Einmal sehen, wie sich die OCR-Profis motivieren, wie sie trainieren, welche Ziele sie haben… Diese Chance wollte ich mir definitiv nicht entgehen lassen! Dem Leben einen neuen Impuls geben…los geht´s! 
Es brauchte keine Sekunde, schon war ich überzeugt, dass ich unbedingt dabei sein möchte, beim „Kallinator-Training für Jedermann.“  Ein Motivationstraining aus dem Leistungssport.

Zügig fragte ich ab, wer mich begleiten möchte, freute mich über Clemens Zusage und schon waren wir angemeldet. Check!

Am 22. April war es dann endlich soweit. Gut in der Zeit, ließen wir uns noch einen Kaffee bei uns im Wohnzimmer schmecken, verabschiedeten uns von meinen Zwergen und Benny…und machten uns leicht aufgeregt auf den Weg nach Rudolstadt.

Warum waren wir etwas aufgeregt? Nun ja, wir wussten ja nicht wirklich, was uns erwartet.

Die Spannung blieb noch eine Weile…

Nachdem wir freundlich empfangen wurden, bekamen wir von Kalli fix den ersten Auftrag. Ängste und Ziele notieren!  Nicht ganz leicht…dennoch waren meine Zettel recht zügig voll, obwohl ich mich dabei aber hauptsächlich auf den Sport konzentrierte. Ich möchte euch das auch nicht vorenthalten:

Meine Ängste: TAUCHEN, (ungesicherte) HÖHE, VERLETZUNGEN & KRANKHEIT

Meine Ziele: HÖHER, SCHNELLER, WEITER, BESSER & MEIN HOBBY ZUM BERUF MACHEN

Kaum waren wir damit fertig, hatten wir auch schon Paketklebeband vor den Augen.

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Was machen, wenn man nicht sieht, was passiert? 

…auf das hören, was einem BEFOHLEN wird.

Hand in Hand marschierten wir in einer Reihe in die Trainingshalle. In einer Reihe aufstellen, hieß das Kommando. Liegestütz! 1, 2, 3, …20! Halten! 1,2,3, …15! Unten halten! Mitzählen! Lauter! In den Unterarmstützt! ….Halten! Höher! Tiefer! Halten! Liegestütz! Umdrehen! Situps! 1,2,3…25…30…! Liegestütz! …

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Ich weiß nicht wie viele Liegestütz wir in Summe gemacht haben…aber ich weiß, dass meine Arme brannten wir Feuer. Und ich weiß auch, dass ich mir niemals getraut hätte aufzuhören. Jede Wiederholung versuchte ich so sauber auszuführen wie es nur geht…und war mir sicher, nicht aufgeben zu wollen. Kämpfen, schon vom Anfang bis zum Ende!

Nach dieser „Aufwärmung“ gleich die nächste Herausforderung. An den Händen unserer Vorder- und Hintermänner ging es quer durch die Halle. Ohne etwas zu sehen meisterten wir eine kleine Strecke gespickt mit dem einen oder anderen Hindernis. Lief sich prima 😉

Endlich durften wir die Klebestreifen entfernen und uns anschauen, wo und mit wem wir denn eigentlich unterwegs waren. Manche hatten wir ja vorher kurz gesehen, andere aber noch nicht.

Geil, ich bin gerade mit Hagen Brosius Hand in Hand durch die Halle marschiert 😉

Echt jetzt, ich hab erst jetzt gecheckt, dass sich auch die Spitzenläufer wie Hagen unter die Teilnehmer gemischt hatten. Auch andere Läufer aus dem GettingToughTeam waren am Start. Oder auch Kenny vom Team Luigi and Friends. Eben die Profis! Was will man mehr 😉

Damit war mir spätestens jetzt klar, dass ich mich von meiner allerbesten, nein, eigentlich von meiner sportlichsten Seite zeigen muss!

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Wer will in so einer Runde schon versagen? Ich nicht!

Wir waren gespannt was uns noch so erwartet. Es waren einige tolle Herausforderungen, die wir im Team meistern mussten. Alles immer unter Zeitdruck. Schafften wir es nicht, gab es zur Strafe endlich mal wieder Liegestütz. Und es waren noch ein paar, die wir machen mussten.

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Aber am Ende haben wir alle, wirklich alle Aufgaben im Team geschafft.

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Wir schafften es auch, zwei LKW mit insgesamt 40 Tonnen, zu ziehen. So leicht uns die ersten paar Meter fielen, am Ende wurde es wirklich ein Kampf. Es brannten die Oberschenkel, es brannten die Arme. Ich merkte selbst, dass ich ratz fatz in meinem „Fluchmodus“ angekommen bin. Immer wieder das gleiche Geschimpfe…aber ich bekomme es einfach nicht raus.

„Ging doch noch.“ sagte Clemens 🙂

Vorbei am Pflegeheim des DRK, hatten wir es dann auch endlich geschafft. Gemeinsam, als Team!

Wieder im Trockenen bekamen wir unser Gepäck für die nächsten Stunden. Zwei Säcke mit 35 Pfund, einen mit 50 Pfund und einen Rucksack mit den Trinkflaschen.

Und so zogen wir in den Kampf…unsere Ängste in den Taschen! 

Dank meines genialen Orientierungssinns, weiß ich noch genau wo es lang ging 😉

Ist ja eigentlich auch egal. Nachdem wir uns kurz warmgelaufen und „gesungen“ hatten, freuten wir uns auf der Brücke, die die Saale überquerten, dass wir über die Brücke durften…statt durch die Saale. Doch wie so oft im Leben, trügt der Schein. Die Brücke diente lediglich dazu, 100 SitUps zu machen. Danach ging es natürlich durch die Saale. Und damit nicht genug – „Oberkörper frei! Liegestütz im Wasser, Abtauchen und bis 10 zählen!“ Oh nein…ich habe es geahnt. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt. Und das tat sie nun auch. Ich musste Tauchen. Weiter war es unsere Aufgabe die Ängste los zu lassen. Wir versenkten sie quasi in der Saale und konnten zuschauen, wie sie davon schwimmen. Coole Sache, hätte ich nicht auf meinem Zettel das TAUCHEN ganz weit oben stehen gehabt. Ich konnte meine Ängste also nur durch Überwindung meiner Angst loswerden. Eigentlich logisch und die perfekte Gelegenheit dazu 🙂

Ich habe es getan, wie alle anderen im Team auch. Aber dieses ekelhafte, beängstigende Gefühl, dieses Abschnüren der Luft, das Zusammenziehen des Brustkorbs…das war leider, wie gewohnt da!

Egal! Kalli verabschiedete sich wegen eines Einsatzes…und wir folgten den Anweisungen von Karsten und Charles. Zunächst – Treppenläufe! Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Treppen hasse? Dennoch ziehe ich sie dem Fahrstuhl vor. Und so ein kleines Bisschen profitierte ich jetzt davon, denn ich ließ mich garantiert nicht abhängen 🙂

Und nun RUFT DER BERG!

Wie so oft im Leben muss man Hürden überwinden, um weiter zukommen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam, manchmal sind sie klein, manchmal groß… Der Berg vor dem wir standen war groß! Aber wir sollten hoch und zwar alle gemeinsam. Jetzt hieß es einmal mehr, Teamgeist zeigen! Die Starken unterstützen die Schwachen! Jeder muss oben ankommen.

Es war keine ganz leichte Aufgabe, aber definitiv machbar. Und natürlich hatten wir es geschafft und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Wie so oft im Leben 🙂

Und jedem Aufstieg, folgt der Abstieg…so ging es also wieder nach unten. Für mich ist das immer der schwierigere Teil. Herunter kommen…und siehe da, auch das ist doch in jeder Hinsicht so. Einmal oben, fällt es schwer wieder herunter zu kommen.

Aber auch das haben wir geschafft 🙂 Wir hatten nun drei Kilometer Strecke weg…da kommt also noch einiges.

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Plötzlich fühlt man sich heimisch…

Wir liefen noch ein Stück und kamen schließlich auf einer, den meisten von uns bekannten, Strecke an. Wir waren auf der GTTR-Strecke. Noch ein Stück, dann trafen wir auf Charles Vater, der wunderschöne Baumstämme im Gepäck hatte. Baumstämme raus, ging es in die Vollen. Heben, Situps…den nächsten Anstieg bestreiten wir natürlich gern mit den Stämmen im Gepäck.

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Unterwegs dann die nächste Überraschung. Fünf Minuten Zeit, eine Mauer zu erklimmen! Alle gemeinsam. Es war Arsch knapp, aber wir haben auch das geschafft.

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Weiter ging es mit unseren Baumstämmen…und dann waren wir an der Stelle, an der wir im Dezember die Reifen über die Hügel trugen. Heute keine Reifen, heute eine aus unserem Team. Wieder alle gemeinsam. „Berührt sie auch nur einmal den Boden, fangt ihr von vorn an!“ Los gehts…wieder Zeitdruck, wieder geschafft.

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Nun waren wir auf dem Teil der Strecke, den ich sonst nur mit Eskaladierwänden kannte. „Wie friedlich das hier alles ist!“ Doch nicht lange! „Arme heben! Gestreckt! Bis ich sage, dass ihr fertig seid! Setzt einer ab – Liegestütz!“ Ich weiß nicht wie lange wir die Arme oben hielten. Aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor.

Ein wundervolles Heilkraut!

Wir sollten dann die Säcke und den Rucksack ablegen und die Hosen bis zu den Knien hochziehen. „Einhaken und an eine schöne grüne Wiese denken!“ Jetzt  ging es durch Brennnesseln. Autsch! Augen zu und durch, was anderes blieb ohnehin nicht übrig!

Es kann doch jetzt nicht mehr weit sein. Rudolstadt war längst wieder in Sicht. Ich freute mich zu hören, dass kein Wasser im Becken des Freibads sei. Damit war ich mir sicher, dass wir nicht nochmal ins Wasser müssen.

Wir eroberten als nächstes die Sturmbahn. Natürlich kennen wir diese. Bevor wir sie jedoch stürmten, gab es erstmal eine Ladung Liegestütz und Burpees.  Wir wollen doch nicht auskühlen 😉

Mit schmerzenden Armen ging es nun auf die Strecke, kriechen, hangeln, klettern. Geil, unter den Blicken der Profis möchte man natürlich immer noch sein Bestes geben. Kein Abschmieren beim Hangeln, keine Hilfe an der Eskaladierwand. Alles allein gemeistert… und dann, FUCK! Ich sah die anderen schon fleißig Klimmzüge machen.

Ich schaffe nicht einen sauberen allein! Und das glaubt mir nie jemand. Auch in der Runde nicht. Keiner, außer Dirk, der mir dann seine Hände zur Hilfestellung anbot. Danke dafür, ich hätte sonst wahrscheinlich hängen bleiben müssen.

Apropro HÄNGEN…dank Hagen gab es eine kleine „Challenge“. Nicht alle, aber in paar von uns (ich Großklappe natürlich auch) ließen sich überreden und hingen erstmal ab, was das Zeug hielt. Keine Ahnung wie lang, aber es wurde langsam unangenehm. Ich war aber ganz zufrieden, denn ich bin nicht als erste von der Stange gefallen 🙂

Nach der Sturmbahn liefen wir über die große Wiese, die ich sonst nur umringt von Menschenmassen, bestückt mit Wasserwerfern, Stacheldraht und Wassergräben und überschütten von verrückten Läufern, kannte. Auch hier wirkte im Vergleich zum Dezember, alles so friedlich 🙂

Der Anfang und das Ende…eigentlich logisch! 

Auf dem Weg zurück zum Injoy mussten wir natürlich wieder über die Saale. Genial, ÜBER die Saale. Ich hatte nur irgendwie nach diesen Worten abgeschalten und ganz verpeilt, dass es hieß „Wir gehen rüber (also über die Saale), legen unsere Sachen ab und gehen dann rein!“ Waaaaas? Nochmal in die Saale? SHIT! Also los. Wieder raus aus der Klamotte, zumindest oben herum, und rein in die eisige Brühe. Nochmal tauchen, nochmal bis zehn zählen. Gut, dass jeder in seinem Tempo bis zehn zählen durfte 😉

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Nass, kalt, aber stolz…

…so ging es nun zurück. Wir hatten es geschafft, wir haben uns deutlich aus unserer Comfortzone bewegt und einen genialen Tag umgeben von tollen und beeindruckenden Menschen „genossen“.

Ich würde fast sagen, es war mir eine Ehre, diese Chance nutzen zu können. Und fest steht – ich bin beim nächsten Training wieder dabei, weil es einfach klasse war! Wir empfehlen euch definitiv weiter 🙂

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