten Weg. Aber ich war ja sicher am Seil und ertrunken ist wahrscheinlich bei dem Lauf auch noch keiner 😉

Kanu hin, Kanu her…

Jetzt waren es nur noch wenige Meter, bis wir an der Diemel waren. Diese mussten wir diagonal durchqueren. Genau wie im letzten Jahr. Es gab nur eine Änderung. Mitten im Fluss schwammen Kanus. Doch ganz klar war nicht, was man damit sollte. Ich sah Läufer, die kletterten über die Kanus, andere versuchten zu tauchen, andere tauchten …und wieder andere ignorierten die Boote und stapften daran vorbei.
Als ich am ersten Kanu vorbei war, tauchte Lars kurz auf, war dann aber gleich wieder unter dem nächsten Boot verschwunden. Zwischen dem ersten und zweiten Kanu kämpfte eine Läuferin mit sich selbst. Sie hatte das erste schon tauchend hinter sich gelassen. Mir kam das Gesicht bekannt vor. Ihr half ich zuvor schon aus der Schlammgrube. Sie dachte wahrscheinlich gerade daran aufzugeben und ebenfalls den Weg um die Kanus zu nehmen. Ich ging rüber und sprach ihr nochmal zu…und feuerte sie schließlich mit den Zuschauern am Flussrand gemeinsam an. Sie hatte es am Ende geschafft, sie hat alle Kanus tauchend hinter sich gelassen. Und Lars – der auch. Der wartete schon hinter den Booten auf mich. Er hat das erste Kanu als Test genommen und ist dann gleich unter den restlichen am Stück hindurch getaucht. Sehr gut – Respekt!

Und ich? Naja, nicht sehr gut, ich weiß…Schande und eine Ladung Wasser über mich! 😉

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Krämpfe – die Schattenseite des Laufsports

Nun befanden wir uns auf dem Rückweg. Wieder ging es durch Container, über Eskaladierwände, über Reifen durch Schlammlöcher…

Nun hatten wir auch langsam die 12 Kilometer hinter uns gelassen. Wir hatten also die Distanz, auf die wir eingestellt waren geschafft. Ab jetzt liefen wir jeden Kilometer zusätzlich. Und pünktlich setzten bei Lars Krämpfe ein. Er hatte zum einen noch nie an einem Hindernislauf teilgenommen, zum anderen ist er noch nie mehr als 10 Kilometer am Stück gelaufen. Absolutes Neuland also.

Immer wieder mussten wir kleine Strecken gehen. Zu den Krämpfen kam auch die sonstige Erschöpfung. Wie gesagt, es war das erste Mal, dass Lars eine solche Distanz lief. Ganz klar, dass der Körper irgendwann nicht mehr will. Aber ich zog ihn 🙂 „Das schaffen wir jetzt auch noch!“ ermutigte ich meinen Cousin. „Ich sag doch gar nix…ich laufe doch!“ war seine Antwort darauf. Es nützte ja auch nichts. Aufgeben kam definitiv nicht in Frage und stand zum Glück auch zu keinem Zeitpunkt zur Debatte.

Ende gut, alles gut.

Wir nährten uns dem Ziel und schafften es auch hin und wieder ein paar andere Läufer zu überholen. Zum Glück mussten wir am Ende nicht durch den Steinbruch, so wie die Läufer der langen Distanz. Der Anstieg dort war zwar nicht steil, zog sich aber im letzten Jahr ungemein.

Ich freute mich, dass wir stattdessen noch einmal den Weg durch den Wald genießen konnten und schließlich auch noch einmal ein bisschen am Tempo schrauben konnten. Leider sah ich beim Blick auf die Uhr, dass wir es nicht mehr schaffen konnten unter drei Stunden zu bleiben. Wir waren nämlich zu dem Zeitpunkt 2:58:32 Stunden auf der Strecke. Mist, aber eigentlich auch egal.

Noch einmal liefen wir am Teich vorbei, durchquerten den kleinen Bach und  flitzten schließlich Richtung Ziel. Wir ließen es uns auch nicht nehmen nochmal einen Sprint und ein kleines Wettrennen mit ein paar anderen Läufern zu bestreiten.

Nach 3:05:47 Stunden waren wir schließlich im Ziel. Ich stolz, ohne wirkliche Vorbereitung und nur fünf Wochen nach der Geburt des Läuferbabys, meine erste Medaille in den Händen zu halten. Und Lars stolz seine erste Medaille überhaupt erlaufen zu haben.

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Ja und was soll ich sagen – zunächst dachte ich, wir sind wahrscheinlich auf einen der hinteren Plätze gelandet. Aber das war nicht so. Auf der Strecke waren 72 Frauen, von denen ich den 10. Platz ergatterte. Top Ten! Yes.

Eine tolle Leistung auf einer fantastischen Strecke. Ganz wie erwartet 🙂 Ich würde sagen – ich komme definitiv wieder.

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Schwanger, aber nicht krank!

Viele Frauen kennen diese Aussage. Häufig bekommen die werdenden Mamas dies zu hören, wenn vermutet wird, dass man sich zu sehr schont. In meinem Fall wurde der Satz etwas verändert. „Ja, du bist zwar nur schwanger und nicht krank. ABER übertreib es doch nicht.“

Ich hatte bereits während der Schwangerschaft in dem einen oder anderen Beitrag angemerkt, dass ich häufig dafür kritisiert werde, dass ich weiterhin regelmäßig Sport gemacht habe. Jetzt, kurz vor Ende des Wochenbetts, muss ich feststellen – diese Kritik nimmt kein Ende.

Aber egal…

Ich möchte jetzt nicht Jammern

Eigentlich möchte ich diesen Beitrag nämlich vor allem an werdende Mütter richten, die wissen wollen, was in der Schwangerschaft möglich ist und hierbei gern auch aus Erfahrungen anderer profitieren möchten. Aber natürlich freue ich mich auch über alle anderen Leser und hoffe mit dem kurzen Abriss der 41 Wochen, die mein Leben mal wieder völlig veränderten, einen interessanten Bericht zu veröffentlichen.

Manchmal ändern sich die Voraussetzungen – doch die Ziele bleiben die gleichen

Ich hatte in diesem Jahr viele Pläne. Es standen einige Herausforderungen und wundervolle Veranstaltungen auf dem Jahresplan. Neue Ziel sollten erreicht und wieder einmal zahlreiche Grenzen überschritten werden.

Doch ein positiver Schwangerschaftstest, den ich in meiner vierten Arbeitswoche bei meinem neuen Arbeitgeber machte, stellte von jetzt auf gleich alles auf den Kopf.

Schnell war mir klar, dass ich vor allem die großen Geschichten, die die mich wirklich an meine Grenzen bringen, vergessen kann. Das war alles andere als leicht für mich.

Ich überlegte eine Weile, was ich noch auf dem Schirm behalten kann und was nicht…

Lange Distanzen in moderatem Tempo sollten kein Problem darstellen, ich überlegte sogar noch kurz, ob ich zum Ironman 70.3 an den Start gehe oder nicht. Aber ganz ehrlich, ich bin so eine schlechte Schwimmerin, allein das wäre für meinen Körper alles andere als ein Kinderspiel geworden. Unser Wochenende auf Mallorca wurde also schnell gestrichen.

Auf den eigenen Körper hören – er weiß es am Besten

Alle Marathons blieben aber zunächst auf dem Plan. Auch alle Hindernisläufe. Selbst den Ultramarathon habe ich nicht gestrichen. Ich wusste, dass ich meinen Körper beim Laufen absolut kenne und war mir sicher, dass ich jedes Zeichen deuten kann und mich auf meine Instinkte verlassen konnte.

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Ähnlich sah es im Krafttraining aus. Auf das EMS-Training, musste ich sofort verzichten. Alle anderen Trainingsmethoden blieben zunächst auf dem Trainingsplan. Beim Training mit Gewichten reduzierte ich diese Stück für Stück. Beim Training mit dem eigenen Körpergewicht, habe ich jeden Monat gemerkt, dass der Körper nun mal auch schwerer wird. Bestimmte Muskelgruppen wollte ich auch gar nicht mehr trainieren. So zum Beispiel die gerade Bauchmuskulatur. Also sind einfach die Übungen raus gefallen, die diese zu sehr beanspruchten.

Man spürt genau, wann man NEIN sagen muss

In den ersten Monaten wollte ich auch die Hindernisläufe, auf die ich mich so ziemlich am meisten freute, auf dem Jahresplan behalten. Leider musste ich aber gleich zu Beginn der Schwangerschaft auf das Braveheartbattle verzichten. Ich kämpfte mit einer Erkältung und hatte wirklich beschissene Blutwerte. Vielleicht hätte ich diese Befunde nicht eingeholt, wenn ich nicht schwanger gewesen wäre. Dann wären vielleicht der Ehrgeiz und die Lust größer als der Verstand gewesen. So siegte allerdings die Vernunft. Ich ging nicht an den Start. Und das war auch gut so, denn Benny, der sich nun ohne mich quälte, war fest davon überzeugt, dass ich sowieso aus dem Rennen gemusst hätte, weil es einfach zu gefährlich und zu extrem war. Absolut nichts für eine Schwangere.

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Aber auf geschoben ist nicht aufgehoben.

Weniger Bewegung – mehr Essen, da stimmt doch etwas nicht

Meine Trainingsumfänge wurden also Stück für Stück reduziert. Der Hunger wurde aber größer. Das ist natürlich eine ungünstige Kombination. Und wie wird es einer Frau denn dabei gehen? Richtig. Sie fühlt sich unwohl. Tja, so ging es mir auch. Ich musste langsam mit ansehen, wie meine Bauchmuskeln verschwanden. Auch viele andere Muskelgruppen waren nach ein paar Wochen schon nicht mehr so definiert, wie vor der Schwangerschaft…und das obwohl ich weiter trainierte.

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Der Körper stellt sich um. Bei jeder Frau die in anderen Umständen ist. Davor bleibt man auch als Sportlerin nicht „verschont“.

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Deshalb und weil mein Kalorienumsatz während der Schwangerschaft sehr hoch war, begann ich über einige Wochen ganz exakt Kalorien zu zählen. Ich wollte sehen, dass ich weder zu wenig zu mir nahm, noch zu viel. Und ich wollte die Kalorien, die ich zuführte, über eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu mir nehmen.

Wie gesagt, ich gab täglich, über die App MyFitnessPal, Gramm genau mein Essen ein. Ich war erstaunt, wie schnell man mit manchen Lebensmitteln die erlaubten Kalorien erreicht, ohne schon satt zu sein… Nein, ganz so schlimm war es nicht. Aber ich muss zugeben, dass es für mich nicht leicht war auf gesundem Weg, wirklich die Kalorien zu mir zu nehmen, die ich auch verbrauchte. Klar hätte ich mir schnell einen Schokoriegel oder noch ein Stück Kuchen gönnen können, aber wie schon gesagt, es sollte auf gesundem Weg sein. Und bei einem Umsatz von etwa 3000 kcal täglich ist es mir nicht leicht gefallen.

Der Jahresplan stand, der Speiseplan auch…wie war das nun aber mit der Sportsucht in MEINEN 40 Wochen?

Tja, was soll ich dazu sagen? Es fiel mir, wie schon mehrfach erwähnt, nicht leicht, mein tägliches Pensum an Sport herunter zu fahren. Aber ich habe es irgendwie geschafft, auch wenn mir das viele Menschen nicht glaubten. Ich habe das Training über die Anfangswochen zunächst auf 67% heruntergefahren. In diesem Modus habe ich gut bis Mitte Juni, also bis in den 6. Monat, trainiert. Ich ging weiter laufen, nahm weiter an Wettkämpfen teil, überwand weiter verschiedene Hindernisse und genoss auch weiter das Krafttraining.

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Aber alles nur so, wie es mir, meinem Körper und meinem Baby gut tat. Auch wenn wirklich immer wieder zahlreiche Besserwisser glaubten, mir mehr über meinen Körper und meinen Zustand sagen zu können.

Ich bin allerdings froh, nicht auf sie gehört zu haben. Warum denn auch?

Im Juli habe ich gemeinsam mit meinen Freundinnen den letzten „Wettkampf“ bestritten. Wir waren zum Obstacle Color Rush. Ein kleiner Hindernislauf mit Funfaktor. Hier tobte ich mich nochmal aus. Wohlwissend, dass es meine letzte Medaille vor der Entbindung sein wird, genoss ich den Auftritt auf der Strecke, die Führsorge meiner Freundinnen und die anerkennenden Worte anderer Teilnehmer. Mein Gummibärchen und ich hatten eine Menge Spaß.

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Lies mehr dazu: Ein sportliches Wochenende unter Mädels…

Danach wurde das Trainingspensum weiter reduziert. Meine Kundinnen mussten ebenfalls teilweise ihren Trainingsplan ändern lassen. Ich konnte einfach keine Hanteln mit 30 Kilo und mehr zureichen. Ich konnte auch keine großen Sprünge mehr machen, keine Berganläufe usw. Wir verzogen uns zum größten Teil in unseren Trainingskeller und wichen auf Laufband und TRX-Bänder aus. Bei den heißen Temperaturen im August und September war das auch gar nicht schlecht.

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In der 34. Woche stellte ich das Laufen dann komplett ein. Es folgten unendlich viele Kilometer, die das Gummibärchen und ich im Spaziermodus zurücklegten. Ich gebe zu, manchmal haben wir uns auch über Baumstämme geschwungen, Strohballen erklommen usw. um ein bisschen Spaß zu haben 😉

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Zu gern stieg ich auch noch auf mein Fahrrad. Mein Fitnessbike war aufgrund der Körperhaltung nicht mehr das bequemste, aber auf dem Mountainbike fühlte ich mich bis zum Schluss pudelwohl. Und so bin ich auch wirklich bis zum Schluss auf dem Rad unterwegs gewesen. Viele Leute wollten mir auch erklären, wie gefährlich das ist. Ich könnte stürzen und mir und dem Kind schaden. Ja, liebe Leute – ich könnte aber auch die Treppe herunter fallen, von einem Auto angefahren werden oder von einem Baum erschlagen werden, wenn ich bei Wind spazieren gehe.

Wie man gesehen hat, hat mich die Kritik kein Ding gestört. Geradelt wurde bis zum Schluss. Selbst als ich über den Termin war, bin ich noch auf meinem Drahtesel zum CTG gefahren.

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Bis zur 40. Woche habe ich auch meine Kundinnen weiter gescheucht. Und die müssen sich nie allein quälen. Einen großen Teil des Trainings mache ich mit. Auch wenn die eine oder andere hin und wieder Angst hatte, dass sie noch Geburtshilfe leisten muss 😉

Würde ich also alles wieder so machen?

Ja, das würde ich. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich meine Schwangerschaft so sportlich erleben konnte. Es hat weder mir, noch unserer gesunden kleinen Prinzessin geschadet. Wir erlebten 41 sportliche Wochen und eine schnelle Geburt.

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Unsere Tochter durfte schon im Bauch unzählige Halbmarathons, 2 Marathons, einen Ultramarathon, zwei Hindernisläufe, viele viele Stunden an den TRX-Bändern, viele Stunden im Langhanteltraining, unzählige Seilsprünge, hunderte Kilometer Rad, einige Kilometer auf den Skates und gefühlte tausend Stunden spazieren gehen. Und darauf sind wir alle ziemlich stolz.

Mein Tipp an die werdenden Mamas, die hin und hergerissen sind…

Hört auf euren Körper. Ihr allein könnt und dürft darüber entscheiden, was in eurer Schwangerschaft möglich ist und was nicht. Lasst euch nicht rein reden.

Lest auch einfach nochmal diese Zeilen, in denen ich schon auf die Trainingsmöglichkeiten während der Schwangerschaft eingegangen bin.

Wie ist das nun eigentlich mit dem Sport in der Schwangerschaft

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 Sport frei, ihr Lieben 🙂

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In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit den Prototypen von Jobu´s zu testen. Versprochen wurde mir ein System, das die Schnürsenkel sicher in Position hält und so die ursprüngliche Spannung bestehen bleibt.

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Klingt gar nicht verkehrt, dachte ich mir…

Zunächst musste ich die kleinen Schnallen aber erstmal anbringen. Eigentlich ist das ganz einfach, sieht auf der Beschreibung aber wirklich kompliziert aus. Nach ein paar Minuten hatte ich den Dreh raus und meine Schuhe bzw. meine Schnürsenkel waren fest.

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Es konnte also losgehen…

Ich habe das System bei drei verschiedenen Aktivitäten getestet – während eines kleinen Workouts, beim Spazierengehen und beim Laufen. Und ich muss sagen, ich hatte bei keiner der Aktivitäten Probleme mit offenen Schuhen oder ähnlichem.

Das Workout bestand aus leichten Übungen. Squats, Liegestütz, Planking etc. Ich habe, Wochenbettbedingt, auf Seilspringen, Boxjumps und andere Übungen mit Sprüngen verzichtet. Es war also für die Jobu´s nicht wirklich schwer die Schnüren an ihrem Platz zu halten.

In den letzten Wochen bin ich viele, viele Kilometer mit dem Kinderwagen spaziert. Ich habe an allen trockenen Tagen Turnschuhe mit den Jobu´s getragen und muss zugeben, ich hatte nie offene Schnürsenkel. Egal ob ich über Wiesen spazierte, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Die kleinen Schnallen machten einen guten Job.

Seit zwei Wochen laufe ich nun auch wieder. Stück für Stück habe ich zunächst die 10 Kilometer Marke geknackt. Nun ja, auch hier hatte ich die Jobu´s an den Schuhen und auch dabei hatte ich keine Probleme mit offenen Schnüren.

Man kann also sagen, dass die kleinen Teile halten, was sie versprechen.

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Allerdings frage ich mich, ob eine doppelte Schleife nicht den selben Effekt erzielt!? Ich bin bis jetzt alle Läufe, vom schnellen Zehner über den Halbmarathon bis hin zum Marathon und Ultramarathon mit einer Doppelschleife gelaufen und musste noch NIE pausieren, um meine Schuhe neu zu schnüren.

Auch bei allen andern Sportarten, macht es mir nichts aus, einfach eine doppelte Schleife zu binden.

Ich würde mir die Jobu´s also nicht wirklich selbst kaufen. Ich weiß aktuell auch noch nicht, was sie kosten werden. Farblich abgesetzt bilden sie vielleicht einen kleinen Hingucker, aber das ist dann wirklich nur etwas für´s Auge.

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Fazit: Die Jobu´s wirken, wie sie wirken sollen, sind aber für mich persönlich einfach ein Zusatz den man kaufen kann, aber sicher nicht muss.