Die Deutschland-Premiere der beliebten Reebok Spartan Race – Serie, wurde 2014 in München gefeiert. Jetzt, drei Jahre später, haben auch wir es geschafft und uns in den Kreis der Spartaner gekämpft.

Auf meiner Liste, mit den 100 Dingen, die ich unbedingt erleben, sehen oder schaffen muss, steht an 35. Stelle: „An einem Spartan Race teilnehmen“! Jetzt, mehr als zwei Jahre später, kann ich auch daran einen Haken machen 🙂 Check!

Geplant war dieses Rennen eigentlich im Mai. Einige Wochen…oder waren es ein paar Tage (?) vor dem Lauf, wurde allerdings bekanntgegeben, dass wir uns bis September gedulden müssen. Hatten wir Glück, denn wir sollten erst ein paar Tage vorher aus dem Urlaub zurück sein.

Mai bis September…wir hatten also noch den ganzen Sommer Zeit.

Wie wir ja aber alle wissen, rennt die Zeit in der Regel. Schneller als erwartet, waren wir aus Andalusien zurück und auf dem Weg nach Berlin….die längste Fahrt unseres Lebens. Sieben Baustellen und vier Staus! Wahnsinn! Danke lieber Herr Dobrindt, sofern sie dafür zuständig sind.

Vielleicht waren wir auch selber schuld. Immerhin haben wir entschieden Freitag am späten Nachmittag aufzubrechen. Macht ja eigentlich auch keiner.

Gut, genug geschimpft. Wir haben in einem genialen Resort genächtigt. Hier hätten wir es eigentlich noch ein paar Tage ausgehalten. Gemütliche Zimmer, Hauseigener Badesee, gutes Essen…wir hätten an unseren Urlaub ohne Probleme noch ein paar Tage ohne Kinder hängen können 😉

Aber es sollte nicht sein. Am nächsten Morgen brachen wir zu unserem ersten Spartan Race auf. Wir hatten uns für den Super entschieden. 13+ Kilometer und 25+ Hindernisse. Klingt definitiv machbar.

Trotzdem kam diese sch*** Nervosität hoch. Das Kribbeln im Bauch, die Unruhe, der Puls schon bei 140 BPM. „So ein Mist! Ich werde nervös!“ schimpfte ich im Auto. Und dann beruhigt mich Benny so wie ich es brauche. Dafür liebe ich ihn! „Ach Schweini, mach dir kein Kopp! Wir sind Profis!“ *lachender Smily*

Auf dem Weg zum Parkplatz hatten wir zunächst das Gefühl, uns verfahren zu haben. Man sah nichts…hörte nichts. Gut versteckt das Ganze.

Dann, fünf Euro Parkgebühr. Das war man ja nun schon gewohnt. Aber ganz ehrlich, bei den Preisen für den Startplatz, dem unendlichen Platz vor Ort…muss das denn da wirklich sein?

Gut, gut…wenigstens war der Weg zur Registrierung und zum Start nicht weit. Das Veranstaltungsgelände war übersichtlich und das Prozedere auch das Übliche. Wir waren also schnell ausgestattet, umgezogen, startklar.

Vor dem Start trafen wir noch Kevin und seine Familie. Wir hatten beschlossen zusammen zu laufen, auch wenn er wahrscheinlich ein bisschen schneller unterwegs gewesen wäre, hätte er sich entschieden das Rennen allein zu machen.

Arooo, auf in den Kampf

Gemeinsam kletterten wir in den Startblock. Hier wurde nochmal ordentlich eingeheizt. Warum auch immer, wir hörten auf Benny und reihten uns recht weit hinten ein. „Es ist doch ein kleines Starterfeld. Da können wir auch hinten los laufen.“ Er hatte wahrscheinlich Angst vor dem Instructor, der vorn auf seinem Podest ordentlich Stimmung machte 😉

Wir starteten ziemlich pünktlich und kämpften uns erstmal an den anderen Läufern vorbei…es waren nun doch irgendwie mehr als angenommen. Aber wir kamen recht gut voran.

Zunächst konnten wir laufen, laufen, laufen. Hier und da eine kleine Eskaladierwand, ein bisschen was zum Kriechen, nichts Nennenswertes. Die Strecke eben… Wir konnten also gut Zeit reinlaufen. Die Pace bei fünf Minuten oder darunter, kamen wir ein Stück. Benny ermahnte uns hin und wieder, wir seien zu schnell. Schließlich sollten er und Kevin am nächsten Tag noch Fußball spielen!

Doch wie es bei einem anständigen Hindernislauf eben ist, läuft man in der Regel nicht soooo weit. Das war auch hier der Fall. Wir erreichten schnell den Platz, an dem wir Betonkugeln über eine Strecke von geschätzt 20 Meter tragen. Auf der anderen Seite angekommen folgten ein paar Burpees, bevor man dann die Kugel zurück zum Ausgangspunkt trug. Die Distanz war überschaubar. Eigentlich angenehm, nichts was einen wirklich herausforderte.

Wir konnten also beinahe erholt wieder Tempo aufnehmen. Allerdings nicht wirklich weit, denn dann kamen wir am Tire Flip an. Es galt Traktorreifen zu rollen. Also nicht wirklich rollen, sondern eben eher überschlagen…ihr wisst schon wie 🙂 Da wir auch hier nur wenige Wiederholungen leisten mussten, konnten wir mit vollem Tempo weiter.

Nicht lange und wir standen vor einem riesigen Stahlgerüst. Also für mich war es riesig. Ich kämpfe immer mal mit einer ganz kleinen Höhenangst. Allerdings nur dann, wenn ich den Halt unter den Füßen verliere. Glaubt man kaum…wer an Hochhäusern herunterläuft, Fallschirmspringt…der kann kaum Angst vor so einem drei Meter hohen Stahlgerüst haben. Ich habe es ja auch irgendwie geschafft. Man musste sich quasi schräg hoch hangeln, dann hoch klettern und auf der anderen Seite wieder hinabklettern.

Da es bei uns längst um Spaß und nicht um Qualifikationen oder ähnliches geht, durfte ich beim Hochhangeln meine Beine nutzen. Auch wenn Benny der totalen Überzeugung war, dass es leichter ist zu hangeln. Schneller vielleicht, aber leichter bestimmt nicht 🙂

Anschließend ging es weiter. Wenn ich mich recht erinnere kamen wir so langsam in den Wald. Hin und wieder mussten wir ein paar Hindernisse überwinden. So auch ein schräges Klettergerüst. Als wir an der Stelle ankamen, sah ich gerade wie eine Läuferin und ein Läufer abrutschten und sich auf den Weg zu ihren Burpees machten. Hm… scheint nicht soooo leicht zu sein. Aber ganz ehrlich…ich war ratz fatz an der Glocke, gefolgt von Benny und Kevin. Weiter ging es durch den Wald.

Das Laufen wurde uns auf langen Abschnitten durch Sand wirklich schwer gemacht. Wir überholten die anderen Läufer, was das Zeug hielt. Wir schafften es wirklich gut Tempo zu machen. Auch wenn es nicht leicht war. Benny schimpfte hin und wieder wie verrückt, aber wir überhörten das, wir wollten doch endlich mal Gas geben. „Am Ende gewinnt der Läufer!“ Rief ich ihm mit einem Lachen zu. Wir werden hier nichts gewinnen…aber vielleicht endlich mal eine gute Zeit laufen.

Irgendwann kamen wir an einem großen Netz an, das zwischen den Bäumen im Wald gespannt war. Ich schätze, das waren so 5 Meter Höhe!? Vielleicht auch höher? Ich weiß es nicht. Ich schaffte es aber schnell drüber. Kevin auch…und dann Benny. Er hatte das Glück, dass gerade als er oben war, auch eine Läuferin oben im Netz hing. Und sie hing wirklich. Sie hatte Panik und kam nicht wieder herunter. Damit waren wir erstmal raus! Klar lässt man sie nicht hängen. Also hielten wir das Netzt spannten es so gut es ging. Benny redete gut zu….und irgendwann hatten wir sie dann unten.

Weiter ging es. Immer noch durch den Wald. Am Ende häuften sich die Hindernisse dann. Ich bekomme die Reihenfolge nicht mehr auf die Reihe.

Wir trugen schwere Stahlketten, zogen Betonkugeln, schleppten Holzklötze…und freuten uns über unsere ersten Versuche im Speerwerfen.

Ich war so clever und lies mir erklären wie es funktioniert. Speer mittig halten, ausbalancieren, auf Höhe des Ohres in einem leichtem Bogen….werfen. Naja, klingt doch machbar. War es auch. Ich traf die Strohpuppe. Gaaaaanz sauber! Nur leider hatte ich das Problem, dass der Bums fehlte. Mein Speer blieb also nicht stecken. Burpees! 30 Burpees. Das waren nicht meine ersten…oder doch?

Außer an dieser Stelle durfte ich noch nach dem Seil nette 30 Burpees machen. Normalerweise schaffe ich es das Seil hoch. Aber irgendwas war anders. Ich hatte echt Probleme hoch zu kommen…und dann, kurz vor der Glocke war Schluss. „Du musst nur noch einmal ziehen!“ Rief mir Kevin von unten hoch. Aber die Kraft war am Ende. Es ging nicht…und jede Sekunde die ich länger oben hing und kämpfte rutschte ich wieder ein Stück ab. Und so war etwa 30 cm vor der Glocke Schicht im Schacht.

Ähnlich ging es mir beim Hangeln. Aber hier war ich selbst schuld. Ich weiß, dass ich das kann. Ich achtete gar nicht darauf was vor mir passierte. Schnell hing ich an am Gerüst und hangelte los. Und wie ich so am Ende des ersten Drittels ankam und zu den schwingenden Längsstangen umgreifen wollte, sah ich, dass daran noch eine andere Läuferin hin. Eine Engländerin. Bitte bitte…mach weiter oder lass dich fallen. Ganz langsam hangelte sie sich weiter…Stück für Stück…sie hing und hing. Und ich auch. Schließlich konnte ich nicht mehr. Es hatte sich ausgehangen. Ich hatte nicht die Kraft zu warten, bis sie fertig war. Also – 30 Burpees für mich. Zwar durfte ich es ein zweites Mal versuchen, aber die Reserven waren dann einfach aufgebraucht.

Dumm! An der Stelle war ich wirklich dumm! Nun ja, es ging weiter.

Wir durften schließlich noch das eine oder andere Hindernis erklettern, über ein paar steile Hänge steigen und kurz vor dem Ziel noch über Feuer springen.

Nach 2:06:33 Stunden hatten wir schließlich das Ziel erreicht. Damit war ich die 13 Frau und die 3. in meiner Altersklasse. In der Gesamtwertung landeten wir auf Platz 170 von 700 Läufern. Die Ergebnisse waren also wirklich in Ordnung.

Ich kann dieses Rennen auch drei Wochen danach noch nicht so richtig einordnen. Es war…nun ja, irgendwie anders. So lange hatte ich mich auf ein Spartan Race gefreut. Doch irgendwie war ich dann nicht so geflasht wie erwartet. Die Emotionen, das Feeling auf der Strecke, der Kampfgeist…es war irgendwie nicht vergleichbar mit anderen Läufen. Es war aber auch nicht schlecht.

…für mich nicht so richtig definierbar.

Vielleicht muss ich es einfach nochmal mit einem anderen Rennen dieser Serie versuchen. 🙂

P.S. Danke an Kevin & Andrea für die Bilder! …und natürlich hat das Team von Sportograf.com tolle Bilder gemacht.

 

 

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